Frühsexualisierung nun auch in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern

160102 Thüringen II

Der thüringische Bildungsplan kennt erstaunlich viele Ziele, die wesentlich wichtiger zu sein scheinen, als dass Kinder und Jugendliche eines Tages selbst glückliche Eltern werden. Foto: flickr.com/OakleyOrignals: Brand New Parents

(al) Das Kultusministerium des Freistaats Thüringen veröffentlichte kurz vor Jahresende seinen neuen Bildungsplan: »Mit dem Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre legen wir ein durchgängiges Bildungskonzept vor, das institutionenübergreifend Bildungsorte und Bildungsansprüche aller Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der Schullaufbahn miteinander verbindet«, sagte Thüringens Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Birgit Klaubert. Thüringen habe als erstes Bundesland ein durchgängiges Bildungskonzept bis zum Erreichen der Volljährigkeit. Der Bildungsplan sei kein »Ober-Lehrplan«, sondern beschreibe »Bildungsangebote, die in vielfältigen Bildungssituationen in- und außerhalb von schulischem Unterricht realisiert werden können«. Der neue Bildungsplan Thüringens kann hier eingesehen werden.

Besonders betont wird »aus der individuellen Perspektive jedes Kindes und jedes Jugendlichen das Recht auf uneingeschränkte, umfassende und den individuellen Bedürfnissen entsprechende Bildung«. Dagegen würden die Lehrpläne den »Anspruch der Schule und damit der Gesellschaft an Kinder und Jugendliche« formulieren. Angesichts der Bildungsplan-Inhalte zum Thema »Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt« (s. 26 f.) fragt sich allerdings, wie das Kultusministerium zu dieser weltfremden Unterscheidung kommt:

»Schon im Kleinkindalter lernen Kinder in Interaktionen mit anderen Menschen, Medien, Materialien und Räumen, dass Zweigeschlechtlichkeit in unserer Gesell­schaft die vorherrschende Norm und ein zentrales gesellschaftliches Ordnungs­schema darstellt. Sie eignen sich die Fähigkeit an, Menschen anhand von subtilen Merkmalen als Frauen und Männer zu erkennen und sich als eines der zwei Ge­schlechter darzustellen. Wie sie ihr Geschlecht ›verkörpern‹ und was als ›natür­lich‹ bzw. ›normal‹ angesehen wird, ist dabei immer abhängig von gegenwärtigen gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen.«

Seit wann entspricht eine abstrakte Geschlechtergerechtigkeit den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen? Was sollen Kinder und Jugendliche mit subtilen Merkmalen anfangen, wenn sie täglich erleben, dass der Unterschied zwischen Mann und Frau in der Regel so klar und deutlich zu erkennen ist wie der von Tag und Nacht?

Auch Thüringen hat das Gender-Konzept übernommen, das zugleich verharmlost wird – als biete es eine Art Zusammenschau von sozialen, kulturellen, politischen und biologischen Komponenten bezüglich Geschlecht. Tatsächlich wird die biologische Dimension zugunsten eines gesellschaftlich-technischen Konstruktivismus unterschlagen, der nicht nur die freie Wahl der »sexuellen Orientierung«, sondern auch des Geschlechts als solchem suggeriert – eine massive Dekonstruktions- und Verunsicherungsstrategie, die in eine hyperkritische, letztlich nihilistische Perspektive auf Ehe und Familie mündet, die dann nur noch ein »Lebensmodell« unter anderen zu sein scheinen. Ein positives Bild von Ehe und Familie kommt auch in diesem Bildungsplan nicht mehr vor, dafür aber eine lange Liste möglicher Benachteiligungen und Verletzungen von schwulen, lesbischen, trans- oder intersexuellen Kindern (!) und Jugendlichen:

»Vor allem für LSBTTIQ-Kinder und -Jugendliche besteht ein verstärktes Risiko, Dis­kriminierungs- und Ausschlusserfahrungen zu machen und dadurch in ihrem psy­chischen wie physischen Wohl beeinträchtigt zu werden.«

Am sichersten lassen sich solche Benachteiligungen offenbar dadurch vermeiden, dass schon Kinder in ihrer »Heterosexualität« verunsichert und ihnen das andere Ufer angeboten wird, auch wenn das eindeutig gegen das Indoktrinationsverbot verstößt. Vor allem sollen Kinder offenbar davon abgehalten werden, mögliche Entwicklungsstufen durch positive Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht zu nehmen. Sie sollen sich stattdessen von vornherein nur auf ihre »sexuellen« Gefühle konzentrieren. Weder die Liebe noch die Treue oder der spätere Nachwuchs sind gewünschte Themen bei dieser Art von Sexualaufklärung. Das ideale Ergebnis dieses Konzepts ist offenbar der kinderlose, ganz auf seine eigenen Bedürfnisse und ihre gesellschaftliche Anerkennung fixierte Single. Wer kann das wollen? Und warum?

Mecklenburg-Vorpommern

Im November hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern seinen »Landesaktionsplan für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt« verbschiedet. Inhalte und Begründungen sind mit ermüdender Eintönigkeit stets dieselben. »Heteronormative« Rollenbilder würden schon im Kindesalter verinnerlicht werden und daher die Gefahr bergen, dass sie entgegen ihren wahren Gefühlen nicht schwul oder lesbisch weden könnten und Kinder aus Regenbogenfamilien zu diskriminieren drohten. Auf die antidiskriminierenden Lernziele folgt auch hier eine verfassungrechtlich bedenkliche Umsetzung. Doch damit nicht genug: »Eltern, die sich gegen den staatlich geförderten Mißbrauch ihrer Kinder zur Wehr setzen, werden in die rechte Ecke gerückt.« (Martin Voigt)

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Kommentare

  1. Hofmann Oskar sagt:

    Gott hat uns Menschen vor ewigen Zeiten nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen. Das war sehr gut so und wird immer sehr gut bleiben.
    Nun versuchen „kluge Modernisten“ seit kurzer Zeit die Jahrtausenfache Wesensart der Menschen auf den Kopf zu stellen, nach Möglichkeit per Gesetz. Folgende Generationen hätten dies mit schwerwiegenden Folgen auszubaden. Die Anhänger dieser Idiologie sind zu bedauern und bedürfen intensivem Gebet.

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