Auch Bayern gendert sich

Birgit Kelles vergleichende Analyse zu den Entwürfen der neuen Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayrischen Schulen

160514 Kelle Blog(al) Birgit Kelle hat sich die neuen Bildungsrichtlinien für die Familien- und Sexualerziehung an den bayerischen Schulen angesehen (ihren Beitrag finden sie hier) und mit den bisher gültigen Richtlinien verglichen, die im Sinne des allgemeinen Naturrechts – und des gesunden Menschenverstands – noch ziemlich intakt, jedenfalls frei von Ideologemen des Gender Mainstreaming waren.Neu hinzugekommen sind deutliche erkennbare Einflüsse der Abtreibungslobby, der Vieflalts-Anhänger und der Gender-Ideologen. Welche Folgen das neue Wording für den Unterricht haben wird, ist noch nicht abzusehen, aber auch die bayerischen Eltern sollten von nun an besonders wachsam sein und verfolgen, was ihren Kindern in der Schule erzählt (und gezeigt!) wird. Da Kelle sorgfältig vergleicht, betrachtet sie zunächst die bisher Bayern gültigen Richtlinien:

»Man kann sagen, damit hat Bayern derzeit eine durchaus umfangreiche Richtlinie zum Thema Sexual- und Familienerziehung. Allein dass es nicht nur Sexualerziehung heißt, sondern Familie explizit als Lernziel mitgenannt wird, ist positiv. Der Schwerpunkt der Vermittlung liegt im biologischen Wissen flankiert explizit durch religiös begründete sittliche Vorstellungen. Entsprechend liegt die Wertevermittlung in den Händen der Religions- und Ethiklehrer. Die gesamten Richtlinien sind ein klares, deutliches und wiederholtes Bekenntnis zur Betonung von Ehe aus Mann und Frau und einem Ja zu Kindern. Abtreibung wird nicht gebilligt, sondern eine Abfuhr erteilt, das Lebensrecht des Kindes vor die Entscheidungsfreiheit werdender Mütter gestellt und dies auch nicht wertneutral sondern explizit wertend unterrichtet. Verantwortungsgefühl für die eigene Sexualität wird gefordert, eine gewisse Zurückhaltung in jungen Jahren angemahnt. Sowohl die Themenkomplexe Sexualität und ihre Darstellung in den Medien, als auch Homosexualität, bis hin zu Pornographie sind enthalten. Auch hier allerdings mit klaren Wertungen und nicht wertneutral.«

Die Neufassung der Richtlinien verfolgte drei Ziele: man wollte das Kapitel »Prävention von sexuellem Missbrauch« aktualisieren, der »Omnipräsenz und Zugänglichkeit des Themas« Sexualität in den Medien gerecht werden und den Themenkomplex »sexuelle Orientierung« und »sexuelle Identität« angemessen verankern. Es zeigt sich, dass die Dekonstruktion von Ehe und Familie auch in die bayerischen Schulrichtlinien Eingang gefunden hat. Die persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen soll nicht mehr »unterstützt«, sondern »begleitet« werden, was letztlich auf die vermeintliche Gleichwertigkeit unterschiedlicher Lebens- und Beziehungsformen hinausläuft (z.B. »verantwortbare Partnerschaft«) und auf neue Möglichkeiten der Schule, Einfluss auf die »Identität« der Kinder zu nehmen. Dazu Kelle: Der ganze neu hinzugekommene Absatz über »Geschlechterrollen und Identitätssuche« sei

»eine einzige Katastrophe, zweideutig, und voller Fehlerquellen, weil er an zahlreichen Stellen die Gefahr birgt, Ideologie in die Schule zu lassen, was man doch eingangs ausgeschlossen haben wollte.«

Entsprechend wird im Bereich »Selbstkonzept und Gesellschaft« der Ausdruck »unterschiedliche Familienformen« nicht präzisiert – als hätte man aus den Protesten in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gelernt, dass es gut ist, nicht zu viel zu verraten. Kelles abschließendes Urteil lautet:

»Die Frage, die offen bleibt, ist, mit welchem Material wird in Bayern gearbeitet? Wie man in anderen Bundesländern sehen kann, ist dies teilweise die Kardinalfrage. Was in Plänen steht ist geduldig und oft blumig, was konkret als Inhalt auf den Schultisch kommt, dann tatsächlich relevant. Material ist derzeit noch nicht einsehbar, da es nach Auskunft des Ministeriums erst noch erstellt wird. Man gab die Auskunft, dass nicht die Materialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung genutzt werden, weil diese ihr Material nicht weiter auflegt.

Gerade nach den schlechten Erfahrungen in Schleswig-Holstein, wo man die Erstellung von neuen Materialien an einschlägige Lobbygruppen ausgelagert hatte – mit der Ergebnis, dass es nicht brauchbar und ideologisch eingefärbt war, wäre es also jetzt interessant zu wissen:

Wer genau wird das Material erstellen. Werden externe Berater hinzugezogen und wenn ja welche? Wird das Material vor Erscheinen den Elternverbänden vorgelegt zur Diskussion oder wird es vollendete Tatsachen geben? Fragen, die die Politik den Eltern jetzt noch beantworten sollte.

Die Empfehlung für den aktuellen Entwurf an das Ministerium lautet jedoch meinerseits: Noch einmal überdenken. Definitionen konkretisieren, Ideologie-Fallen herausstreichen. Es ist nicht alles schlecht in diesem Entwurf und einiges sogar sehr schön, aber gerade deswegen stellt sich die Frage: Warum werden hier ohne Not das Wording der Abtreibungs-Lobby und wirklich alle Schlagworte rund um sexuelle Vielfalt, Geschlechterrollen und ideologiebehaftetem Gender-Denken eingefügt?«

Beitragsbild: flickr.com/Metropolico.org

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Kommentare

  1. Randi Roch-Keßler sagt:

    Mit Gender will man den Menchen glauben machen, dass es das Geschlecht Mann und Frau gar nicht gibt. Es gibt wohl an die 26 verschiedene Orientierungen in der Liste der EU, und dazu kommt noch Nekrophilie, Sodomie und leider auch Pädophilie.
    So will man die Pädophilie über die Hintertüre hereinbekommen. Dazu hat man aus der Sprache kurzerhand das Wort „pervers“ entfernt, das darf in diesem Zusammenhang nicht mehr benutzt werden. Da fasst sich jeder normal gebliebene Mensch an den Kopf.
    Mit Gender will man erreichen, dass ein Kind, wenn es auf die Welt kommt, weder männlich noch weiblich ist, es ist einfach gender, es kann sich heute weiblich fühlen, morgen männlich usw.
    Da gibt es in Österreich die Genderkindergärten, wo Mädchen mit Pistolen und Hosen herumlaufen sollen und die Jungs Prinzessinenkleider und Kosmetikkörbe bekommen und dann, wenn sie raufen wollen, in die Ecke gestellt werden.
    Die Gender-„Wissenschaft“ sagt, dass jeder sein Gender im Laufe des Lebens wechseln soll. Das ist die Zerstörung einer Persönlichkeit, eines Menschen und genau diese innerliche Unsicherheit und Instabilität ist das Ziel. Sodom und Gomorrha ist gewollt.

    Der Soziologe aus Norwegen, Norbert Eia, der hat den Genderwahnsinn in Norwegen, wo er auch blühte, unter die Lupe genommen und hat einen langen Film darüber gemacht, der dann dazu füherte, dass dieses ganze Gendergetue eingestampft wurde, es gibt kein Genderinstitut mehr, es gibt keine Steuergelder mehr für Gender in Nowegen mehr, weil dieser Mann es auf den Punkt gebracht hat.

    Diese Fremdbetreuungssysteme für Kinder sind Programme der Nazis gewesen, eingesetzt von Johanna Haarer im Auftrag der Regierung Hitlers.
    Diese Umerziehung ist nie verschwunden, denn die Bücher dieser Frau waren bis in die 80er Jahre Bestseller. Hätte man dies gewollt, wären die Bücher in der BRD verschwunden, sie wurden einfach weiter geführt.

    Und mit den Medien ist es der gleiche Fall, es wurde im Dritten Reich geschrieben, was programmatisch von ober angeordnet wurde und das ist heute genau so der Fall.
    Man braucht sich da nicht wundern, denn man muss sich nur die Runfunkstaatsverträge und das Zustandekommen der Rundfunkstaatsverträge nach dem 2. WK, die von den Alliierten ausgearbeitet wurden. Es wurde festgelegt, dass Natofreundlich, EU-freundlich, israelfreundlich berichtet werden muss, alles andere darf nicht sein. Das gibt Anlass zu großer Sorge, wenn nun Programme wie Gender beschlossen werden, dann werden die von den Medien durchgezogen. Es gibt also alles, nur keine freie kritische Presse.
    Ohne eine mediale Unterstützung wäre so ein monströses Programm nicht möglich.
    Sie berichtet nicht im Sinne der Bürger.
    Es sind alles Anzeichen eines totalitären Staates, wir leben schon mittendrin und gehen langsam ins Finale.

    • Luziferversteher sagt:

      Genau.
      Man muss hier wirklich feststellen dass der Geist des Nationalsozialismus quasi noch lebt.

      Wussten Sie z.B. dass dieses Hartz4-System mit diesen sogenannten Jobcentern (SGB 2) auch eine Erfindung vom Nationalsozialismus ist ?

      Ist zwar ein ganz anderes Thema, aber trotzdem in dem Zusammenhang gar nicht uninteressant wie ich finde !

      1928 wurde das Hartz-IV-Gesetz von Gustav Hartz geschrieben, einem Reichstagsabgeordneten
      der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), die dann Hitler in den Sattel geholfen hat. Seine
      Vorschläge wurden dann 77 Jahre später – von einem Namenvetter – umgesetzt!
      Und zwar bis in die Einzelformulierungen hinein:
      Gustav Hartz will bereits 1928: „Arbeitslosengeld und Sozialhilfe zusammenlegen“!
      Die Betroffenen bezeichnet er als „Kunden“!
      Von Hugenberg (Wirtschaftsminister im dritten Reich) stammt der Satz von 1932: „Sozial ist wer
      Arbeit schafft“.
      Und DAHER kam eigentlich auch dieser Ausspruch: “Arbeit macht frei“ .

      Man kann also wirklich sagen: „Der Führer lebt“.

      PS: Es ist jetzt sogar gerade ein Kinofilm mit den Titel “Er ist wieder da“ angelaufen!

  2. Luziferversteher sagt:

    Da kommt auf die Kinder staatlich verordnete antiautoritäre Erziehung 2.0 zu!

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