Schröders Aussagen zum Feminismus in der Kritik

Foto: (Kristina Schröder) BMFSFJ / L. ChaperonWegen ihrer Aussagen zum Thema Frauenbewegung in einem Spiegel-Interview muß Familienministerin Dr. Kristina Schröder dieser Tage heftige Kritik einstecken. Die Vorzeige-Feministin Alice Schwarzer bezeichnete Schröder als einen „hoffnungslosen Fall, schlicht ungeeignet“. Statt „hanebüchenen Unsinn“ zu verbreiten, solle Schröder doch lieber „Pressesprecherin eines rechtskonservativen Männerbundes werden“. Schröder hatte sich in dem Interview von einem überzogenen Feminismus und vom Gender Mainstreaming distanziert.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth warf Schröder „Verunglimpfung des Feminismus“ vor und bezeichnete ihre Politik als „kleingeistig“. Renate Künast zeigte sich entgeistert über das „krude und altbackene“ Interview der Familienministerin. Schröder leide an einem „angewandten Spaltungsirrsinn, was ein anderes Wort für Schizophrenie ist“, spottete die Grünen-Politikerin.

Auch die SPD-Vizechefin Manuela Schwesig findet deutliche Worte: „So viel Unsinn im Zusammenhang mit Frauenpolitik habe ich lange nicht mehr gelesen“. Schröder fehle es an schlichtweg an „Empathie“ für die Frauenbewegung. Ohne die aktive Frauenbewegung der Siebziger würde Frau Schröder heute keine Ministerin sein, kritisiert Schwesig.

Die thüringische frauenpolitische Sprecherin der Grünen und Landtagsabgeordnete, Astrid Rothe-Beinlich, hält die Äußerungen der Ministerin für ein Armutszeugnis – die Feminismus-Debatte sei absurd.

Unterstützung erhält die Familienministerin dagegen aus der FDP. Die Vizechefin der Liberalen, Silvana Koch-Mehrin, stellte sich hinter Schröders Aussagen: „Wir sind über den klassischen Begriff des Feminismus schon weit hinaus.“

Quellen: Tagesanzeiger.chshortnews.de und TLZ.de

Interview mit Dr. Kristina Schröder: Der Spiegel, Nr. 45, 08.11.2010, S. 54-58.

Foto: (Kristina Schröder) BMFSFJ / L. Chaperon

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Kommentare

  1. Oma 42 sagt:

    Vom altmodischen Alice-Schwarzer-Feminismus darf man sich heute getrost verabschieden. So selbstbewusst sind Frauen inzwischen, dass sie einer Ideologie nicht mehr folgen, die ihnen vorschreibt, was sie zu ihrem Glück brauchen. Nicht breitschultrige Hosenanzüge, nicht Business rund um die Uhr, weder Karriere um jeden Preis noch Kind ohne Partner oder gar eine Frauenquote sind das optimale Ziel aller Frauen. Das sieht selbst unsere Familienministerin so. Denn, sie ist jung und nicht so verbohrt wie ihre „Altvorder-innen“. Sie gibt zu, dass viele Frauen in Partnerschaft und Familie ihr Glück finden wollen und ihre Karriere hintanstellen, bis die Kinder flügge sind. Getragen werden sie durch die Gewissheit, ihren Kindern ihr Wertvollstes geschenkt zu haben, ihre Nähe und Präsenz. Solche Frauen sind aber keineswegs Exoten, wie uns die Feministinnen weismachen wollen, sondern sie finden Rückhalt in der europäischen Vereinigung: New Women For Europe ( NWFE ) mit über 500 000 Mitgliedern, die sich für den Erhalt der traditionellen Familie, das Wohlergehen von Frauen und ihre unersetzliche Rolle in der Gesellschaft einsetzen.

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