Im Teufelskreis staatlicher Maßnahmen

Ministerin Schwesig will künstliche Befruchtung jetzt auch bei unverheirateten Paaren fördern

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Foto: flickr.com/Thomas sauzedde

(al) Gender Mainstreaming bedeutet leider nicht nur »Bildungspläne« und schulische Frühsexualisierung. Deshalb hier ein Ausflug in die assistierte Reproduktion: Familienministerin Schwesig, selbst hochschwanger,  will die künstliche Befruchtung neuerdings auch bei unverheirateten Paaren fördern. Der Kinderwunsch dürfe nicht am Geld scheitern, sagt sie – eine richtige Haltung, aber an der falschen Stelle. Nur als Erinnerung: 97 Prozent aller Abtreibungen geschehen offiziell bei sozialer Indikation. Das kann zwar vieles heißen – aber sehr oft geht es leider schlicht und einfach um Geldmangel. Wann wurde je eine Abtreibung von Seiten des Staates mit dem Argument vermieden oder wenigstens kritisiert, das Austragen eines Kindes dürfe nicht am Geld scheitern? Einen solchen Fall hat es unseres Wissens noch nicht gegeben.

Nun aber wird bei anhaltend hohen Abtreibungszahlen staatliches Geld mit immer neuen wohlmeinenden Begründungen in die teure Reproduktionsmedizin gepumpt, die im Einzelfall nützlich sein mag, aber nicht als staatlich gefördertes Allheilmittel gegen Kinderlosigkeit. Das wäre Marktverzerrung und Verschwendung von Steuergeld. Denn ginge es wirklich um Kinder – und um Gleichberechtigung – müsste man dasselbe Geld als Steuervorteil auch natürlich zeugenden Eltern zukommen lassen. Noch dazu gebietet das Subsidiaritätsprinzip, dass Paare mit Kinderwunsch sich rechtzeitig um dessen Realisierung bemühen und nicht erst dann, wenn die »biologische Uhr« bereits abgelaufen ist. Aber dagegen spricht ja, dass auch Frauen »Karriere« machen sollen, statt staatlicherseits den Männern einfach mehr Nettogehalt übrigzulassen – ein einziges politisches Chaos also.

Interessanterweise liegt die gewöhnlich vorkommende Unfruchtbarkeit mit sieben bis neun Prozent deutlich unter der »ungewollten Kinderlosigkeit«, die jetzt als Begründung für Schwesigs Maßnahme angegeben wird, in Höhe von 25 (!) Prozent aller Paare zwischen 20 und 50 (!) Jahren. Soviel ist jetzt schon sicher: Die neue Förderung wird einen weiteren Anreiz darstellen, auf die Natur des Menschen, insbesondere auf die der Frauen, noch weniger Rücksicht zu nehmen. Was wiederum noch mehr staatliche Eingriffe und Förderungen erzwingt – der übliche Teufelskreis eines ausufernden und offensichtlich leicht korrumpierbaren Sozialstaates, der, statt natürliche Möglichkeiten steuerlich zu fördern (frühe Elternschaft mit zahlreichen Kindern) die Bedürfnisse einer milliardenschweren, weltweit wachsenden reproduktionstechnischen Industrie bedient – noch dazu ohne einen positiven Effekt auf unseren demografischen Niedergang.

Schon Paare, die zwei Kinder direkt hintereinander bekommen wollen, stehen ja aufgrund der hohen Steuer- und Abgabenbelastungen vor nahezu unüberwindlichen Schwierigkeiten. Berufstätig muss die Frau fast immer sein, und bevor sie ein zweites Mal Elterngeld beziehen kann, muss sie für mindestens ein Jahr in den Beruf zurückkehren, also ein Keinkind in die Krippe geben. Meist bleibt es so bei ein oder zwei Kindern, was aufs Ganze gesehen viel zu wenig ist. Andererseits bewirkt (gerade auch) die künstliche Befruchtung meist nur Ein-Kind-Familien. Unsere demografischen Probleme haben wir aber nicht, weil es zu wenig Ein-Kind-Familien, sondern weil es zu wenig kinderreiche Familien gibt. Aus einem zweiten Grund ist Schwesigs Maßnahme verfehlt: Heute wird nur Eheleuten und unverheirateten Paaren »geholfen«, aber morgen auch eingetragenen Lebenspartnern – mit einem Recht auf Volladoption und menschenunwürdige Leihmutterschaft?

Die Gender-Ideologen, die im Hause Schwesig längst die Fäden ziehen, sind und bleiben Familienfeinde. Denn die gutklingende Gleichberechtigung von Erwachsenen hat eine verschwiegene Schattenseite. Sie kostet Kinderrechte. Die Kinder gleichgeschlechtlicher »Eltern« verlieren ihr natürliches Recht auf Vater und Mutter. Nicht immer, aber immer öfter müssen Kinder gleichgeschlechtlicher »Eltern« vorsätzlich auf mindestens ein leibliches Elternteil verzichten. Homosexuelle Fruchtbarkeit ist immer noch eine Fiktion, obwohl die Medien seit einiger Zeit glatt so tun, als ob es sie gäbe.

Schwesigs Maßnahme zeigt schon jetzt, was durch die Hintertür auf uns zukommt. Wenn Eltern mit staatlich gefördertem Kinderwunsch künftig nicht mehr verheiratet sein müssen, dann müssen bald auch die Kinderwünsche von Singles und Gleichgeschlechtlichen (Paaren? Singles?) gefördert werden. Der Staat fördert letztlich die Möglichkeit, Kinder in vorsätzlich ungeordneten Verhältnisse und demnächst auch ohne leibliche Elternteile aufwachsen zu lassen. Das mag vorkommen, aber wie kann man es staatlicherseits unterstützen?

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