IZA: Betreuungsgeld „arbeitsmarktpolitisch keine gute Idee“

Eine aktuelle Studie des wirtschaftsnahen Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) empfiehlt das für 2013 geplante Betreuungsgeld einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Der Studie zufolge habe das in Thüringen vor einigen Jahren eingeführte Betreuungsgeld (gemeint ist das Landeserziehungsgeld) vor allem negative Effekte und sei „arbeitsmarktpolitisch keine gute Idee“ gewesen. Finanzielle Anreize für Eltern, die ihre Kinder daheim betreuten, senke die Frauenerwerbsquote und wirke sich nachteilig auf die frühkindliche Entwicklung aus, so die Experten.Dorothee Bär, familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, kritisierte in der „Berliner Zeitung“ die Ergebnisse der Untersuchung. So sei es beispielsweise „in der Wissenschaft … unbestritten, dass Bindung der Bildung vorausgeht“, so Bär. Kinder bräuchten in diesem Alter vor allem „verlässliche Bindung“ statt Bildung.

Auch „das Argument, dass das Betreuungsgeld dazu führt, dass vor allem Kinder von Geringverdienern länger zu Hause bleiben, kann nicht gelten. Es unterstellt implizit, dass geringverdienende Eltern ihre Kindern nicht kompetent erziehen können – ein Vorwurf, den ich zurückweise“, so Bär.

Foto: s.media  / pixelio.de

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Kommentare

  1. Natürlich ist das Betreuungsgeld „arbeitsmarktpolitisch keine gute Idee“, wie das IZA unnötigerweise betont. Es soll ja gerade jenen Eltern zugute kommen, die ihren Kindern einen Stellenwert v o r der Erwerbsarbeit einräumen. Die „Studie“ wurde also völlig umsonst in Auftrag gegeben. Wie Pilze aus dem Boden sprießen derzeit die sog. Studien, die beweisen sollen, wie schädlich die Kindererziehung von Eltern sei und wie effektiv die Kita, obwohl wissenschaftlich das Gegenteil bewiesen ist. Allerdings wird durch eine solche Studie der Beweis erbracht, dass man hierzulande nur noch in Arbeitsmarktkategorien denkt. Biologische, psychologische, pädagogische, medizinische, also humane Maßstäbe kommen für die Bewertung gar nicht mehr in Betracht. Familie wird nur noch aus dem Blickwinkel der „Arbeitsmarktverwertbarkeit“ wahrgenommen.

    Dem Vorwurf, Geringverdiener seien schlechte Erzieher , kann ich als Insider nur entgegen halten, dass unsere Kinder-und Jugendheime voll sind von Sprösslingen gut betuchter Eltern, die für ihre Kinder keine Zeit mehr aufbringen.

  2. Eine knappe Woche nach Erscheinen der IZA-Studie hat sie sich bereits ad absurdum geführt, wie das Heidelberger Familienbüro feststellt: unsauber recherchiert, ohne Statistik, widerlegtes Ergebnis. Der Auftrag hatte wohl geheißen: Negative Folgen häuslicher Kindererziehung zu belegen.

    Dumm gelaufen, meine Damen und Herren! Aber wenn die Kohle stimmt, dann hat sich das bisschen Mühe ja gelohnt!

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