Bleibt die Caritas auf Gender-Kurs?

Kuscheln in der KiTa: Verwirrende Signale vom großen katholischen Sozialverband

8517079085_4159682bd3_oIm September hat nun auch der Caritas-Verband des Erzbistums Berlin ein Papier zu Gender und Frühsexualisierung verfasst und online gestellt. Danach sollen sich bereits Kita-Kinder »mit der Vielfalt von Geschlecht« auseinandersetzen (S. 1), zwischen sozialem und biologischem Geschlecht unterscheiden und »mit sexuellen Begriffen explorieren« können (S. 4). Das Ziel: dass sich die Kinder ohne Bezug auf ihre natürliche Geschlechtszugehörigkeit sexuell »entwickeln«. Die Wörter »Liebe«, »Ehe« und »Familie« kennt das Papier nicht; dafür aber »Puppen oder Bilderbücher mit Geschlechtsmerkmalen«. Das sagt alles.

Es geht um die Abschaffung der Scham, um Kampf gegen die Normalität. Erwachsene sind es natürlich, die das »gemeinsame Erforschen des Körpers (sog. ›Doktorspiele‹)« unter den Kindern in Gang setzen müssen. Obendrein wird die Frühsexualisierung als »Prävention von sexuellem Übergriff« verkauft – ein interessantes Angebot für pädophile »Fachkräfte«.So greift man in Wahrheit die elterlichen Werte an und zerstört die tradierten Lebensformen. Das ist totalitär. Für die Kleinen bedeutet es Verwirrung und Überforderung bis hin zum Missbrauch.

Inzwischen wurde der Entwurf, der bis heute (17.11.2016) online abrufbar ist, zurückgezogen – u.a. aufgrund des energischen Protestes von Prof. Manfred Spieker auf kath.net. Zugleich tut die Caritas aber so, als ob das Problem bei den Kritikern läge und nicht bei ihr: »Offensichtlich haben wir durch unseren Konzeptbaustein Irritationen ausgelöst und Diskussionen in Gang gebracht, die nichts mit unserer Intention gemein haben.« Wirklich nicht? Darüber hinaus wirft die Caritas Spieker vor, die Thesen des Papiers »mit einer allgemeinen GenderDiskussion« vermischt zu haben. In Wahrheit war es natürlich umgekehrt; das Gender-Papier stammt von der Caritas und nicht von seinem Kritiker.

Einerseits will die Caritas den Eindruck erwecken, dass es sich eher um ein Kommunikationsproblem gehandelt habe. Andererseits gibt man zu, es sei »klar geworden, dass wir nicht ausschnitthafte fachliche Impulse verfassen können, ohne dezidierte theologische Aussagen, zum christlichen Menschenbild und Bezügen zu kirchlichen Aussagen über Sexualität, Familie und Ehe und zu den Elternrechten«. Verlässlich, beruhigend und überzeugend klingt das alles nicht.

Schließlich war der Berliner Vorfall nicht der erste. Vor zwei Jahren nahm die Deutsche Caritas erst nach Protesten ein Gender-Buch von ihrer Website, in dem stand: »Geschlecht ist keine Eigenschaft eines Individuums, sondern ein Element, das in sozialen Situationen entsteht«. Und gegenwärtig fordert z.B. der Caritasverband der Diözese Köln den »geschärfte[n] Blick mit der ›Genderbrille‹«. Verharmlosend behauptet die Caritas weiterhin, dass das Gender-Thema die Gleichstellung von Mann und Frau sei – während es in Wahrheit um die Nivellierung und Verunsicherung der biologischen Geschlechtsidentität geht.

Das ist Tricksen nach Plan. Widerstand ist also weiterhin notwendig. Auch die Schüler in Bayern und Hessen sind noch lange nicht gerettet. Der Protest darf nicht nachlassen. Gender verwirrt fast jeden. Deshalb brauchen wir noch mehr Aufklärung. Am Ende wird der öffentliche Druck wirken.

Foto: flickr.com/Casey Hugelfink

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Kommentare

  1. Gassenreh sagt:

    Die Überbetonung der Sexualität – der Philosoph HEGEL hat dies einmal ais „geistiges Tierreich“ treffend bezeichnet – erfasst im Erziehungsbereich schon die Kleinsten und Jüngsten (Kita, staatliche Schule).
    Es kann nicht ernst genug genommen werden, was die Vernichtung des Selbstverständnisses von Mann und Frau für Buben und Mädchen bedeutet, die sich gemäß ihren genetischen Vorgaben an Vorbildern entwickeln müssen [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4 und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978- 3-945818-01-5]

    • Andreas sagt:

      „Die Überbetonung der Sexualität – der Philosoph HEGEL hat dies einmal als „geistiges Tierreich“ treffend bezeichnet – erfasst im Erziehungsbereich schon die Kleinsten und Jüngsten (Kita, staatliche Schule).“

      Es ist ja noch schlimmer.
      Selbst im Tierreich wird kein Jungtier vor der Geschlechtsreife, von den erwachsenen Tieren irgendwie genötigt oder gezwungen, sich sexuell zu orientieren oder zu betätigen o.ä. !!

      Das was mit den Kindern in den Schulen und Kitas geschehen soll, könnte man also nicht mal vom Naturschutzgesetz geschützt sehen !

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