Im August 2013 kommt der Rechtsanspruch auf einen Kinderkrippenplatz für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Die Politik will damit Müttern den raschen (Wieder-)Einstieg in ihr Berufsleben ermöglichen. Aber was bedeutet das für die Kinder? Wie steht es um die Betreuungsqualität in Kinderkrippen? Die Initiative Familienschutz sprach mit Ann-Kathrin F. (Name von der Redaktion geändert), Facherzieherin für Kleinkind-Pädagogik in einer süddeutschen Großstadt, über ihren Alltag in einer deutschen Kinderkrippe, die Bedürfnisse kleiner Kinder und ihre Wünsche an die Politik.

Initiative Familienschutz: Sie sind Erzieherin in einer Kinderkrippe. Vor einiger Zeit haben Sie sich an die Initiative Familienschutz gewandt und die Krippendebatte, insbesondere die Falschinformationen gegenüber den Eltern kritisiert. Was läuft Ihrer Meinung nach verkehrt in der Diskussion?

Ann-Kathrin F.: Falschinformationen sind für mich

  1. dass Kinder, die in eine Krippe gehen, später besser in der Schule sind. Konzentrationsstörungen, persönliche Unsicherheit, Aggressionen, oder Mitläufertum sind nur einige Folgen von mangelnder Zuwendung im Kleinkindalter.
  2. dass die Kinder optimal betreut werden. Welche Mutter von Fünflingen hat genügend Zeit, Belastbarkeit, Zuwendung, gute Ideen, um jedem Kind nach seinen individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden? Im Schnitt teilen sich 5 Kinder eine Erzieherin. Die wenigsten Erzieherinnen haben bereits eine Zusatzqualifikation für Kleinkind-Pädagogik.
  3. dass Migrantenkinder schneller Deutsch lernen und besser integriert werden. Die Muttersprache wird in den ersten 2 Jahren am besten von der Mutter gelernt, wie der Name schon sagt. Außerdem betreuen viele Migrantenfamilien ihre Kinder nach traditionellem Erziehungsmodell, d.h.
    a: Die Mutter bleibt zuhause und versorgt die Familie.
    b: Solche Familien lassen ihre Kinder daheim, weil sie nicht wollen, dass sie von fremden Wertvorstellungen geprägt werden.
  4. dass alle Mütter arbeiten wollen. Ich habe noch in keiner Anmeldung gelesen, dass eine Mama arbeiten will, weil ihr das mehr Erfüllung bringt als das Zusammensein mit ihrem Kind
  5. dass der Staat, unsere Wirtschaft auf die Arbeit der Mütter angewiesen ist. Wie viel Bruttosozialprodukt muss eine Mutter erwirtschaften, und entsprechend Abgaben zahlen, um dem Staat eine monatliche Subvention von mindestens 1000 € wert zu sein?
  6. dass ausgebildete Fachkräfte Kleinkinder besser versorgen als Mütter. Aufgrund des Fachkräftemangels, der auch schon bei Gesetzesbeschluss absehbar war, werden Krankenschwestern, Lehrerinnen, Hausfrauen, Schüler und Studenten beschäftigt. Nach dem Motto: Spielen und Wickeln kann jeder. Fast jede Frau, Mann kann kochen. Hat er/sie dadurch die Qualifikation, als Chefkoch in einem Gourmetrestaurant zu arbeiten, zu erkennen, welche Ernährung für welchen Gast richtig ist, und entsprechende Menü- und Ernährungspläne zu erstellen? Was sind uns unsere Kinder wert?
  7. dass Kinder in der Krippe mehr lernen als Zuhause. Lernpsychologen sagen, dass die Effizienz des Lernens stark von der Beziehung zwischen Lehrer und Lernendem abhängt, sowie auch von einer positiven Lernatmosphäre. Manchmal habe ich den Eindruck, dass unseren Entscheidungsträgern nicht bewusst ist, von welchem Alter sie sprechen: nämlich von Wochen bis 36 Monaten.
  8. Wenn Politiker und Arbeitgeber über Krippenausbau reden, geht es nicht um die Bedürfnisse des Kindes, sondern darum, Mutter/Vater von der Erziehungsarbeit freizustellen, um verlässliche Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben. Das Wort Betreuung klingt dabei sehr verfänglich. Denn in Wirklichkeit wird dann die Erziehungsarbeit der Eltern nicht mehr ergänzt, sondern zunehmend ersetzt, zumindest wenn die Eltern vollbeschäftigt sind.

Sichere Bindung ist die Voraussetzung für Bildung

Initiative Familienschutz: Sie schreiben „Jedes Kind hat ein Recht auf individuelle Bindung, Beziehung und Bildung. „Ja, wir sind ausgebildet und motiviert. Aber unter diesen Bedingungen können wir das nicht leisten“. Was genau meinen Sie damit?

Ann-Kathrin F.: Bildung bedeutet explorieren, neue Wege gehen. Die nachhaltigste Bildung entsteht aus eigenen Erfahrungen. Einfach gesagt: Die kindliche Neugierde lehrt den kleinen Menschen die Gesetze des Lebens und Handelns.

Dazu braucht das Kind einen sicheren Ausgangspunkt, eine sichere Bindung. Wer auf wackeligem Boden steht, wird keine Leiter hinaufsteigen, sondern wird alles tun, um festen Boden unter die Füße zu bekommen, d.h. ein Kind, das keinen sicheren Halt hat, kann sich gar nicht für neue Lerninhalte öffnen, denn es investiert seine ganze Kraft, Sicherheit zu bekommen. Erst dann wird es sich nach neuen Zielen ausstrecken.

Eine sichere Bindung kann nur durch die wachsende Beziehung zu einer festen Bezugsperson entstehen. Das erfordert viel Zeit, Fachkompetenz und Feinfühligkeit, um die Herzenssprache des Kleinstkindes zu verstehen, und ihm auf dieser Ebene zu begegnen. Nicht alle Betreuungskräfte haben das nötige Feingefühl, zu erspüren, welche Bedürfnisse das Kleinkind über Körpersprache, Mimik und Gestik mitteilt. Diese konstante Interaktion mit dieser festen Bezugsperson ist unerlässlich für die Selbstidentifikation des Kleinstkindes. Je jünger ein  Kind ist, desto zuverlässiger muss die Bezugsperson sein, die seine Schritte begleitet und weitere Bildungsangebote anregt. Eine Erzieherin hat bei dem bestehenden Personalschlüssel weder die Zeit, noch genügend Hände für diese ständige Zuwendung. Null bis zweijährige Kinder leben im „Hier“ und „Jetzt“, nicht im „Später“ oder „Warte“, oder „Vielleicht“. Sie sind auf sofortiges Feedback auf ihr Tun angewiesen, weil jedes weitere Handeln entscheidend von der direkten Reaktion der Bezugsperson abhängt.

Dieser Aspekt beeinflusst die Motivation, die spätere Arbeitshaltung und Leistungsbereitschaft, und somit die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft.

Das jedoch kann in Krippen etc. nicht gewährleistet werden.

Initiative Familienschutz: In immer mehr Kinderkrippen können Kinder ab der 8. Lebenswoche bis 3 Jahren von 6:00 bis 20:30 Uhr oder noch länger betreut werden. Wird dieses Angebot, insbesondere die Betreuung bereits weniger Wochen alter Babys, über einen so langen Zeitraum von den Eltern genutzt? Wie groß ist insgesamt die Nachfrage?

Ann-Kathrin F.: Sehr groß, insbesondere in Ballungsgebieten. Die Wartelisten sind oft  mit 200% überbelegt. Schon während der Schwangerschaft  werden Babys auf die Warteliste gesetzt. Wenn eine Mutter voll arbeitet, den Arbeitsweg und evtl. Pause einberechnet, dann ist ihr Kind etwa 10 Stunden in der Einrichtung.

Staat hebelt besonderen Schutz der Familie immer mehr auf

Initiative Familienschutz: Für die Leiterin des Arbeitskreises “Außerfamiliäre Betreuung in der frühen Kindheit” in der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, Ann Kathrin Scheerer, ist der massive Ausbau der Krippen weniger das Ergebnis gestiegener Nachfrage der Eltern, sondern habe vor allem arbeitsmarktpolitische und wirtschaftliche Gründe. Wie sehen Sie das?

Ann-Kathrin F.: Für Eltern aus den neuen Bundesländern ist Krippenerziehung oft selbstverständlich, weil sie es auch so erlebt haben.

Unverheiratete Mütter, (auch manche verheiratete) wollen öfters arbeiten, um nicht von ihrem Partner abhängig zu sein. Dazu kommt die Angst vor Versorgungsengpässen oder Altersarmut, weil der Staat den besonderen Schutz der Familie immer mehr aufhebelt.

Manchen Müttern wird der Verlust des Arbeitsplatzes mehr oder weniger direkt angedeutet. Sie haben Angst vor Mobbing oder Geringschätzung als Heimchen am Herd.

Die vorenthaltenen Sozialversicherungsanwartschaften seitens der Politik ermutigen Mütter auch nicht gerade, die kreativste nachhaltigste Aufgabe ihres Lebens wahrzunehmen, während getrennt lebende Väter Freizeitpapas nach Belieben sein dürfen.

Eine vage Vermutung: Wenn der Staat unter Bildung zunehmend zweckgebundenes Funktionieren hervorhebt und fördert, werden damit auch wesentliche Bestandteile des Menschseins verloren gehen, z.B. Emotionalintelligenz, Individualität, besondere Kompetenzen, Kreativität, Lebenssinn und Lebenswert.

Initiative Familienschutz: Bindungsexperten wie beispielsweise Dr. Rainer Böhm warnen immer wieder vor zu früher Fremdbetreuung. Insbesondere kleine Kinder seien einem enormen Stress ausgesetzt, das hätten Untersuchungen anhand des Stresshormons Cortisol belegt. Welchen Eindruck haben Sie von den Kindern in Ihrer Einrichtung?

Ann-Kathrin F.: Der kindliche Stress äußert sich in verschiedenen Formen.

  • Manche Kinder weichen nicht von der Seite der Erzieherin und werden kaum eigenaktiv, halten sich buchstäblich an Spielzeug oder Ritualen fest, reagieren vorschnell mit Panik, oder heftigem Widerstand. Während der Eingewöhnungszeit (ca. 8 Wochen) ist das normal, doch danach ist das ein klares Zeichen von mangelnder innerer Sicherheit.
  • Die Betreuungszeiten sind oft länger als die Dienstzeit der Bezugserzieherin, d.h. das Kind hat viele wechselnde Ansprechpartner, kommt in eine andere Gruppe zu anderen Kindern und Erziehern, oder hat gar keine Gruppe. Schon sehr früh wird es in ein System gepresst, (Tagesablauf, Verhaltensmuster, Erwartungen, Wertvorstellungen usw.) das für manche Kinder eher hemmend als förderlich ist.
  • Weiteren Stress verursacht das Zusammenleben auf engem Raum. Es gibt zu wenige Rückzugsmöglichkeiten, um ungestört über einer selbst gewählten Aufgabe zu verweilen und daraus zu lernen. Unruhig und verloren laufen sie umher, ohne ein Erfolgserlebnis zu haben. Kinder dürfen nichts kosten Die Schlafmatratzen sind oft so eng nebeneinander, dass man nicht dazwischen sitzen kann, um ein Kind zu trösten.
  • Auch die Garderobenplätze sind auf 20 cm pro Kind genormt. Wie breit ist denn ein Windelpopo? Die Kinder fühlen sich bedrängt und reagieren mit Rückzug oder Aggression. Kleinkinder sehen noch nicht die Bedürfnisse der anderen, nehmen also das Spielzeug, was sie gerade interessiert, und verstehen nicht, warum der andere jetzt weint oder schlägt. Es kommt zum Konflikt, und wenn mit den Konfliktpartnern kein Lösungsweg erarbeitet wird, werden sie auch kein konstruktives Sozialverhalten erlernen
  • Durch das enge Zusammenleben werden Krankheiten sehr leicht übertragen. Es ist altersgemäß, dass Krabbelkinder alles in den Mund nehmen, bzw. sich gegenseitig ins Gesicht oder Mund fassen.
  • Nicht zuletzt spüren Kleinkinder die Stimmung und Anspannung ihrer Eltern, wenn sie unter Zeitdruck ihr Kind aus dem Schlaf holen, um pünktlich am Arbeitsplatz zu sein. Es kommt vor, dass Kinder halbkrank oder mit Fieberzäpfchen in die Einrichtung gebracht werden, weil Mutter oder Vater nicht schon wieder von der Arbeit fehlen können. Auch wir stehen dann im Konflikt zwischen den Bedürfnissen des kranken Kindes, den Verpflichtungen der Eltern und unserer Verantwortung gegenüber allen Kindern. Besonders hart ist es, wenn (meist) die Mutter in der Probezeit ist und Angst hat, ihren Job wegen des Kindes zu verlieren. Das ist leider Alltag.

Initiative Familienschutz: Ab welchem Alter halten Sie die Betreuung des Kindes außerhalb der Familie für sinnvoll und angemessen?

Ann-Kathrin F.: Ich denke, dass die meisten Kinder sich schon sehr früh an einige, wenige, feste, dauerhafte Bezugspersonen gewöhnen können, wenn diese für die Eltern vertrauenswürdig und verlässlich sind. Für ein Baby sollte das höchstens nur stundenweise und immer die gleiche Person sein. Wenn Kinder anfangen zu laufen, fühlen sie sich in Krabbelgruppen wohl, wo die Mama in Reichweite ist. Das Kind kann sich selbstbestimmt lösen, um erste eigene Erfahrungen mit Gleichaltrigen zu sammeln. Mit zwei Jahren können viele Kinder nach einer individuellen Eingewöhnungszeit mehrmals pro Woche für 2-3 Stunden in einer vertrauten Umgebung mit vertrauten Menschen gute Erfahrungen machen und ihren Horizont erweitern. Das ist aber keine Bedingung für eine gute Entwicklung.

Wollen Eltern wirklich anderen überlassen, was für ihre Kinder für wichtig und wertvoll sein soll?

Initiative Familienschutz: Mütter, die ihre Kinder nicht bereits frühzeitig in einer Krippe betreuen lassen, würden ihren Kindern Bildung vorenthalten, so ein immer wiederkehrendes Argument für die frühe außerhäusliche Betreuung. Was meinen Sie dazu?

Ann-Kathrin F.: Wie ein Baum in Kreisen von innen nach außen wächst, groß und stark wird, so entdeckt und entwickelt ein Mensch seinen Lebensraum und Aktionsradius vom unmittelbaren Umfeld Familie hinaus in weitere Beziehungen und Herausforderungen.

Die primären Bildungsaufgaben des Kleinstkindes sind der Erwerb von Emotional- und Körperkompetenz,  und die Fähigkeit, sich mitzuteilen, also Sozialkompetenz. Im Zusammenspiel dieser Kompetenzen entwickelt sich das, was landläufig unter Bildung definiert wird: nämlich die kognitive Intelligenz, also die Fähigkeit, Dinge und Zusammenhänge altersgemäß zu erforschen, verstehen und entsprechend damit umzugehen.

Was lernt der kleine Luis, wenn ich ihm die Tasche aus der Hand nehme und sie selber einpacke, weil er zu langsam ist, und die anderen Kinder schon warten? Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Kleinkindalter beeinflussen das ganze spätere Leben.

Zuhause kann die Mutter/Vater auf die Bedürfnisse des Kindes individuell eingehen: Schlafen, wenn es müde ist, Essen, wenn es hungrig ist. Bilderbuch vorlesen, Türmchen bauen, Schüsseln sortieren…, wenn das Kind seine Neugierde, sein Bildungsbedürfnis signalisiert. Denn dann ist der Lernerfolg auch am effektivsten. Die Pädagogik nennt das Lernfenster. Warum erlernt man eine Fremdsprache am besten in dem betreffenden Land?

Weil man sie dort in einer anregenden Umgebung mit allen Sinnen erlebt und sie gleich sinnvoll anwendet. Das Gleiche erfährt ein Kind, das mit seiner Mama Geschirr in den Schrank räumt oder Wäsche sortiert. Es entdeckt u.a. die Gesetze der Schwerkraft, mathematische Größen, Farben und Formen, fördert seine Handgeschicklichkeit, erweitert seine Sprachfähigkeit durch Begriffe wie hart, weich, biegsam. Es erkennt Sinn und Funktion der Dinge, und bekommt obendrein die wichtigste Anerkennung: Mama ist stolz auf mich – ich habe es gut gemacht. Ich bin wichtig und wertvoll. Wollen Eltern wirklich anderen überlassen, was für ihre Kinder für wichtig und wertvoll sein soll, welche Lebens- und Arbeitshaltung sie erwerben?

Initiative Familienschutz: Was wünschen Sie sich als Krippenerzieherin von der Politik?

Ann-Kathrin F.: Von der Politik wünsche ich mir:

  • Dass Kinder als die wichtigste Investition in unsere Zukunft gesehen werden und nicht als Politikum für die nächste Wahl.
  • Objektive Aufklärung und Information: Was brauchen Kinder, um Gestalter und Leistungsträger unserer zukünftigen Gesellschaft werden zu können?
  • Die Erkenntnis, dass Menschen und insbesondere die Kinder ohne Lobby keine variable Größe sind, die man der Wirtschaft anpassen kann; und schon gar nicht den Zielen Einzelner unter dem Vorwand des Gemeinwohls unterstellt werden dürfen. Schließlich dienen die Arbeit und der damit verbundene Lohn der Erhaltung des Menschen – und nicht der Mensch zur Rechtfertigung von Konzernstrategien.
  • Dass endlich die Leistung von Müttern/Vätern für das Gesamtwohl unserer Gesellschaft geschätzt und honoriert wird. Erziehung und die damit verbundene Prägung ist eine Aufgabe von höchster Kreativität und Nachhaltigkeit für das Gemeinwohl. Das Betreuungsgeld beträgt höchstens ein Zehntel vom Zuschuss für einen Krippenplatz.
  • Echte Wahlfreiheit besteht erst, wenn Mütter ihre Kinder nicht aus finanziellen, bzw. Statusgründen und schon gar nicht aus Angst vor ausgebremster Karriere, Arbeitsplatzverlust, oder Altersarmut in die Krippe geben.

Wenn Kleinkinder, d.h. vor dem dritten Geburtstag, außerhäuslich betreut werden müssen, wünsche ich mir von der Politik:

  • Eine qualifizierte Ausbildung der Fachkräfte, sodass diese den Erziehungs- und Bildungsbedürfnissen von Kleinkindern gerecht werden können.
  • Dass die Leistung der Fachkräfte durch Status und finanzielle Anerkennung gewürdigt und honoriert wird.
  • Dass der Betreuungsschlüssel auf höchstens eins zu drei festgesetzt wird. Bisher gibt es nur schwammige Empfehlungen.
  • Die räumliche und materielle Ausstattung muss sich an den wahren Rechten und  Bedürfnissen der Kinder orientieren und nicht am Budget er Geldgeber.
  • Keine Kita im Keller oder Dachgeschoss! Kinder brauchen Sonne, frische Luft und Natur – Aussicht statt Kunstlicht, Klimaanlage und Indoorspielplatz. Das weiß jede Oma und jeder Kinderarzt.
  • Eltern brauchen ein Recht auf familiengerechte Arbeitszeiten. Schließlich erbringen sie durch ihre Erziehung eine Leistung für den Staat und sollen selber lange leistungsfähig bleiben.

Initiative Familienschutz: Danke für das Gespräch!

Die Fragen stellte Kerstin Schneider.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de


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Kommentare

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17 Kommentare


  1. Maria Salzwedel am 2 April, 2013 14:28

    Vielen Dank für dieses Interview mit einer Person, die sich auskennt. Leider ist in Deutschland eine Art “Kita-Manie” ausgebrochen, und viel zu viele Eltern laufen wie Lemminge hinter den Versprechungen her.
    Wie kann diesem Zeitgeist begegnet werden?!
    Maria Salzwedel

  2. 57-iger am 2 April, 2013 15:56

    wenn wir als Mütter und gut ausgebildete Frauen mit Studium und Beruf es wissen, warum lassen wir dann ohne Widerspruch die jungen Frauen in die Falle laufen. Sollten wir uns nicht schämen wir, die wir im Sog der 68-iger Generation unser Leben auf-/zerbaut haben. Es ist immer ein Partner eifersüchtig, wenn Kinder auf die Welt kommen, auf den Partner, der sich mehr um die Kinder kümmern darf/soll, weil der nur die schöne Zeit im Fokus hat und nicht die zermürbenden Stunden, in denen das Kind weint und man nicht weiß warum, in denen das Kind seinen Trotz auslebt und man mehr oder weniger hilflos davorsteht, wir, die Generation nach den 68-igern haben es zugelassen, dass sich die Gesellschaft eine neue Grundhaltung zulegt: die Frauen können alles, sie können alles besser und sie sind mehr als doppelt so leistungsfähig wie ein Mann. Problemlos bekommen sie Kinder, Haushalt und Beruf unter einen Hut, was heißen da schon die drei großen “K”? Ausbeuten lassen wir uns weiterhin und opfern unsere Kinder gleich mit! Wir, die wir am Ende der 50-iger Jahre geboren wurden, hatten eine weitgehend unbeschwerte Kindheit, unsere Mütter genossen als erste Frauen überhaupt die Wohltat von Staubsauger, Kühlschrank und Waschmaschine… und kaum wurde bemerkt, dass “Hausfrauen” vielleicht keinen 14-16 Stunden Arbeitstag mehr haben, kam die Idee auf, sie sollten doch besser am Erwerbsleben teil”nehmen”, damit sie mindestens wieder auf 12-14 Stunden Arbeitstage kommen. Wer zählt eigentlich die Stunden die Mütter am Tag beschäftigt sind und selbst wenn sie sich die Hausarbeit mit dem Vater teilen, wer zählt dann wieviel Stunden für die Kinder übrigbleiben? Eine vollzeitarbeitende Mutter hat 8 Stunden auf Arbeit zu sein, dazu kommt die Fahrtzeit von und zur Arbeit, und Fahrzeit von und zum Kindergarten, macht in den Großstädten sicherlich an die 10 Stunden, dazu kommt die Zeit für die reine Körperpflege des Kleinkindes und die eigene Köperpflege ca. 1,5 Stunden pro Tag, damit sind wir schon ohne irgendwelche Gedanken an Mahlzeiten, Wohnungsreinigung, Wäsche und notwenidige Einkäufe verschwendet zu haben unter Berücksichtigung von Schlafenszeiten von 8h bei einem Zeitbedarf von 19,5h, rechnen wir noch reine Essenszeiten von 0,5 h pro Mahlzeit hinzu ,sind wir bei 21h, es bleiben noch 3 Stunde pro Tag für die eigentliche Beschäftigung mit dem Kind und den notwendigen Aufgaben im Haushalt,die weiter oben schon genannt wurden. Da darf aber nichts aber auch wirklich nichts in der Familie schiefgehen, keiner darf krank werden, keiner muss zum Arzt, keiner braucht weitere Pflege, niemand muss zu einer Behörde und schließlich: niemand macht eine Steuererklärung, weil die Zeit ist schlicht und ergreifend nicht übrig!!

  3. Haberkorn, Elisabeth am 2 April, 2013 16:28

    Leider stellt sich die praktische Situation für ErzieherInnen und Kleinkinder in der Realität sehr sehr nüchtern dar. Hier werden Menschen wie eine Sache behandelt und für Liebe und Menschlichkeit, die die BetreuerInnen immer noch empfinden wird der Rahmen so unmöglich gestaltet, dass hierfür im wahrsten Sinne des Wortes weder räumlich noch zeitlich Platz ist.
    Für wen ist das gut?
    Ich habe schon mit vielen Menschen – auch jungen Frauen diskuttiert. All die Argumente prallen an ihnen vorbei. Es fehlt jegliches Mitgefühl. Auch diese Realität nehme ich immer mehr wahr und sie lässt ein trauriges und hilfloses Gefühl zurück. Ich bin froh, dass ich dies meinen beiden Töchtern in dieser Form nicht zumuten musste.

  4. Regina Hilsberg am 2 April, 2013 16:41

    Es ist gut, hier einmal eine “Insiderstimme” zu hören, die aus der Erfahrung heraus das bestätigt, was man sich als Krippenskeptiker denkt. Die Beobachtungen von Frau F. decken sich genau mit dem, was ich – aus Neugier – an einem Vormittag in einer Kinderkrippe mitbekommen habe. Die Ansammlung von zwölf unfroh umeinander torkelnder Kleinkinder ist mir als deprimierend in Erinnerung geblieben.
    Leider bleibt auch Frau F. in einem Widerspruch stecken: Sie ist zwar der Meinung, dass es für Kleinkinder besser sei, ihre Tage mit den Eltern zu verbringen, schreibt aber auch: “Das erfordert viel Zeit, Fachkompetenz und Feinfühligkeit, um die Herzenssprache des Kleinstkindes zu verstehen, und ihm auf dieser Ebene zu begegnen. Nicht alle Betreuungskräfte haben das nötige Feingefühl….” Wenn das schon für Fachpersonal gilt – muss dann nicht die Rechtsanwaltsgehilfin oder der Installateur sofort Selbstzweifel entwickeln, wenn sie das eigene Kind betreuen wollen? Ich halte dieses Herumreiten auf der Fachausbildung für höchst problematisch. Zumindest gehört der Hinweis dazu, dass die bei vielen Eltern nicht vorhandene Fachausbildung durch die Kontinuität der Beziehung und vor allem durch die besondere Rolle, die Eltern und Kind füreinander spielen, mehr als wettgemacht wird. Gelebte Liebe, das ist es, was Kleinkinder brauchen – und dafür hat noch keine Hochschule der Welt einen qualifizierenden Studiengang entwickelt. Gelebte Liebe braucht Bedingungen, unter denen sie gedeihen kann. Die sollten wir viel nachdrücklicher fordern als immer bessere Ausbildung von immer mehr Krippenerzieherinnen!

  5. RoyChowdhury, Christa am 2 April, 2013 18:01

    Ich kann nur jedes Wort der Erzieherin Ann-Katrin F. voll und ganz unterstützen. Meine Erfahrungen als Erzieherin in altersgemischten Gruppen und in Krabbelgruppen sind exakt die selben.
    Ich habe sehr den Eindruck, dass zu wenig bekannt ist, von welcher Altersgruppe hier gesprochen wird.
    Wenn ein Kind die soziale Reife für eine kleine Gruppe hat, kann man das deutlich wahrnehmen. Es will dann dahin.
    Die Maßnahmen zur Eingewöhnung zeigen doch schon, wie stressig diese Situation oftmals ist.
    So sehr die Krabbelgruppen ein Segen sind für die jungen Mütter, die darauf angwiesen sind, – aus der Sicht des Kindes ist es immer nur eine Lösung der zweiten Wahl und ein kläglicher Ersatz.

  6. Marlies Wildberg am 2 April, 2013 19:04

    Die stetige Falsch- und Fehlinformation durch Politiker und Medien die Krippenerziehung betreffend und auch die unsägliche Diskriminierung (auch finanziell) von Eltern, die ihre Kleinstkinder selbst erziehen, erfüllt meines Erachtens schon den Straftatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung. Ich als Psychotherapeutin kann die Sichtweise der Erzieherin nur bestätigen! Es müsste einen bundesweiten Aufstand der Eltern geben, damit sich endlich etwas ändert an dieser verlogenen Politik.

  7. Susanne Busch am 2 April, 2013 21:14

    Mir scheint das Interview ein bißchen zu einseitig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eltern tatsächlich meinen eine Krippe würde den Bildungsauftrag besser erfüllen als die eigene Mutter. Auch die anderen Punkte scheinen mir zu naiv gedacht. Aus den eigenen Erfahrungen und Berichten aus dem Bekanntenkreis gibt jede Mutter ihr Kind mit Bauchschmerzen weg, aber es geht manchmal nicht anders.
    Auch das Extrembeispiel 10 Std. Kita finde ich wird oftmals viel zu sehr in den Vordergrund gestellt. Sicher gibt es den Teil der Eltern, die darauf angewiesen sind und auf so einen riesigen Betreuungsaufwand zurückgreifen müssen. Der Löwenanteil bewegt sich jedoch bei Krippen, die von ca. 8 – 13/14/15 Uhr geöffnet sind. Und dann stellen Krippen einen großen Gewinn dar für alle Beteiligten!
    Kinder können mit Kindern spielen – bei Erstgeborenen sehr wichtig. Denn eine Mutter kann nie das Ersetzen, was ein gleichaltriges Kind beim eigenen Kind bewirkt.
    Außerdem erhält die Mutter die Möglichkeit ihrer sozialen Isolation (allein in der häuslichen Umgebung mit Kind den ganzen Tag) für ein paar Stunden zu entfliehen und mit ganz anderen Energien sich wieder dem Kind zu widmen. Ebenso der Austausch der Mutter mit Gleichaltrigen nämlich Arbeitskollegen tut gut, denn die Mutter wird dort als Mensch und nicht nur als Mutter wahrgenommen.
    Diese Punkte sollten in der Debatte nicht vergessen werden, denn sie wirken sich am Ende wieder positiv auf das Kind aus. Ich rede aber natürlich nicht von dem 10-Std-am-Tag-Krippenbetreuungsmodell

    Die Verteufelung der Krippen verunsichert junge Familien nur noch mehr. Die Zeiten ändern sich und wenn Fremdbetreuung notwendig wird, sollte die Energie doch lieber da rein gesteckt werden die Bedingungen für die Kinder in den Krippen zu verbessern (kleine Gruppen, feste Erzieher und ausreichend, Räume mit Rückzugsmöglichkeiten, kindgerechtem Außengelände etc.), statt ständig über die schlechten Einflüsse auf die Kinder zu orakeln. Das soll die im Interview vorgebrachten Argumente nicht beschwichtigen nur dazu ermutigen auch die andere Seite der Medaille realistisch darzustellen.

    Richtig ist, dass Familien endlich besser unterstützt werden müssen in dem Marathon zwischen FAmilie, Beruf, Haushalt und vor allem dem Verständnis beim Arbeitgeber.
    Ich frage mich nur wie das passieren soll in einer Gesellschaft der irgendwann das Verständnis für die Bedürfnisse von Familien abhanden kommt, weil es kaum noch Kinder gibt und de verbleibenden Eltern die Kraft fehlt in diesem Marathon für ihre Rechte zu kämpfen…

  8. Romana Glass am 2 April, 2013 21:49

    Ich war einige Jahre in einer Familie bei sehr kleinen Kindern. Ich habe sie tagsüber betreut, solange die Eltern in der Arbeit waren. Selbst in der vertrauten Umgebung und nur zwei Kinder,
    ein Jahr alt und das andere von Geburt an, waren die Stunden am schwierigsten, wenn es den Kindern nicht gut ging. Es ist für eine Betreuungsperson sehr schwer, herauszufinden, was die Kinder brauchen. Bei der Mutter gibt es den Mutterinstinkt, der normalerweise da ist.
    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Menschen, die selbst keine Bindung aufbauen konnten, sich schwerer tun. Liebe ist fundamental wichtig für uns alle. Ganz besonders für die allerkleinsten und natürlich Beständigkeit. Ich war keine ausgebildete Erzieherin, aber ich habe ein starkes Gefühl des Verstehens entwickelt, das bis heute noch funktioniert, obwohl ich schon seit elf Jahren etwas anderes tue. Auf alle Fälle muss den Erzieherinnen bewusst sein, dass so ein kleines Kind ein kostbarer Schatz ist. Dann wird auch inetwa das Einfühlungsvermögen wachsen. Ich bin dafür, dass die Kinder dort aufwachsen dürfen, wo die Eltern sind.

  9. Dr. Dorothea Böhm am 3 April, 2013 08:42

    Mit Kindererziehung und Altenpflege kann man seinen Lebensunterhalt verdienen, außer, es sind die eigenen Kinder und Eltern. Absurd.

  10. Säugling in der Kindergrippe abgeben | rundertischdgf am 3 April, 2013 08:52

    [...] Was sind uns unsere Kinder wert? Ein Interview mit einer Krippenerzieherin! [...]

  11. Waltraud Kaufmann am 3 April, 2013 13:55

    Danke für diese wichtigen Beiträge!

  12. J.Klee am 4 April, 2013 21:30

    Glücklicherweise kann ich die negativen Erfahrungen die hier zum Teil geschildert werden, nicht teilen – meine beiden Mädels haben sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit im Alter von jeweils 1,5 Jahren immer wohl gefühlt und wir haben mit den liebevollen Erzieherinnen wirklich einen “guten Fang” gemacht. Die vielen guten Erfahrungen gemeinsam mit den Erzieherinnen und im Umgang mit ihren gleichaltrigen Spielgefährten haben sie positiv geprägt und sie in ihrem sozialen Verhalten gestärkt. Sie haben viele Dinge gelernt, die ich ihnen so – allein zu Hause – nicht hätte beibringen können und die ich persönlich selber nicht erlernen konnte (z.B. Durchsetzungsvermögen anderen gegenüber), da ich in der gesamten Kindheit nur zu Hause betreut wurde (keine Krippe, Kita oder Hort), bzw. viel alleine zu Hause war. Die Erzieherinnen hatten zwar neben der Betreuung viele Dinge zu erledigen, die sich auf das Erziehen und Betreuen bezogen (Berichte schreiben u.ä.), aber in der Hauptsache haben sie sich viel Zeit genommen, um mit den Kindern Dinge zu tun, die ich in dieser Menge nie geschafft hätte. Große Hefter, die während dieser Zeit angefertigt wurden, belegen die vielen Stunden, in denen gebastelt, gemalt, gespielt, gesungen, getanzt, gelesen. erzählt, Theater gespielt, Spazieren gegangen, Ausflüge unternommen , Lernprojekte erarbeitet wurden….u.v.m. Neben den vielen Dingen, die zu Hause im Haushalt und auch sonst zu erledigen sind, wäre es mir auch nervlich nicht möglich gewesen, diese Vielfalt zu bieten. Ein normaler Tag zu Hause mit den Kindern bedeutet ( für mich persönlich)letztlich eine größere körperliche und nervliche Anstrengung, als einige Stunden gemeinsam mit Erwachsenen auf Arbeit zu verbringen (zumindest in meinem Beruf). Diese Freiheit, meinen Beruf ausüben zu können, hat mir neben den größeren finanziellen Spielräumen und der materiellen Unabhängigkeit eben auch die nötige Ausgeglichenheit gegeben, die gemeinsame Zeit mit den Kindern viel entspannter und intensiver zu erleben und wahrzunehmen und somit ihnen oft eine bessere Mutter sein zu können, als ich dies wohl gewesen wäre, hätte ich meine Zeit nur zu Hause mit ihnen gemeinsam verbringen müssen. Sicher ist dies natürlich auch von Mensch zu Mensch verschieden und viele würden es vielleicht genießen, nur zu Hause bei den Kindern sein zu können. Aber die Möglichkeit zu haben, sich dafür oder dagegen entscheiden zu können, finde ich sehr gut. Jeder Mensch und jede Mutter ist verschieden. Daher würde ich es begrüßen, wenn in allen Kitas und Krippen die Betreuungsmöglichkeiten so gut ausgebaut werden, dass jede Mutter individuell entscheiden kann, ob sie sich für oder gegen eine Betreuung entscheidet – egal ob aus beruflichen oder anderen persönlichen Gründen – ohne dass sie ein schlechte Gewissen haben muss, weil ihre Kinder nicht genug Aufmerksamkeit durch die Betreuungspersonen bekommen, da diese aus Sparzwängen überfordert sind.

  13. Falschinformationen zu Krippen | Hanniel bloggt. am 6 April, 2013 13:33

    [...] Hier geht es zum engagierten Plädoyer. Posted in: Standpunkt bezogen , Tagged: Familienpolitik [...]

  14. claudia skibitzki am 12 April, 2013 14:12

    Ich stehe auch auf gegen die vergewaltigung der menschlichen Seele.
    Bin Erzieherin und weiß sehr wohl wie entscheidend die ersten Jahre in der Entwicklung eines Kindes sind. Das Kleinkind braucht seine Mutter und die Familie als Ort sich zu entfalten.
    Erst die Mutterbindung , dann die Bildung
    Danke für IHRE Sicht der Familie !!!!!!!!!!!!!!!!

  15. Lara am 17 April, 2013 20:56

    Ich bin auch Erzieherin und ich kann es einfach nicht mehr ertragen, wie die Betreuungssituation bei mir auf Arbeit ist. Wir haben Babygruppen 12 Kinder zwischen 1,5 und 2,5 und keine 2 Minuten um ein Kind zu trösten.Alles läuft nach strengem Zeitplan und die Erzieherinnen in den Babygruppen sind auch noch der Überzeugung (wie unsere Chefin), dass das alles so richtig ist.
    Mir blutet jeden Tag das Herz, wie die Kinder funktionieren sollen…kein in den Arm nehmen, keine Ansprache, keine Zuwendung…alles nur mechanisch abarbeiten, damit man fertig wird und die Eltern auch noch ein toll gemaltes Bild mitnehmen können. Kinder werden im Akkord gewickelt…keine 2 Minuten hat man dafür Zeit…und wehe das Kind macht nicht mit, dann wird halt fester zugepackt und mal so richtig streng gesprochen…nennt sich dann Konsequenz…
    Man sei nur konsequent heißt es auch, wenn die Kleinen ständig warten müssen, sich ständig an den Tisch setzen müssen, ständig leise sein sollen, sofort hören müssen, keine Bewegungsfreiheit haben, ihre Bedürfnisse nicht ernst genommen werden, sie nicht weinen dürfen u.s.w.
    Und genau dieser Blödsinn wird auch den Praktikantinnen beigebracht und wer es wagt offen dagegen anzugehen (auch von den Erzieherinnen) und es nicht so machen möchte, wird gnadenlos entlassen. Man möchte gar keine Erzieherinnen, die das System infrage stellen, denn dann müsste man nach Lösungen suchen, die teuer sind…und wer stellt schon neue Erzieher ein, wenn es doch so auch ganz gut funktioniert…zumindest scheint der schöne Schein so helle…

  16. Mareike am 21 April, 2013 21:27

    Ich bin Mama und ich habe große Angst davor mein Kind mit einem Jahr in die Krippe schicken zu müssen. Mein Mann arbeitet Vollzeit im sozialen Bereich, dennoch reicht das Geld nicht aus, damit ich drei Jahre Zuhause bleiben kann. Das Elterngeld auf zwei Jahre aufteilen, reicht bei uns finanziell einfach nicht. Großeltern, die sich um mein Kind kümmern können, während ich arbeiten gehe, gibt es leider keine. Ich frage mich immer wieder, warum der Staat nicht die Mütter unterstützen kann, die wie ich sehr gerne drei Jahre Zuhause bei ihrem Kind bleiben möchten. Das Betreuungsgeld ist leider viel zu wenig für uns. Ich muss schon sagen, dass ich sehr verzweifelt bin. Ich kann und möchte es nicht akzeptieren, dass mein Kind mit 12 Monaten in die Krippe gehen muss :-(

  17. Anonymous am 23 April, 2013 14:32

    wow ! Endlich mal Leute die in die diesem ganzen Politiker- Medien- Erziehungsgefasel Klartext reden, Erfahrungen und Tatsachen einbringen zum Wohl der Familie .

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