Kindergartenpflicht: die Dominosteine fallen

Bild: Kurt F. Domnik/pixelio.deDer verpflichtende Besuch einer Kindertagesstätte mindestens ein Jahr vor der Einschulung scheint für immer mehr CDU-Landesverbände zum Patentrezept Nr. 1 gegen Sprachdefizite und Integrationsschwierigkeiten geworden zu sein. Nachdem sich bereits die rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin der CDU, Julia Klöckner, für die Einführung eines verpflichtenden Vorschuljahres ausgesprochen hatte, hat nun auch die CDU in Baden-Württemberg eine Kindergartenpflicht ab dem fünften Lebensjahr in den Entwurf ihres Regierungspogramms aufgenommen.

In beiden Bundesländern ist im März Landtagswahl.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) findet die Idee eines verpflichtenden Vorschuljahres ebenfalls sehr sympathisch.

Im Saarland ist ein obligatorisches Schulvorbereitungsjahr bereits im Koalitionsvertrag der Jamaika-Regierung verankert. Auch im CDU-Parteiprogramm findet sich nach wie vor die Forderung nach einer allgemeinen Kindergartenpflicht.

Erst kürzlich hatten sich zudem verschiedene Politiker der SPD positiv im Sinne einer Vorschulpflicht ausgesprochen.

Entwurf Regierungsprogramm des Baden-Württembergischen CDU-Landesverbandes (S. 14, Z. 139-148)

Bild: Kurt F. Domnik/pixelio.de

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Kommentare

  1. Oma 42 sagt:

    In dem verpflichtenden Vorschuljahr sollen dann jene Sprachdefizite ausgebügelt werden, die sich Kinder in der familienfernen Vollzeitbetreuung erst erworben haben. Ich kenne aus eigener Erfahrung die Sprachdefizite von Kindern, die von kleinauf im Kinderheim aufgewachsen sind. Niemals kann eine kollektive Betreuung einen 1:1- Spracherwerb in der Familie leisten. Aber eins ist klar: abwesende Eltern können Sprache nicht vermitteln. Den Mut aber, Kindern präsente Eltern zu erhalten ( durch eine Politik für Familien und nicht gegen sie ), bringen unsere Politiker heute schon gar nicht mehr auf.

  2. Katrin sagt:

    Ich finde das mit dem Vorschuljahr so und so, erstens denke ich das dieses grundsätzlich in den Schulen stattfinden sollte und nicht in den Kitas, zuviele Erzieherinnen haben andere Vorstellung von Schulvorbereitung als die Lehrer. Das kann sich als ziemlich nachteilig erweisen.

    Gut ist es das die Kinder in bißchen Luft im Schulalltag schnuppern könnten, schon etwas die Schule kennenlernen könnten und das es da doch etwas anders lang geht.

    Sprachliche Kompetenzen werden da nicht entwickelt,die Beobachtung das die Sprache meiner Kinder in der Kita erst mal rückläufig war, bzw sie da standen und bemerkten, da kann ja keiner reden, kann ich nur bestätigen.
    Und die Sprache, naja, vll sollten wir aufhören unsere Kinder so ztu fördern das sie frühstmöglich eine Fremdsprache lernen müssen, und die deutsche Sprache wieder in den Mittelpunkt rücken.

    Ich denke ein Rechtsanspruch wäre besser, mit der Bedingung das schon eine gewisse Kenntnis an Sprache vorhanden sein sollte

    Frühförderung der sozialen Kompetenzen, ich geb ja meine Werte den Kindern auch mit und ich gebe die Kids nicht nur ab, sondern soll ja aktiv mitarbeiten.

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