Etwa jeder achte Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland nimmt einer Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zufolge Nachhilfe. Die Eltern kostet dies insgesamt zwischen 942 Millionen und knapp 1,5 Milliarden Euro im Jahr. Durchschnittlich geben Eltern 108 Euro jährlich für die außerschulische Weiterbildung ihrer Kinder aus.
Hamburgs und Baden-Württembergs Eltern investieren mit 131 Euro im Jahr am meisten in die Nachhilfe ihrer Sprößlinge. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind es nur 74 Euro.
Dabei sei Nachhilfe schon lange keine Randerscheinung für leistungsschwächere Schüler mehr: „Sie hat sich vielmehr zu einem etablierten, privat finanzierten Unterstützungssystem neben dem öffentlichen Schulsystem entwickelt“, so die Wissenschaftler der Untersuchung.
Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, sieht in der wachsenden Nachfrage nach Nachhilfeunterricht ein deutlichen Ausdruck für die Unzufriedenheit vieler Eltern mit dem derzeitigen Schulsystem: „Sie haben den Eindruck, dass ihre Kinder im Schulunterricht nicht bestmöglich gefördert werden, und Nachhilfe soll diese fehlende individuelle Förderung ausgleichen.“
Quelle: Bertelsmann Stiftung
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