In einem gestern veröffentlichten Brief an die Bundeskanzlerin und die neue Familienministerin Köhler sprechen sich 16 Sozialverbände, u.a. der Kinderschutzbund und die GEW, gegen das geplante Betreuungsgeld aus. Das Betreuungsgeld sei “grundsätzlich kontraproduktiv”, es müsse daher aus den Planungen der Regierungskoalition gestrichen werden. Das Geld solle statt dessen in den Ausbau „qualitativ hochwertiger, gebührenfreier und kostengünstiger Ganztagsbetreuungsplätze“ investiert werden, heißt es in dem Schreiben.
Auch den Vorschlag der FDP und Teilen der CDU, das Betreuungsgeld in Form von Gutscheinen auszugeben, lehnen die Unterzeichner ab. Ein Gutscheinmodell würde andeuten, „einkommensarme Eltern könnten nicht verantwortungsbewußt und im Interesse der Kinder haushalten.“
Zudem transportiere das Betreuungsgeld ein überholtes Rollenmodell und setze für Frauen falsche Signale, „nämlich nach der Geburt eines Kindes länger aus ihrer Erwerbstätigkeit auszusteigen“. Damit konterkariere es „die gleichstellungspolitischen, sozialpolitischen und familienpolitischen Ziele, für die sich die Interessenvertretungen seit vielen Jahren einsetzen.“
Unterzeichner des Briefes:
Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF)
Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF)
Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)
Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
Deutscher Frauenrat e.V.
DGB Bundesvorstand, Bereich Gleichstellungs- und Frauenpolitik
Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V. (eaf)
Familienberatungszentrum Balance Berlin e.V.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
IG Metall Vorstand
pro familia Bundesverband e.V.
ver.di Bundesverwaltung, Bereich Frauen- und Gleichstellungspolitik
Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V (VAMV)
Verband binationaler Familien und Partnerschaften, (iaf) e.V.
Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF)
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