Im August 2013 kommt der Rechtsanspruch auf einen Kinderkrippenplatz für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Die Politik will damit Müttern den raschen (Wieder-)Einstieg in ihr Berufsleben ermöglichen. Aber was bedeutet das für die Kinder? Wie steht es um die Betreuungsqualität in Kinderkrippen? Die Initiative Familienschutz sprach mit Ann-Kathrin F. (Name von der Redaktion geändert), Facherzieherin für Kleinkind-Pädagogik in einer süddeutschen Großstadt, über ihren Alltag in einer deutschen Kinderkrippe, die Bedürfnisse kleiner Kinder und ihre Wünsche an die Politik.

Initiative Familienschutz: Sie sind Erzieherin in einer Kinderkrippe. Vor einiger Zeit haben Sie sich an die Initiative Familienschutz gewandt und die Krippendebatte, insbesondere die Falschinformationen gegenüber den Eltern kritisiert. Was läuft Ihrer Meinung nach verkehrt in der Diskussion?

Ann-Kathrin F.: Falschinformationen sind für mich

  1. dass Kinder, die in eine Krippe gehen, später besser in der Schule sind. Konzentrationsstörungen, persönliche Unsicherheit, Aggressionen, oder Mitläufertum sind nur einige Folgen von mangelnder Zuwendung im Kleinkindalter.
  2. dass die Kinder optimal betreut werden. Welche Mutter von Fünflingen hat genügend Zeit, Belastbarkeit, Zuwendung, gute Ideen, um jedem Kind nach seinen individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden? Im Schnitt teilen sich 5 Kinder eine Erzieherin. Die wenigsten Erzieherinnen haben bereits eine Zusatzqualifikation für Kleinkind-Pädagogik.
  3. dass Migrantenkinder schneller Deutsch lernen und besser integriert werden. Die Muttersprache wird in den ersten 2 Jahren am besten von der Mutter gelernt, wie der Name schon sagt. Außerdem betreuen viele Migrantenfamilien ihre Kinder nach traditionellem Erziehungsmodell, d.h.
    a: Die Mutter bleibt zuhause und versorgt die Familie.
    b: Solche Familien lassen ihre Kinder daheim, weil sie nicht wollen, dass sie von fremden Wertvorstellungen geprägt werden.
  4. dass alle Mütter arbeiten wollen. Ich habe noch in keiner Anmeldung gelesen, dass eine Mama arbeiten will, weil ihr das mehr Erfüllung bringt als das Zusammensein mit ihrem Kind
  5. dass der Staat, unsere Wirtschaft auf die Arbeit der Mütter angewiesen ist. Wie viel Bruttosozialprodukt muss eine Mutter erwirtschaften, und entsprechend Abgaben zahlen, um dem Staat eine monatliche Subvention von mindestens 1000 € wert zu sein?
  6. dass ausgebildete Fachkräfte Kleinkinder besser versorgen als Mütter. Aufgrund des Fachkräftemangels, der auch schon bei Gesetzesbeschluss absehbar war, werden Krankenschwestern, Lehrerinnen, Hausfrauen, Schüler und Studenten beschäftigt. Nach dem Motto: Spielen und Wickeln kann jeder. Fast jede Frau, Mann kann kochen. Hat er/sie dadurch die Qualifikation, als Chefkoch in einem Gourmetrestaurant zu arbeiten, zu erkennen, welche Ernährung für welchen Gast richtig ist, und entsprechende Menü- und Ernährungspläne zu erstellen? Was sind uns unsere Kinder wert?
  7. dass Kinder in der Krippe mehr lernen als Zuhause. Lernpsychologen sagen, dass die Effizienz des Lernens stark von der Beziehung zwischen Lehrer und Lernendem abhängt, sowie auch von einer positiven Lernatmosphäre. Manchmal habe ich den Eindruck, dass unseren Entscheidungsträgern nicht bewusst ist, von welchem Alter sie sprechen: nämlich von Wochen bis 36 Monaten.
  8. Wenn Politiker und Arbeitgeber über Krippenausbau reden, geht es nicht um die Bedürfnisse des Kindes, sondern darum, Mutter/Vater von der Erziehungsarbeit freizustellen, um verlässliche Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben. Das Wort Betreuung klingt dabei sehr verfänglich. Denn in Wirklichkeit wird dann die Erziehungsarbeit der Eltern nicht mehr ergänzt, sondern zunehmend ersetzt, zumindest wenn die Eltern vollbeschäftigt sind.

Sichere Bindung ist die Voraussetzung für Bildung

Initiative Familienschutz: Sie schreiben „Jedes Kind hat ein Recht auf individuelle Bindung, Beziehung und Bildung. „Ja, wir sind ausgebildet und motiviert. Aber unter diesen Bedingungen können wir das nicht leisten“. Was genau meinen Sie damit?

Ann-Kathrin F.: Bildung bedeutet explorieren, neue Wege gehen. Die nachhaltigste Bildung entsteht aus eigenen Erfahrungen. Einfach gesagt: Die kindliche Neugierde lehrt den kleinen Menschen die Gesetze des Lebens und Handelns.

Dazu braucht das Kind einen sicheren Ausgangspunkt, eine sichere Bindung. Wer auf wackeligem Boden steht, wird keine Leiter hinaufsteigen, sondern wird alles tun, um festen Boden unter die Füße zu bekommen, d.h. ein Kind, das keinen sicheren Halt hat, kann sich gar nicht für neue Lerninhalte öffnen, denn es investiert seine ganze Kraft, Sicherheit zu bekommen. Erst dann wird es sich nach neuen Zielen ausstrecken.

Eine sichere Bindung kann nur durch die wachsende Beziehung zu einer festen Bezugsperson entstehen. Das erfordert viel Zeit, Fachkompetenz und Feinfühligkeit, um die Herzenssprache des Kleinstkindes zu verstehen, und ihm auf dieser Ebene zu begegnen. Nicht alle Betreuungskräfte haben das nötige Feingefühl, zu erspüren, welche Bedürfnisse das Kleinkind über Körpersprache, Mimik und Gestik mitteilt. Diese konstante Interaktion mit dieser festen Bezugsperson ist unerlässlich für die Selbstidentifikation des Kleinstkindes. Je jünger ein  Kind ist, desto zuverlässiger muss die Bezugsperson sein, die seine Schritte begleitet und weitere Bildungsangebote anregt. Eine Erzieherin hat bei dem bestehenden Personalschlüssel weder die Zeit, noch genügend Hände für diese ständige Zuwendung. Null bis zweijährige Kinder leben im „Hier“ und „Jetzt“, nicht im „Später“ oder „Warte“, oder „Vielleicht“. Sie sind auf sofortiges Feedback auf ihr Tun angewiesen, weil jedes weitere Handeln entscheidend von der direkten Reaktion der Bezugsperson abhängt.

Dieser Aspekt beeinflusst die Motivation, die spätere Arbeitshaltung und Leistungsbereitschaft, und somit die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft.

Das jedoch kann in Krippen etc. nicht gewährleistet werden.

Initiative Familienschutz: In immer mehr Kinderkrippen können Kinder ab der 8. Lebenswoche bis 3 Jahren von 6:00 bis 20:30 Uhr oder noch länger betreut werden. Wird dieses Angebot, insbesondere die Betreuung bereits weniger Wochen alter Babys, über einen so langen Zeitraum von den Eltern genutzt? Wie groß ist insgesamt die Nachfrage?

Ann-Kathrin F.: Sehr groß, insbesondere in Ballungsgebieten. Die Wartelisten sind oft  mit 200% überbelegt. Schon während der Schwangerschaft  werden Babys auf die Warteliste gesetzt. Wenn eine Mutter voll arbeitet, den Arbeitsweg und evtl. Pause einberechnet, dann ist ihr Kind etwa 10 Stunden in der Einrichtung.

Staat hebelt besonderen Schutz der Familie immer mehr auf

Initiative Familienschutz: Für die Leiterin des Arbeitskreises “Außerfamiliäre Betreuung in der frühen Kindheit” in der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, Ann Kathrin Scheerer, ist der massive Ausbau der Krippen weniger das Ergebnis gestiegener Nachfrage der Eltern, sondern habe vor allem arbeitsmarktpolitische und wirtschaftliche Gründe. Wie sehen Sie das?

Ann-Kathrin F.: Für Eltern aus den neuen Bundesländern ist Krippenerziehung oft selbstverständlich, weil sie es auch so erlebt haben.

Unverheiratete Mütter, (auch manche verheiratete) wollen öfters arbeiten, um nicht von ihrem Partner abhängig zu sein. Dazu kommt die Angst vor Versorgungsengpässen oder Altersarmut, weil der Staat den besonderen Schutz der Familie immer mehr aufhebelt.

Manchen Müttern wird der Verlust des Arbeitsplatzes mehr oder weniger direkt angedeutet. Sie haben Angst vor Mobbing oder Geringschätzung als Heimchen am Herd.

Die vorenthaltenen Sozialversicherungsanwartschaften seitens der Politik ermutigen Mütter auch nicht gerade, die kreativste nachhaltigste Aufgabe ihres Lebens wahrzunehmen, während getrennt lebende Väter Freizeitpapas nach Belieben sein dürfen.

Eine vage Vermutung: Wenn der Staat unter Bildung zunehmend zweckgebundenes Funktionieren hervorhebt und fördert, werden damit auch wesentliche Bestandteile des Menschseins verloren gehen, z.B. Emotionalintelligenz, Individualität, besondere Kompetenzen, Kreativität, Lebenssinn und Lebenswert.

Initiative Familienschutz: Bindungsexperten wie beispielsweise Dr. Rainer Böhm warnen immer wieder vor zu früher Fremdbetreuung. Insbesondere kleine Kinder seien einem enormen Stress ausgesetzt, das hätten Untersuchungen anhand des Stresshormons Cortisol belegt. Welchen Eindruck haben Sie von den Kindern in Ihrer Einrichtung?

Ann-Kathrin F.: Der kindliche Stress äußert sich in verschiedenen Formen.

  • Manche Kinder weichen nicht von der Seite der Erzieherin und werden kaum eigenaktiv, halten sich buchstäblich an Spielzeug oder Ritualen fest, reagieren vorschnell mit Panik, oder heftigem Widerstand. Während der Eingewöhnungszeit (ca. 8 Wochen) ist das normal, doch danach ist das ein klares Zeichen von mangelnder innerer Sicherheit.
  • Die Betreuungszeiten sind oft länger als die Dienstzeit der Bezugserzieherin, d.h. das Kind hat viele wechselnde Ansprechpartner, kommt in eine andere Gruppe zu anderen Kindern und Erziehern, oder hat gar keine Gruppe. Schon sehr früh wird es in ein System gepresst, (Tagesablauf, Verhaltensmuster, Erwartungen, Wertvorstellungen usw.) das für manche Kinder eher hemmend als förderlich ist.
  • Weiteren Stress verursacht das Zusammenleben auf engem Raum. Es gibt zu wenige Rückzugsmöglichkeiten, um ungestört über einer selbst gewählten Aufgabe zu verweilen und daraus zu lernen. Unruhig und verloren laufen sie umher, ohne ein Erfolgserlebnis zu haben. Kinder dürfen nichts kosten Die Schlafmatratzen sind oft so eng nebeneinander, dass man nicht dazwischen sitzen kann, um ein Kind zu trösten.
  • Auch die Garderobenplätze sind auf 20 cm pro Kind genormt. Wie breit ist denn ein Windelpopo? Die Kinder fühlen sich bedrängt und reagieren mit Rückzug oder Aggression. Kleinkinder sehen noch nicht die Bedürfnisse der anderen, nehmen also das Spielzeug, was sie gerade interessiert, und verstehen nicht, warum der andere jetzt weint oder schlägt. Es kommt zum Konflikt, und wenn mit den Konfliktpartnern kein Lösungsweg erarbeitet wird, werden sie auch kein konstruktives Sozialverhalten erlernen
  • Durch das enge Zusammenleben werden Krankheiten sehr leicht übertragen. Es ist altersgemäß, dass Krabbelkinder alles in den Mund nehmen, bzw. sich gegenseitig ins Gesicht oder Mund fassen.
  • Nicht zuletzt spüren Kleinkinder die Stimmung und Anspannung ihrer Eltern, wenn sie unter Zeitdruck ihr Kind aus dem Schlaf holen, um pünktlich am Arbeitsplatz zu sein. Es kommt vor, dass Kinder halbkrank oder mit Fieberzäpfchen in die Einrichtung gebracht werden, weil Mutter oder Vater nicht schon wieder von der Arbeit fehlen können. Auch wir stehen dann im Konflikt zwischen den Bedürfnissen des kranken Kindes, den Verpflichtungen der Eltern und unserer Verantwortung gegenüber allen Kindern. Besonders hart ist es, wenn (meist) die Mutter in der Probezeit ist und Angst hat, ihren Job wegen des Kindes zu verlieren. Das ist leider Alltag.

Initiative Familienschutz: Ab welchem Alter halten Sie die Betreuung des Kindes außerhalb der Familie für sinnvoll und angemessen?

Ann-Kathrin F.: Ich denke, dass die meisten Kinder sich schon sehr früh an einige, wenige, feste, dauerhafte Bezugspersonen gewöhnen können, wenn diese für die Eltern vertrauenswürdig und verlässlich sind. Für ein Baby sollte das höchstens nur stundenweise und immer die gleiche Person sein. Wenn Kinder anfangen zu laufen, fühlen sie sich in Krabbelgruppen wohl, wo die Mama in Reichweite ist. Das Kind kann sich selbstbestimmt lösen, um erste eigene Erfahrungen mit Gleichaltrigen zu sammeln. Mit zwei Jahren können viele Kinder nach einer individuellen Eingewöhnungszeit mehrmals pro Woche für 2-3 Stunden in einer vertrauten Umgebung mit vertrauten Menschen gute Erfahrungen machen und ihren Horizont erweitern. Das ist aber keine Bedingung für eine gute Entwicklung.

Wollen Eltern wirklich anderen überlassen, was für ihre Kinder für wichtig und wertvoll sein soll?

Initiative Familienschutz: Mütter, die ihre Kinder nicht bereits frühzeitig in einer Krippe betreuen lassen, würden ihren Kindern Bildung vorenthalten, so ein immer wiederkehrendes Argument für die frühe außerhäusliche Betreuung. Was meinen Sie dazu?

Ann-Kathrin F.: Wie ein Baum in Kreisen von innen nach außen wächst, groß und stark wird, so entdeckt und entwickelt ein Mensch seinen Lebensraum und Aktionsradius vom unmittelbaren Umfeld Familie hinaus in weitere Beziehungen und Herausforderungen.

Die primären Bildungsaufgaben des Kleinstkindes sind der Erwerb von Emotional- und Körperkompetenz,  und die Fähigkeit, sich mitzuteilen, also Sozialkompetenz. Im Zusammenspiel dieser Kompetenzen entwickelt sich das, was landläufig unter Bildung definiert wird: nämlich die kognitive Intelligenz, also die Fähigkeit, Dinge und Zusammenhänge altersgemäß zu erforschen, verstehen und entsprechend damit umzugehen.

Was lernt der kleine Luis, wenn ich ihm die Tasche aus der Hand nehme und sie selber einpacke, weil er zu langsam ist, und die anderen Kinder schon warten? Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Kleinkindalter beeinflussen das ganze spätere Leben.

Zuhause kann die Mutter/Vater auf die Bedürfnisse des Kindes individuell eingehen: Schlafen, wenn es müde ist, Essen, wenn es hungrig ist. Bilderbuch vorlesen, Türmchen bauen, Schüsseln sortieren…, wenn das Kind seine Neugierde, sein Bildungsbedürfnis signalisiert. Denn dann ist der Lernerfolg auch am effektivsten. Die Pädagogik nennt das Lernfenster. Warum erlernt man eine Fremdsprache am besten in dem betreffenden Land?

Weil man sie dort in einer anregenden Umgebung mit allen Sinnen erlebt und sie gleich sinnvoll anwendet. Das Gleiche erfährt ein Kind, das mit seiner Mama Geschirr in den Schrank räumt oder Wäsche sortiert. Es entdeckt u.a. die Gesetze der Schwerkraft, mathematische Größen, Farben und Formen, fördert seine Handgeschicklichkeit, erweitert seine Sprachfähigkeit durch Begriffe wie hart, weich, biegsam. Es erkennt Sinn und Funktion der Dinge, und bekommt obendrein die wichtigste Anerkennung: Mama ist stolz auf mich – ich habe es gut gemacht. Ich bin wichtig und wertvoll. Wollen Eltern wirklich anderen überlassen, was für ihre Kinder für wichtig und wertvoll sein soll, welche Lebens- und Arbeitshaltung sie erwerben?

Initiative Familienschutz: Was wünschen Sie sich als Krippenerzieherin von der Politik?

Ann-Kathrin F.: Von der Politik wünsche ich mir:

  • Dass Kinder als die wichtigste Investition in unsere Zukunft gesehen werden und nicht als Politikum für die nächste Wahl.
  • Objektive Aufklärung und Information: Was brauchen Kinder, um Gestalter und Leistungsträger unserer zukünftigen Gesellschaft werden zu können?
  • Die Erkenntnis, dass Menschen und insbesondere die Kinder ohne Lobby keine variable Größe sind, die man der Wirtschaft anpassen kann; und schon gar nicht den Zielen Einzelner unter dem Vorwand des Gemeinwohls unterstellt werden dürfen. Schließlich dienen die Arbeit und der damit verbundene Lohn der Erhaltung des Menschen – und nicht der Mensch zur Rechtfertigung von Konzernstrategien.
  • Dass endlich die Leistung von Müttern/Vätern für das Gesamtwohl unserer Gesellschaft geschätzt und honoriert wird. Erziehung und die damit verbundene Prägung ist eine Aufgabe von höchster Kreativität und Nachhaltigkeit für das Gemeinwohl. Das Betreuungsgeld beträgt höchstens ein Zehntel vom Zuschuss für einen Krippenplatz.
  • Echte Wahlfreiheit besteht erst, wenn Mütter ihre Kinder nicht aus finanziellen, bzw. Statusgründen und schon gar nicht aus Angst vor ausgebremster Karriere, Arbeitsplatzverlust, oder Altersarmut in die Krippe geben.

Wenn Kleinkinder, d.h. vor dem dritten Geburtstag, außerhäuslich betreut werden müssen, wünsche ich mir von der Politik:

  • Eine qualifizierte Ausbildung der Fachkräfte, sodass diese den Erziehungs- und Bildungsbedürfnissen von Kleinkindern gerecht werden können.
  • Dass die Leistung der Fachkräfte durch Status und finanzielle Anerkennung gewürdigt und honoriert wird.
  • Dass der Betreuungsschlüssel auf höchstens eins zu drei festgesetzt wird. Bisher gibt es nur schwammige Empfehlungen.
  • Die räumliche und materielle Ausstattung muss sich an den wahren Rechten und  Bedürfnissen der Kinder orientieren und nicht am Budget er Geldgeber.
  • Keine Kita im Keller oder Dachgeschoss! Kinder brauchen Sonne, frische Luft und Natur – Aussicht statt Kunstlicht, Klimaanlage und Indoorspielplatz. Das weiß jede Oma und jeder Kinderarzt.
  • Eltern brauchen ein Recht auf familiengerechte Arbeitszeiten. Schließlich erbringen sie durch ihre Erziehung eine Leistung für den Staat und sollen selber lange leistungsfähig bleiben.

Initiative Familienschutz: Danke für das Gespräch!

Die Fragen stellte Kerstin Schneider.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de


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Kommentare

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17 Kommentare


  1. Maria Salzwedel am 2 April, 2013 14:28

    Vielen Dank für dieses Interview mit einer Person, die sich auskennt. Leider ist in Deutschland eine Art „Kita-Manie“ ausgebrochen, und viel zu viele Eltern laufen wie Lemminge hinter den Versprechungen her.
    Wie kann diesem Zeitgeist begegnet werden?!
    Maria Salzwedel

  2. 57-iger am 2 April, 2013 15:56

    wenn wir als Mütter und gut ausgebildete Frauen mit Studium und Beruf es wissen, warum lassen wir dann ohne Widerspruch die jungen Frauen in die Falle laufen. Sollten wir uns nicht schämen wir, die wir im Sog der 68-iger Generation unser Leben auf-/zerbaut haben. Es ist immer ein Partner eifersüchtig, wenn Kinder auf die Welt kommen, auf den Partner, der sich mehr um die Kinder kümmern darf/soll, weil der nur die schöne Zeit im Fokus hat und nicht die zermürbenden Stunden, in denen das Kind weint und man nicht weiß warum, in denen das Kind seinen Trotz auslebt und man mehr oder weniger hilflos davorsteht, wir, die Generation nach den 68-igern haben es zugelassen, dass sich die Gesellschaft eine neue Grundhaltung zulegt: die Frauen können alles, sie können alles besser und sie sind mehr als doppelt so leistungsfähig wie ein Mann. Problemlos bekommen sie Kinder, Haushalt und Beruf unter einen Hut, was heißen da schon die drei großen „K“? Ausbeuten lassen wir uns weiterhin und opfern unsere Kinder gleich mit! Wir, die wir am Ende der 50-iger Jahre geboren wurden, hatten eine weitgehend unbeschwerte Kindheit, unsere Mütter genossen als erste Frauen überhaupt die Wohltat von Staubsauger, Kühlschrank und Waschmaschine… und kaum wurde bemerkt, dass „Hausfrauen“ vielleicht keinen 14-16 Stunden Arbeitstag mehr haben, kam die Idee auf, sie sollten doch besser am Erwerbsleben teil“nehmen“, damit sie mindestens wieder auf 12-14 Stunden Arbeitstage kommen. Wer zählt eigentlich die Stunden die Mütter am Tag beschäftigt sind und selbst wenn sie sich die Hausarbeit mit dem Vater teilen, wer zählt dann wieviel Stunden für die Kinder übrigbleiben? Eine vollzeitarbeitende Mutter hat 8 Stunden auf Arbeit zu sein, dazu kommt die Fahrtzeit von und zur Arbeit, und Fahrzeit von und zum Kindergarten, macht in den Großstädten sicherlich an die 10 Stunden, dazu kommt die Zeit für die reine Körperpflege des Kleinkindes und die eigene Köperpflege ca. 1,5 Stunden pro Tag, damit sind wir schon ohne irgendwelche Gedanken an Mahlzeiten, Wohnungsreinigung, Wäsche und notwenidige Einkäufe verschwendet zu haben unter Berücksichtigung von Schlafenszeiten von 8h bei einem Zeitbedarf von 19,5h, rechnen wir noch reine Essenszeiten von 0,5 h pro Mahlzeit hinzu ,sind wir bei 21h, es bleiben noch 3 Stunde pro Tag für die eigentliche Beschäftigung mit dem Kind und den notwendigen Aufgaben im Haushalt,die weiter oben schon genannt wurden. Da darf aber nichts aber auch wirklich nichts in der Familie schiefgehen, keiner darf krank werden, keiner muss zum Arzt, keiner braucht weitere Pflege, niemand muss zu einer Behörde und schließlich: niemand macht eine Steuererklärung, weil die Zeit ist schlicht und ergreifend nicht übrig!!

  3. Haberkorn, Elisabeth am 2 April, 2013 16:28

    Leider stellt sich die praktische Situation für ErzieherInnen und Kleinkinder in der Realität sehr sehr nüchtern dar. Hier werden Menschen wie eine Sache behandelt und für Liebe und Menschlichkeit, die die BetreuerInnen immer noch empfinden wird der Rahmen so unmöglich gestaltet, dass hierfür im wahrsten Sinne des Wortes weder räumlich noch zeitlich Platz ist.
    Für wen ist das gut?
    Ich habe schon mit vielen Menschen – auch jungen Frauen diskuttiert. All die Argumente prallen an ihnen vorbei. Es fehlt jegliches Mitgefühl. Auch diese Realität nehme ich immer mehr wahr und sie lässt ein trauriges und hilfloses Gefühl zurück. Ich bin froh, dass ich dies meinen beiden Töchtern in dieser Form nicht zumuten musste.

  4. Regina Hilsberg am 2 April, 2013 16:41

    Es ist gut, hier einmal eine „Insiderstimme“ zu hören, die aus der Erfahrung heraus das bestätigt, was man sich als Krippenskeptiker denkt. Die Beobachtungen von Frau F. decken sich genau mit dem, was ich – aus Neugier – an einem Vormittag in einer Kinderkrippe mitbekommen habe. Die Ansammlung von zwölf unfroh umeinander torkelnder Kleinkinder ist mir als deprimierend in Erinnerung geblieben.
    Leider bleibt auch Frau F. in einem Widerspruch stecken: Sie ist zwar der Meinung, dass es für Kleinkinder besser sei, ihre Tage mit den Eltern zu verbringen, schreibt aber auch: „Das erfordert viel Zeit, Fachkompetenz und Feinfühligkeit, um die Herzenssprache des Kleinstkindes zu verstehen, und ihm auf dieser Ebene zu begegnen. Nicht alle Betreuungskräfte haben das nötige Feingefühl….“ Wenn das schon für Fachpersonal gilt – muss dann nicht die Rechtsanwaltsgehilfin oder der Installateur sofort Selbstzweifel entwickeln, wenn sie das eigene Kind betreuen wollen? Ich halte dieses Herumreiten auf der Fachausbildung für höchst problematisch. Zumindest gehört der Hinweis dazu, dass die bei vielen Eltern nicht vorhandene Fachausbildung durch die Kontinuität der Beziehung und vor allem durch die besondere Rolle, die Eltern und Kind füreinander spielen, mehr als wettgemacht wird. Gelebte Liebe, das ist es, was Kleinkinder brauchen – und dafür hat noch keine Hochschule der Welt einen qualifizierenden Studiengang entwickelt. Gelebte Liebe braucht Bedingungen, unter denen sie gedeihen kann. Die sollten wir viel nachdrücklicher fordern als immer bessere Ausbildung von immer mehr Krippenerzieherinnen!

  5. RoyChowdhury, Christa am 2 April, 2013 18:01

    Ich kann nur jedes Wort der Erzieherin Ann-Katrin F. voll und ganz unterstützen. Meine Erfahrungen als Erzieherin in altersgemischten Gruppen und in Krabbelgruppen sind exakt die selben.
    Ich habe sehr den Eindruck, dass zu wenig bekannt ist, von welcher Altersgruppe hier gesprochen wird.
    Wenn ein Kind die soziale Reife für eine kleine Gruppe hat, kann man das deutlich wahrnehmen. Es will dann dahin.
    Die Maßnahmen zur Eingewöhnung zeigen doch schon, wie stressig diese Situation oftmals ist.
    So sehr die Krabbelgruppen ein Segen sind für die jungen Mütter, die darauf angwiesen sind, – aus der Sicht des Kindes ist es immer nur eine Lösung der zweiten Wahl und ein kläglicher Ersatz.

  6. Marlies Wildberg am 2 April, 2013 19:04

    Die stetige Falsch- und Fehlinformation durch Politiker und Medien die Krippenerziehung betreffend und auch die unsägliche Diskriminierung (auch finanziell) von Eltern, die ihre Kleinstkinder selbst erziehen, erfüllt meines Erachtens schon den Straftatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung. Ich als Psychotherapeutin kann die Sichtweise der Erzieherin nur bestätigen! Es müsste einen bundesweiten Aufstand der Eltern geben, damit sich endlich etwas ändert an dieser verlogenen Politik.

  7. Susanne Busch am 2 April, 2013 21:14

    Mir scheint das Interview ein bißchen zu einseitig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eltern tatsächlich meinen eine Krippe würde den Bildungsauftrag besser erfüllen als die eigene Mutter. Auch die anderen Punkte scheinen mir zu naiv gedacht. Aus den eigenen Erfahrungen und Berichten aus dem Bekanntenkreis gibt jede Mutter ihr Kind mit Bauchschmerzen weg, aber es geht manchmal nicht anders.
    Auch das Extrembeispiel 10 Std. Kita finde ich wird oftmals viel zu sehr in den Vordergrund gestellt. Sicher gibt es den Teil der Eltern, die darauf angewiesen sind und auf so einen riesigen Betreuungsaufwand zurückgreifen müssen. Der Löwenanteil bewegt sich jedoch bei Krippen, die von ca. 8 – 13/14/15 Uhr geöffnet sind. Und dann stellen Krippen einen großen Gewinn dar für alle Beteiligten!
    Kinder können mit Kindern spielen – bei Erstgeborenen sehr wichtig. Denn eine Mutter kann nie das Ersetzen, was ein gleichaltriges Kind beim eigenen Kind bewirkt.
    Außerdem erhält die Mutter die Möglichkeit ihrer sozialen Isolation (allein in der häuslichen Umgebung mit Kind den ganzen Tag) für ein paar Stunden zu entfliehen und mit ganz anderen Energien sich wieder dem Kind zu widmen. Ebenso der Austausch der Mutter mit Gleichaltrigen nämlich Arbeitskollegen tut gut, denn die Mutter wird dort als Mensch und nicht nur als Mutter wahrgenommen.
    Diese Punkte sollten in der Debatte nicht vergessen werden, denn sie wirken sich am Ende wieder positiv auf das Kind aus. Ich rede aber natürlich nicht von dem 10-Std-am-Tag-Krippenbetreuungsmodell

    Die Verteufelung der Krippen verunsichert junge Familien nur noch mehr. Die Zeiten ändern sich und wenn Fremdbetreuung notwendig wird, sollte die Energie doch lieber da rein gesteckt werden die Bedingungen für die Kinder in den Krippen zu verbessern (kleine Gruppen, feste Erzieher und ausreichend, Räume mit Rückzugsmöglichkeiten, kindgerechtem Außengelände etc.), statt ständig über die schlechten Einflüsse auf die Kinder zu orakeln. Das soll die im Interview vorgebrachten Argumente nicht beschwichtigen nur dazu ermutigen auch die andere Seite der Medaille realistisch darzustellen.

    Richtig ist, dass Familien endlich besser unterstützt werden müssen in dem Marathon zwischen FAmilie, Beruf, Haushalt und vor allem dem Verständnis beim Arbeitgeber.
    Ich frage mich nur wie das passieren soll in einer Gesellschaft der irgendwann das Verständnis für die Bedürfnisse von Familien abhanden kommt, weil es kaum noch Kinder gibt und de verbleibenden Eltern die Kraft fehlt in diesem Marathon für ihre Rechte zu kämpfen…

  8. Romana Glass am 2 April, 2013 21:49

    Ich war einige Jahre in einer Familie bei sehr kleinen Kindern. Ich habe sie tagsüber betreut, solange die Eltern in der Arbeit waren. Selbst in der vertrauten Umgebung und nur zwei Kinder,
    ein Jahr alt und das andere von Geburt an, waren die Stunden am schwierigsten, wenn es den Kindern nicht gut ging. Es ist für eine Betreuungsperson sehr schwer, herauszufinden, was die Kinder brauchen. Bei der Mutter gibt es den Mutterinstinkt, der normalerweise da ist.
    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Menschen, die selbst keine Bindung aufbauen konnten, sich schwerer tun. Liebe ist fundamental wichtig für uns alle. Ganz besonders für die allerkleinsten und natürlich Beständigkeit. Ich war keine ausgebildete Erzieherin, aber ich habe ein starkes Gefühl des Verstehens entwickelt, das bis heute noch funktioniert, obwohl ich schon seit elf Jahren etwas anderes tue. Auf alle Fälle muss den Erzieherinnen bewusst sein, dass so ein kleines Kind ein kostbarer Schatz ist. Dann wird auch inetwa das Einfühlungsvermögen wachsen. Ich bin dafür, dass die Kinder dort aufwachsen dürfen, wo die Eltern sind.

  9. Dr. Dorothea Böhm am 3 April, 2013 08:42

    Mit Kindererziehung und Altenpflege kann man seinen Lebensunterhalt verdienen, außer, es sind die eigenen Kinder und Eltern. Absurd.

  10. Säugling in der Kindergrippe abgeben | rundertischdgf am 3 April, 2013 08:52

    […] Was sind uns unsere Kinder wert? Ein Interview mit einer Krippenerzieherin! […]

  11. Waltraud Kaufmann am 3 April, 2013 13:55

    Danke für diese wichtigen Beiträge!

  12. J.Klee am 4 April, 2013 21:30

    Glücklicherweise kann ich die negativen Erfahrungen die hier zum Teil geschildert werden, nicht teilen – meine beiden Mädels haben sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit im Alter von jeweils 1,5 Jahren immer wohl gefühlt und wir haben mit den liebevollen Erzieherinnen wirklich einen „guten Fang“ gemacht. Die vielen guten Erfahrungen gemeinsam mit den Erzieherinnen und im Umgang mit ihren gleichaltrigen Spielgefährten haben sie positiv geprägt und sie in ihrem sozialen Verhalten gestärkt. Sie haben viele Dinge gelernt, die ich ihnen so – allein zu Hause – nicht hätte beibringen können und die ich persönlich selber nicht erlernen konnte (z.B. Durchsetzungsvermögen anderen gegenüber), da ich in der gesamten Kindheit nur zu Hause betreut wurde (keine Krippe, Kita oder Hort), bzw. viel alleine zu Hause war. Die Erzieherinnen hatten zwar neben der Betreuung viele Dinge zu erledigen, die sich auf das Erziehen und Betreuen bezogen (Berichte schreiben u.ä.), aber in der Hauptsache haben sie sich viel Zeit genommen, um mit den Kindern Dinge zu tun, die ich in dieser Menge nie geschafft hätte. Große Hefter, die während dieser Zeit angefertigt wurden, belegen die vielen Stunden, in denen gebastelt, gemalt, gespielt, gesungen, getanzt, gelesen. erzählt, Theater gespielt, Spazieren gegangen, Ausflüge unternommen , Lernprojekte erarbeitet wurden….u.v.m. Neben den vielen Dingen, die zu Hause im Haushalt und auch sonst zu erledigen sind, wäre es mir auch nervlich nicht möglich gewesen, diese Vielfalt zu bieten. Ein normaler Tag zu Hause mit den Kindern bedeutet ( für mich persönlich)letztlich eine größere körperliche und nervliche Anstrengung, als einige Stunden gemeinsam mit Erwachsenen auf Arbeit zu verbringen (zumindest in meinem Beruf). Diese Freiheit, meinen Beruf ausüben zu können, hat mir neben den größeren finanziellen Spielräumen und der materiellen Unabhängigkeit eben auch die nötige Ausgeglichenheit gegeben, die gemeinsame Zeit mit den Kindern viel entspannter und intensiver zu erleben und wahrzunehmen und somit ihnen oft eine bessere Mutter sein zu können, als ich dies wohl gewesen wäre, hätte ich meine Zeit nur zu Hause mit ihnen gemeinsam verbringen müssen. Sicher ist dies natürlich auch von Mensch zu Mensch verschieden und viele würden es vielleicht genießen, nur zu Hause bei den Kindern sein zu können. Aber die Möglichkeit zu haben, sich dafür oder dagegen entscheiden zu können, finde ich sehr gut. Jeder Mensch und jede Mutter ist verschieden. Daher würde ich es begrüßen, wenn in allen Kitas und Krippen die Betreuungsmöglichkeiten so gut ausgebaut werden, dass jede Mutter individuell entscheiden kann, ob sie sich für oder gegen eine Betreuung entscheidet – egal ob aus beruflichen oder anderen persönlichen Gründen – ohne dass sie ein schlechte Gewissen haben muss, weil ihre Kinder nicht genug Aufmerksamkeit durch die Betreuungspersonen bekommen, da diese aus Sparzwängen überfordert sind.

  13. Falschinformationen zu Krippen | Hanniel bloggt. am 6 April, 2013 13:33

    […] Hier geht es zum engagierten Plädoyer. Posted in: Standpunkt bezogen , Tagged: Familienpolitik […]

  14. claudia skibitzki am 12 April, 2013 14:12

    Ich stehe auch auf gegen die vergewaltigung der menschlichen Seele.
    Bin Erzieherin und weiß sehr wohl wie entscheidend die ersten Jahre in der Entwicklung eines Kindes sind. Das Kleinkind braucht seine Mutter und die Familie als Ort sich zu entfalten.
    Erst die Mutterbindung , dann die Bildung
    Danke für IHRE Sicht der Familie !!!!!!!!!!!!!!!!

  15. Lara am 17 April, 2013 20:56

    Ich bin auch Erzieherin und ich kann es einfach nicht mehr ertragen, wie die Betreuungssituation bei mir auf Arbeit ist. Wir haben Babygruppen 12 Kinder zwischen 1,5 und 2,5 und keine 2 Minuten um ein Kind zu trösten.Alles läuft nach strengem Zeitplan und die Erzieherinnen in den Babygruppen sind auch noch der Überzeugung (wie unsere Chefin), dass das alles so richtig ist.
    Mir blutet jeden Tag das Herz, wie die Kinder funktionieren sollen…kein in den Arm nehmen, keine Ansprache, keine Zuwendung…alles nur mechanisch abarbeiten, damit man fertig wird und die Eltern auch noch ein toll gemaltes Bild mitnehmen können. Kinder werden im Akkord gewickelt…keine 2 Minuten hat man dafür Zeit…und wehe das Kind macht nicht mit, dann wird halt fester zugepackt und mal so richtig streng gesprochen…nennt sich dann Konsequenz…
    Man sei nur konsequent heißt es auch, wenn die Kleinen ständig warten müssen, sich ständig an den Tisch setzen müssen, ständig leise sein sollen, sofort hören müssen, keine Bewegungsfreiheit haben, ihre Bedürfnisse nicht ernst genommen werden, sie nicht weinen dürfen u.s.w.
    Und genau dieser Blödsinn wird auch den Praktikantinnen beigebracht und wer es wagt offen dagegen anzugehen (auch von den Erzieherinnen) und es nicht so machen möchte, wird gnadenlos entlassen. Man möchte gar keine Erzieherinnen, die das System infrage stellen, denn dann müsste man nach Lösungen suchen, die teuer sind…und wer stellt schon neue Erzieher ein, wenn es doch so auch ganz gut funktioniert…zumindest scheint der schöne Schein so helle…

  16. Mareike am 21 April, 2013 21:27

    Ich bin Mama und ich habe große Angst davor mein Kind mit einem Jahr in die Krippe schicken zu müssen. Mein Mann arbeitet Vollzeit im sozialen Bereich, dennoch reicht das Geld nicht aus, damit ich drei Jahre Zuhause bleiben kann. Das Elterngeld auf zwei Jahre aufteilen, reicht bei uns finanziell einfach nicht. Großeltern, die sich um mein Kind kümmern können, während ich arbeiten gehe, gibt es leider keine. Ich frage mich immer wieder, warum der Staat nicht die Mütter unterstützen kann, die wie ich sehr gerne drei Jahre Zuhause bei ihrem Kind bleiben möchten. Das Betreuungsgeld ist leider viel zu wenig für uns. Ich muss schon sagen, dass ich sehr verzweifelt bin. Ich kann und möchte es nicht akzeptieren, dass mein Kind mit 12 Monaten in die Krippe gehen muss :-(

  17. Anonymous am 23 April, 2013 14:32

    wow ! Endlich mal Leute die in die diesem ganzen Politiker- Medien- Erziehungsgefasel Klartext reden, Erfahrungen und Tatsachen einbringen zum Wohl der Familie .

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    Die Familie - das Fundament unserer Gesellschaft - ist heute in vielfältiger Weise existenziell bedroht. Recht und Freiheit der Familie, die im Naturrecht begründet sind, finden nicht mehr die selbstverständliche Achtung, die ihnen zukommen.

    Unser Grundgesetz stellt in Artikel 6 fest: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht." Desungeachtet laufen immer mehr politische Entscheidungen dieser Schutzgarantie zuwider.

    Die Familienschutzbewegung hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, für die Familie einzustehen, sie in einem breiten Bürgerbündnis zu verteidigen, wo sie offenen oder versteckten Angriffen ausgesetzt ist und sie in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern und zu stärken.












    Ohne Grenzen bleiben wir allein

    Vor 900 Zuhörern sammelte ein Symposium der »Demo für alle« in Stuttgart wissenschaftliche Fakten und Argumente gegen Gender Mainstreaming und Frühsexualisierung. Das Ergebnis ist eindeutig: Das Konzept ist nicht zu halten. Der folgende Bericht von Andreas Lombard erscheint zuerst auf freiewelt.net

    Dreierlei hat das Symposium  gezeigt. Erstens: Stuttgart mausert sich zur Hochburg des Widerstands gegen Gender. Zweitens: Dieser Widerstand wächst. Drittens: Die Gender-Lobby ist nicht in der Lage, ihre Anhänger zu mobilisieren – wenn sie denn überhaupt welche hat. Eigentlich hatten die Veranstalter statt der durchweg genderkritischen Tagung einen fairen Austausch mit der Gegenseite geplant. Dass es dazu nicht kam, war den zwar eingeladenen, aber nicht erschienenen Gender-Vordenkern zuzuschreiben, von denen der Kieler Pädagoge Uwe Sielert es sich nicht nehmen ließ, dem zweifellos kurzfristig anberaumten Symposium seine Wissenschaftlichkeit abzusprechen. Bei Gender hört offenbar nicht nur der Spaß auf, sondern auch die Kollegialität. Ein Gender-Vertreter diskutiert nicht. Insofern war es nicht verwunderlich, dass sich sogar die Geschäftsleitung der Liederhalle gegen vielfältige Ansinnen hatte wehren müssen, den Mietvertrag mit den Veranstaltern zu kündigen.

    Die beliebtestes Lebensform heißt Familie

    Auch zwei Demonstrationen gegen das Symposium wurden angekündigt. Zu sehen war vor dem Tagungsgebäude am grauen Samstagmorgen aber nur ein mitleiderregendes Häuflein versprengter Protestler. Irgendjemand drückte einigen Teilnehmern eine zur vermeintlich offiziellen Tagungsbroschüre umfrisierte Publikation über sexuelle Vielfalt aus dem Hause der baden-württembergischen Familienministerin Katrin Altpeter in die Hand, die ebenfalls eingeladen worden war, aber nicht erschien. Schlappe Aktivisten empörten sich via Facebook darüber, dass schon früh um halb neun Einlass war. Verständlich ist das, denn es wird vermutlich immer anstrengender, für Gender zu sein, je mehr sich diese Ideologie auf die »heteronormative« Liebe von Mann und Frau und auf die natürliche Familiengründung einschießt – auf jenes »Lebensmodell«, das die breite Mehrheit aller Menschen nach wie vor als den Inbegriff irdischen Glücks oder wenigstens seines wahrscheinlichsten Hortes ansieht. Der teure Unsinn staatlicher Umerziehung kommt noch dazu: Der Berliner Senat gibt 800.000 Euro Steuergeld allein dafür aus, das Studentenwerk in »Studierendenwerk« umzubenennen (nachzulesen hier).

    Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen – vermutlich auch dann, wenn er es sich in den Kopf gesetzt hat, Gender-Gegner zu bekämpfen. Im Normalfall wollen wir uns weder, wie die Gender-Pionierin Judith Butler behauptet, »als Einzelne« sexuell »verorten«, noch täte uns das auf Dauer gut. Sexualität ist ein zwischenmenschliches Geschehen. Wer die Kultivierung der Sexualität unterbinden und zum Gegenstand reiner Selbstverwirklichung machen will, beraubt sie ihrer wahren Natur. Mann und Frau können sich der »Zwangsheterosexualität« (Butler), wenn diesen »Zwang« denn gäbe, vielleicht sogar entziehen. Unklar bleibt aber, welchen Nutzen sie davon hätten und wie es ihnen danach gelingen sollte, nicht in die Falle irgendeiner anderen, im Zweifelsfall kinderlosen »Zwangsnormativität« zu tappen.

    Immerhin gibt es die hausgemachten Paradoxien des Gender Mainstreaming. Dazu gehört zum Beispiel, dass dort, wo die Postulate dieser Ideologie zu greifen beginnen, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht kleiner, sondern größer werden. In Norwegen, so der Neurowissenschaftler Raphael M. Bonelli (Wien), wollen die Frauen wieder vermehrt Krankenschwestern werden und die Männer Häuser bauen. Je größer die Freiheit, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen das tun, was ihnen von Natur aus Spaß macht. In Indien sieht die Sache anders aus. Dort wenden sich Frauen Beschäftigungen zu, die vor allem Geld bringen. Die emanzipatorischen Tagesbefehle dringen also weder dort durch, wo die Menschen machen können, was sie wollen, noch dort, wo ihnen die nackte Not ihr Handeln diktiert. Ihre natürlichen Bedürfnisse sind in beiden Fällen stärker als Sozialisation und Kultur. Eindeutige Studien gibt es mehr als genug. Schon am ersten Tag ihres Lebens, so Bonelli, schauen Jungs lieber auf ein Mobile und Mädchen lieber in ein menschliches Gesicht.

    Gender Mainstreaming wissenschaftlich unhaltbar

    Ausgesprochen souverän und unterhaltsam entfaltete Bonelli (hier auf youtube) die vielen Unterschiede zwischen Männern und Frauen hinsichtlich Muskelkraft, physischer Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Blutwerten, Körpergröße, Lebenserwartung, Gehirnstruktur, seelischen bzw. psychopathologischen Auffälligkeiten und vielen anderen Kennwerten, um daraus den Schluss zu ziehen: »Der ›kleine‹ Unterschied ist ziemlich groß.« Die angebliche soziale Konstruiertheit geschlechtlicher Unterschiede, immerhin die Kernthese des Gender Mainstreaming, ist medizinisch, biologisch und psychologisch unhaltbar. Der Evolutionsbiologe Axel Meyer (Konstanz), der seine Teilnahme so kurzfristig abgesagt hatte, dass man sich unwillkürlich fragte, ob da vielleicht jemand Druck ausgeübt habe, hätte dieses Ergebnis gewiss bestätigt. Ebenso sein aus Termingründen leider verhinderter, aber mit einem Grußwort vertretene Kollege Ulrich Kutschera (Kassel). Die Zuhörer merkten spürbar auf, als Kutschera, dessen Buch Das Gender-Paradoxon im Frühjahr erscheinen soll (Vorabdruck hier), eine energische mediale Initiative gegen Gender Mainstreaming ankündigte, damit die Biologie nicht in die Sozialwissenschaften abgedrängt und als ein weiteres Phänomen »sozialer Konstruktion« für irrelevant erklärt wird. Denn genau das scheint einer der nächsten wissenschaftspolitischen Schritte im Kampf gegen die traditionelle Familie zu sein.

    »Gender« als sexistische Perspektive

    Steht der Gender-Debatte ein heißer Frühling bevor? Verdient hätte sie es, und die Initiative Familien-Schutz wird das Ihre dazu beitragen. Gender ist nichts anderes als ein sinnloser Kampf gegen die Windmühlenflügel nüchterner biologischer Realitäten. Diese müssen mit negativen Zuschreibungen erst versehen werden, damit sie als jene »sexistische Phantasmen« verleumdet werden können, die es vor Gender noch gar nicht gab. Höchstselbst führt die Gender-Theorie in das bis dahin leidlich gut funktionierende Geschlechtergebaren jenen »Sexismus« erst ein, den sie dann umso gründlicher auskehren will – ein klarer Fall von Projektion mit eingebautem Therapieauftrag sozusagen. Bonelli lieferte folgendes Beispiel: Seit Simone de Beauvoires Diktum aus dem Jahre 1949, man werde nicht als Frau geboren, »sondern dazu gemacht«, läuft der von Feminismus und Gendertheorie massiv befeuerte Minderwertigkeitskomplex der Frau nolens volens auf den absurden, nun aber wirklich sexistischen Irrglauben hinaus, dass die Frau eine Art minderwertiger Mann sei. Paradoxerweise schien die Rettung darin zu liegen, genauso zu werden wie das feindliche Wesen, das die Frau an ihrem Selbstsein hinderte. Ergänzen ließe sich, dass die Fiktion homosexeller Fruchtbarkeit, die neuerdings von den Medien im Verein mit der Reproduktionsmedizin genährt wird, auf eine  Rückkehr des Klapperstorchs hinausläuft. Die wahre Herkunft der Kinder muss wieder verschleiert werden.

    Die dekretierte Gleichheit der Geschlechter kann praktisch gar nicht anders erreicht werden als über eine Vermännlichung der Frau und eine Verweiblichung des Mannes, was logischerweise nicht auf Angleichung, sondern auf Rollentausch hinausläuft. Die biologische Identität der Geschlechter mag noch so hartnäckig als »Biologismus« (Butler) verteufelt werden; davon verschwindet sie einfach nicht. Sie wird nur von einer Verwirrung überlagert, die mehr Probleme schafft als löst: »Eine große Zahl der Paare, die ich betreue,« so Bonelli, »leidet darunter, dass die Frau ihre Weiblichkeit nicht entdeckt hat und der Mann nicht seine Männlichkeit.« Auch wenn die Bundesärztekammer derzeit die gentechnischen Labors dazu bewegen will, eine dritte Geschlechtskategorie einzuführen, wie der Sozialethiker Manfred Spieker (Osnabrück) berichtete, gibt es einfach keine echten Mischwesen. Gebürtige Zwitter sind und bleiben extrem seltene und unvollkommene Realisierungen des einen oder des anderen Geschlechts.

    Die dreifache Kastration der Sexualität

    Es gehört eben zu den seltsamen Paradoxien unserer Zeit, also keineswegs nur der in Baden-Württemberg regierenden Grünen, dass die Industrialisierung der Landschaft mit Solaranlagen und Windrädern besorgt wird. Ebenso rücksichtslos, wie man im Namen des Naturschutzes ganze Kulturlandschaften verspargelt, kämpft man mit notorischer Verachtung für die »Ökologie des Menschen« im Namen eines ursprünglichen, zu verwirklichenden »Selbst« gegen jedwede zweigeschlechtliche Kultiviertheit, um schließlich die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung durch Gender Mainstreaming nach Kräften zu unterstützen. Wenn das Stuttgarter Symposium etwas überdeutlich zeigte, dann die dreifache Kastration der Sexualität durch Gender-Mainstreaming. Diese Ideologie raubt ihr durch Fixierung auf die Bedürfnisse des Einzelnen (erstens) nicht nur ihre zwischenmenschliche Dimension, sondern (zweitens) auch ihre produktive, zeugende Funktion. Da eine um sich selbst kreisende Sexualität zu süchtigen und selbstsüchtigen, wenn nicht dämonischen  Exzessen neigt, wird (drittens) auch diese Dimension der Sexualität durch Gender geleugnet.

    Im Kontrast dazu eröffnete die Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Heiligenkreuz) ausgesprochen erfrischend die Stuttgarter Tagung mit einem anthropologisch und kulturgeschichtlich interessierten »Blick von außen«. Sie deutete die Ehe von Mann und Frau als einen »sakralen Vollzug«, der besonders im Hinduismus, wo es den ausgeprägten westlichen Individualismus nicht gibt, kultisch und religiös mit Weltschöpfung und Welterhaltung einhergehe. Als »Anschaulichkeit der innersten Struktur« sei die Polarität von Mann und Frau mit dem Geheimnis des ganzen Daseins aufs Innigste verbunden: »Wenn Mann und Frau versagen, versagt einfach alles.«

    Anthropologie der Spannung

    Die Polarität der Geschlechter erweist sich als lebensnotwendige Komplementarität. Ganz gleich, ob es um die Kaiserin von China oder die gemeine Märchenprinzessin geht, die im Angesicht des bereits erschöpften, halbtoten Helden eine Forderung auf die andere türmt (gleichwohl nie zu viele): Auch wenn die Frau, scheinbar zu passiv-erwartender Untätigkeit verurteilt, die kraftvolle Tätigkeit des Mannes »nur« fordert, ist sie auf den zweiten Blick in ihrer gesamten Existenz »basal«. Sie ist das Leben. Aber damit dieses Leben weitergeht, muss sie zu sich selbst kommen, was sie allein nicht kann, und dazu muss der Mann sie erobern. So kommt auch er zu sich selbst, was er alleine nicht kann. Wie Adam, der »Erdling«, muss der Mann die Frau beim Namen nennen, er muss »ihr Rätsel lösen« und sie erkennen, damit ihre Potenz sich entfaltet. Die Frau ist dabei keineswegs passiv; sie hat jederzeit die Fäden in der Hand, denn sie definiert »die Höhe der erotischen Beziehung«. (Gerl-Falkovitz)

    Wenn die Frau neuerdings ihrerseits beginnt, aggressiv um den Mann zu werben, ist das nur ein Indiz für die verwirrende »Unterbestimmung der Geschlechter«, die uns laut Gerl-Falkovitz heute so belastet und das weibliche Risiko dramatisch erhöht, nicht erkannt zu werden. Das Kinderwunschzentrum hat höchstens Trostpflaster im Angebot. Noch dazu bleibt auch dort die Abhängigkeit von der geschlechtlichen Komplementarität gewahrt. Sie wird nur verschleiert, wenn zwei Homosexuelle von den Medien als Eltern »ihres« Kindes verkauft werden. Im Vergleich zur »ewigen« Aufgabe der Ehe, die Unergründlichkeit des anderen zu ergründen, bleiben, so Gerl-Falkovitz, sonstige geschlechtliche und sexuelle Bezüge »unterkomplex«. Es mag sie geben, aber sie haben nicht denselben Rang. Wer sich in den manifest Anderen »hineinverliert«, wer die oft auch befremdliche Differenz aushält und die Spannung erträgt, auch gegen den eigenen Widerstand, wer sich herausfordern und vielleicht auch verwunden lässt – der beweist einen größeren Mut als derjenige, der dem eigenen Geschlecht begegnet. Kein Leben ohne Spannung und Widerspruch: »Ja und Nein zusammen ist eine schlechte Theologie«, zitierte Gerl-Falkovitz Shakespeares König Lear, und fügte hinzu: »Aber eine gute Anthropologie.«

    Mann und Frau sind »ein Werk durch den anderen«

    Martin Bubers »Am Du gewinnt sich das Ich« oder Goethes grammatikalisch nicht ganz korrekter Aphorismus »Du bist mein, und nun ist das Meine meiner als jemals« könnten gegen das nihilistische Zentrum von Gender Mainstreaming formuliert worden sein, wo man von dem einzig fruchtbaren Geschlechtermodell namens »Schloss und Schlüssel« nichts mehr wissen will, nichts von der israelitischen Liebesgemeinschaft in Gott selbst (die Gerl-Falkovitz als einen historischen »Quantensprung« bezeichnet), nichts von Platons Kugelmenschen, den der Faden des Zeus in zwei fortan sehnsüchtig aufeinander verwiesene Hälften trennte, nichts von der großen Aufforderung Hildegards von Bingen, der Mensch sei »ein Werk durch den anderen«.

    Gewiss, die Liebe ist gefährlich. Es kommt zu tiefsten Verletzungen, wenn die Begegnung nicht gelingt. Diese Gefahr kann uns niemand nehmen. Wer aber die Ehe aus lauter Angst vor dem Misslingen zerstört, jenes dreistufige Sakrament, das seit den Tagen der Genesis in der Welt ist – erstens das »Nur-Du« (die Ausschließlichkeit), zweitens das »Du-für-Immer« (die Unauflöslichkeit) und drittens das »Von-Dir-ein-Kind« (die Weitergabe des Lebens) –, der  versagt sich die Chance aller menschlichen Kultur, »den Saum der göttlich-erotischen Erfahrung zu berühren«, der verbaut sich die Sicht auf die Gegenwart Gottes in der Geschichte. Der gerät in die noch viel gefährlichere Nähe zum Egozentrismus des Aktes, zur »Lust der Tiere«, die gemäß Thomas von Aquin gleich neben der »Lust der Engel« wohnt, der macht Bekanntschaft mit der trennenden Kraft der Sexualität, der bloßen Begegnung der Unterleiber (als »Makulatur« bezeichnet sie Gerl-Falkovitz), kurz, der nähert sich jener Lebensweise an, wo der eine den anderen nur so weit an sich heranlässt, wie er ihn brauchen kann: »Es ist heute leichter, mit jemandem zu schlafen als ihn nach seinem Namen zu fragen.« (Botho Strauß)

    Das Leben als Gabe

    Die Frage lautet also, ob wir das Leben als »Habe« verbrauchen oder als »Gabe« erkennen und annehmen. Ob wir bereit sind, in der Beziehung zum anderen uns selbst zu geben, also »arm, gehorsam, fügsam« zu werden, wie es bei Paulus (1 Kor. 7) heißt. Da wir »kein Luftballon sind, der sich selbst aufbläst«, so eine wichtige Konklusion Gerl-Falkovitz’, sei heute die katholische Kirche (nicht zuletzt dank Papst Johannes Paul II. und seiner Rehabilitation des Leibes) die Verteidigerin desselben: Anwalt der »Leibbestimmtheit des Geschlechts«. Der Andere, der Fruchtbare, der Lockende ist am Ende kein geringerer als Gott selbst.

    Nach diesem Eröffnungsvortrag lag die Latte hoch. Aber nur von solcher Höhe herab konnten die Niederungen des Gender Mainstreaming und der schulischen Frühsexualisierung in ihrer ganzen Bedrohlichkeit ausgemessen werden, konnte sich das Stuttgarter Publikum für seinen offenkundig kämpferischen Widerstandswillen rüsten lassen. Jedenfalls ließ der Erfolg der nachfolgenden Redner darauf schließen, dass dergleichen Zurüstung wirklich geschah. Der Germanist und Gymnasiallehrer Thomas Kubelik (Melk) führte eindrucksvoll die semantischen und grammatikalischen Absurditäten der gendergerechten Sprachverhunzung und des »Alice-Schwarzer-Opfer-Feminismus« vor. Der Sexualwissenschaftler Jakob Pastötter (München), entfaltete die unwissenschaftlichen Prämissen der aktuellen Sexualerziehung. Einerseits isoliert sie die »sexuelle Lust« von ihren dunklen Seiten und von allen sonstigen Lebensvollzügen, andererseits soll diese Lust Intellekt, Gefühle und Körper der Kinder »ganzheitlich« ansprechen, wodurch ihnen Vorbehalte und Rückzüge unmöglich gemacht werden. Schon damit drohe die wohlmeinende Frühsexualisierung missbräuchlich und totalitär zu werden. Der Irrglaube, es gäbe eine Art Sexualität »an sich«, führt früher oder später auch zur Pornografie. Die Lebenserfahrung sagt aber etwas anderes und bestätigt die Ausführungen von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: »Die meisten Menschen empfinden Grenzen in der Sexualität als befreiend.« Und: »Wo es keine Grenzen gibt, stehe ich allein.« (Pastötter)

    Die Fremden lieben! Aber nicht das andere, »fremde« Geschlecht

    Es ging aber noch tiefer hinab in die Niederungen der politisch-ideologischen und längst auch administrativen Gender-Bewegung, die einen seltsamen gesellschaftlichen Widerspruch offenbart: Sexuell bedient Gender Mainstreaming eine Art Heterophobie, eine Angst vor dem anderen, zunächst fremden Geschlecht, während die Zuwanderungspolitik mit ihrer abstrakten, ebenfalls staatlich verordneten Heterophilie den Eindruck erweckt, die kulturelle Herkunft und die Identität des westlichen bzw. europäischen Gemeinwesens hätte nichts nötiger als eine Art »Abnordung« (im Gegensatz zum nationalsozialistischen Programm der rassischen »Aufnordung«), als sei die immer mehr Unsicherheit und Gewalt hervorbringende Begegnung mit dem Anderen des demografischen Rätsels einzige Lösung .

    Als Ersatzredner für den ferngebliebenen Axel Meyer trat Manfred Spieker auf, der mit der Kurzfassung seines soeben in zweiter Auflage nachgedruckten Buches Gender Mainstreaming in Deutschland die Zuhörer beinahe zu stehenden Ovationen hingerissen hätte. In vier Schritten führte diese Ideologie seit der Weltfrauenkonferenz in Peking (1995) und der europäischen Umsetzung ihrer demokratisch nicht legitimierten Beschlüsse zu entsprechenden Maßnahmen in Deutschland: Erstens wurde Gender Mainstreaming 1999 »Querschnittaufgabe« aller Bundesministerien, also in Verwaltung und Gesetzgebung. Zweitens folgte 2001 das Bundesgesetz für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Drittens betrachtet die neue Familien- und Krippenpolitik seit 2006 die Familie nicht mehr als eine organisches Gefüge, sondern nur noch als eine Anhäufung von Personen mit je individuellen Rechten. Und viertens begann 2003 die Verpflichtung der Schulen  die Verpflichtung der Schulen auf die »Sexualpädagogik der Vielfalt« (mehr von Manfred Spieker lesen Sie hier). Die damit verbundene Förderung homosexueller Lebensweisen ist als »subversiver Protest« (Uwe Sielert) direkt gegen die Ehe von Mann und Frau und ihren angeblich privilegierten Status gerichtet. »Serielle Monogamie« und Patchworkfamilien werden staatlicherseits normativ gestärkt, um Sexualität und Familie zu »entnaturalisieren« und alle Formen von »Generativität« als gleichwertig erscheinen zu lassen und das, obwohl eine einschlägige kanadische Studie kürzlich bewiesen hat, dass Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen, in ihrer Entwicklung erkennbar benachteiligt sind: »Vater und Mutter sind nicht gegenseitig substituierbar«, so Manfred Spieker.

    Gender-Lobby agiert wie König Heinrich VIII.

    »Diversity Mainstreaming und schulische Frühsexualisierung mit ihren Aktionsplänen gegen »Homophobie« sollen dagegen schon dem Nachwuchs beibringen, dass es nichts als »gleichwertige« Ausdrucksformen menschlicher Sexualität gäbe. Der pathologische Befund von ehedem verschwindet nicht aus der Welt, sondern wird kurzerhand an die homophoben Gegner dieses Konzepts adressiert. Mit seinem Urteil zur Hinterbliebenenversorgung im öffentlichen Dienst von 2009 ersetzte sogar das Bundesverfassungsgericht den besonderen Schutz von Ehe und Familie (also der Weitergabe des Lebens) durch das Gebot, sexuelle Minderheiten gleich zu behandeln – nach Josef Isensee »ein grobes Fehlurteil, mit dem die Richter nicht der Verfassung, sondern dem Zeitgeist folgten«. Seitdem benehme sich die Gender-Lobby, so Spieker, wie der englische König Heinrich VIII., der seinen Lordkanzler Thomas Morus und den Bischof von Rochester hinrichten ließ, als sie seine maßgeschneiderten illegitimen Heirats- und Thronfolgegesetze nicht anerkennen wollten. Ihr Schweigen genügte ihm nicht.

    Die wachsenden Bemühungen, die Leihmutterschaft auch in Deutschland zu legalisieren, zeigen, so Spieker, dass die Ersetzung des (geheiligten) Leibes durch den nur noch funktionierenden Körper auf gnostische Wurzeln zurückgehe, wonach der Mensch einem »eingesperrten Gott« gleicht, der mit Hilfe von Gender Mainstreaming sich selbst ermächtig und seinem vermeintlichen Gefängnis entkommt. Mit dem Versprechen ihrer Überwindung bedroht Gender Mainstreaming, wie die Salzburger Erklärung 2015 feststellte, nichts weniger als die menschliche Geschöpflichkeit selbst.

    Anmaßung oder Demut, so lautet die andere Frage: Der Psychotherapeut  Raphael M. Bonelli weiß aus der leidvollen Erfahrung seiner Patienten zu berichten, dass ohne die Anerkennung von Wahrheit und Wirklichkeit Heilung nicht möglich ist. Den Philosophen Josef Pieper zitierte er mit den Worten: »Demut gründet darin, dass der Mensch sich so einschätzt, wie es der Wahrheit entspricht.« Das erschreckende Schicksal eines David Reimers, der im Rahmen eines ärztlichen Experiments von einem Jungen in ein Mädchen verwandelt wurde und sich mit 38 Jahren völlig verzweifelt das Leben nahm, jene gewaltsame Geschlechtsumwandlung also, die trotz ihres katastrophalen Ausgangs von Alice Schwarzer Alice 1975 in ihrem Buch Der kleine Unterschied als Musterbeispiel für den »aufklärenden Auftrag der Forschung« dargestellt wurde, brachte Bonelli als Beispiel für die notorische Hybris vor, die mit dem Gender-Denken einhergeht.

    Gefühle allein machen nicht glücklich

    Das gängige Gegenargument, dass es im Falle freiwilliger oder »konsensualer« Entscheidungen keine Probleme gäbe, räumte Bonelli ebenfalls vom Tisch, am deutlichsten mit seinem Verweis auf den »Kannibalen von Rotenburg« und sein immerhin 43-jähriges Opfer: Die meisten Missbrauchsfälle geschehen Bonellis Erfahrung nach im »Konsens« mit dem Gegenüber. Weder dessen formale Zustimmung sei also ein verlässliches Kriterium für die richtige Entscheidung und die gute Lebensführung, noch das Gefühl allein. Vieles, was ein gutes Gefühl macht, ist nicht gut, aber das stellt sich oft erst später heraus: »Man  baut sein Haus auf Sand, wenn man nur auf Gefühle hört. Gefühle machen nicht glücklich.« Im Rahmen der Abschlussdiskussion warnte Bonelli vor den heute nicht erkennbaren Spätfolgen der gegenwärtigen Frühsexualisierung unter Umgehung der elterlichen Autorität: »Was wir im Moment mit den Kindern anstellen, werden wir vielleicht erst in Jahrzehnten erfahren.«

    Umso wichtiger sei es, den »moralischen Narzissmus« aufzubrechen, der dem Gender Mainstreaming seine Mitläufer beschert, die ohne Rücksicht auf Verluste den Applaus für ihre Zustimmung einheimsen. Wie die Abschlussdiskussion ferner deutlich machte, sind es paradoxerweise gerade die Absurdität und Lebensfremdheit der Gender-Ideologie, die zu ihrem Siegeszug beigetragen haben. Dagegen würden deutlichere Worte der Priester und Bischöfe helfen, dagegen würde es helfen, wenn sich die Frauen nicht immer mehr über »Leistung« definierten. Schließlich ist die »Karriere« ist nichts weiter als ein verwirrendes Glücks- und Erfolgsversprechen, das im Einzelfall tatsächlich befriedigend sein mag, dass uns alle aber, aufs Ganze gesehen, vereinzeln und aussterben lässt.

    »Wir müssen solange laut sein, bis die Mitläufer kippen«, fasste Bonelli die Forderung des Tages zusammen. Die Initiative Familien-Schutz mit ihrer Sprecherin Beatrix von Storch lässt sich nicht zweimal bitten; sie wird gewiss nicht locker lassen. Angesichts der bevorstehenden Wahlkämpfe in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen Anhalt wird sie verstärkt dafür eintreten, dass es bei aller notwendigen Toleranz für individuelle Freiheit und Lebensführung mindestens ebenso wichtig ist, den uneinholbaren Wert der Familie zu schützen. Nur Ehe und Familie können den Weg in unsere Zukunft und die unserer Kinder öffnen.

    Vom Berichterstatter ist soeben das Buch »Homosexualität gibt es nicht. Abschied von einem leeren Versprechen« erschienen, auf das wir gerne empfehlend hinweisen.


    Ein Fisch ist kein Fahrrad und ein Mann keine Frau

    Im Februar erscheint das Faltblatt der Initiative Familien-Schutz gegen Bildungspläne und Frühsexualisierung. Es hat den Zweck, beides zum Wahlkampf-Thema bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zu machen. Geplant ist die Verteilung an 200.000 Haushalte

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    Wer hat dem Mädchen die Haare anders frisiert als den Jungen? Und warum? Ist das nicht schon Diskriminierung? Foto: flickr.com/Gerry Thomasen

    (Red.) Inzwischen sind fast alle Bundesländer in die Frühsexualisierung eingestiegen. Nach und nach haben sie dafür sog. Aktions- und Bildungspläne für Schulen und Kindergärten veröffentlicht. Grundlage ist überall »Gender Mainstreaming«. Das menschliche Geschlecht soll vom »sozial konstruierten« Gegensatz männlich/weiblich »befreit« werden, damit der Einzelne sich besser »verwirklichen« kann. Das ist wörtlich zu nehmen: In der Praxis bedeutet »Gender« oft Vereinzelung statt Familie. [more]


    Im Teufelskreis staatlicher Maßnahmen

    Ministerin Schwesig will künstliche Befruchtung jetzt auch bei unverheirateten Paaren fördern

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    Foto: flickr.com/Thomas sauzedde

    (al) Gender Mainstreaming bedeutet leider nicht nur »Bildungspläne« und schulische Frühsexualisierung. Deshalb hier ein Ausflug in die assistierte Reproduktion: Familienministerin Schwesig, selbst hochschwanger,  will die künstliche Befruchtung neuerdings auch bei unverheirateten Paaren fördern. Der Kinderwunsch dürfe nicht am Geld scheitern, sagt sie – eine richtige Haltung, aber an der falschen Stelle. [more]


    Gegenwind gegen genderkritisches Symposium in Stuttgart

    (al) Die »Demo für alle« veranstaltet am 23. Januar in der Stuttgarter Liederhalle ein Symposium zu Gender und Frühsexualisierung und zwar, wie es angesichts übermächtigen Propaganda wichtig und nötig ist – aus kritischer Perspektive. Schließlich gibt es nominell nicht nur Meinungsfreiheit in Staat und Ländle, sondern auch Wissenschaftsfreiheit. Aber nicht für alle … [more]


    Smartphone & Co. bedrohen 300.000 Kinder:

    Wenn Hightech-Geräte zum Suchtmittel werden und zu viele Eltern wegschauen

    160102 Beitrag Wunsch FS

    Smartphones verhindern offenkundig den Kontakt, statt ihn zu fördern. Foto: flickr.com/Esther Vargas: Smartphones

    von Albert Wunsch

    Kaum aus der Schule, dem Kino oder der Dusche – sofort muss aufs Handy oder Smartphon geschaut werden. Wo befindet sich das High­tech-Teil wenn es nach der Regel des Nachwuchses geht beim Essen oder den Hausaufgaben? In Sichtweite. Sie wollen sich mit Sohn oder Tochter beim Abholen von der Abend-Fete im Auto etwas unterhalten? Keine Chance, weil Ohrstecker plus Multi-Gerät jegliche Kommunikation vereiteln. [more]


    Legalisierung der Leihmutterschaft

    Was der Feminismus der technisch assistierten Kinder-Produktion abgewinnt und warum er nur ihre Bedingungen verbessern will

    (al) Dieser feministische Text dürfte leider zukunftsweisend sein. Er heißt »Das Recht auf das eigene Kind« und handelt vom globalen Markt für Eizellspende und Leihmutterschaft. Er beginnt sogleich mit einer Feststellung »altruistischer« Motive: Frauen helfen Frauen! Die Ökonomisierung und Technisierung des menschlichen Lebens und seiner »Produktion« wird keineswegs nur kritisch gesehen, so viel es an den gegenwärtigen Zuständen auch zu kritisieren gibt. Die Produktion ist eine Frage ihrer Bedingungen! Die generelle Entwicklung wird richtig benannt, kann aber nicht mehr bewertet werden: »Der Markt dringt damit in einen Bereich ein, wo er vorher noch nicht war, mitten in den Körper.«

    Der Text verweist auf ein Video über eine Diskussionsveranstaltung mit Susanne Schultz vom »Gen-ethischen Netzwerk« und der freiberuflichen Soziologin Christa Wichterich, die dieser neuen Entwicklung »ihr Vokabular entsprechend angepasst« haben: [more]


    Staatliche Sexualverziehung: Sie lassen nicht locker

    Der überarbeitete Bildungsplan Baden-Württemberg will die Weitergabe des Lebens »wertfrei« betrachten. Aber damit  fehlt ihr die Wertschätzung. Wie kann das ein sinnvolles Lernziel für unsere Kinder sein?

    (al) In drei Bundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt) wird am 13. März 2016 eine neue Landesregierung gewählt. Und die zu recht kritisierten Bildungspläne zur staatlichen Sexualerziehung sind nicht vom Tisch. Offenbar bleiben die Gender-Inhalte nach den ersten Rückziehern in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg im Prinzip erhalten, werden aber nicht mehr vollständig veröffentlicht. [more]


    Leihmutterschaft. Ein Kommentar

    (al) Wer die Debatte um die Neuregelung der Sterbehilfe aufmerksam verfolgt hat, sollte auch beim Thema Lehmutterschaft die Ohren spitzen. Dann wird ihm nämlich auffallen, dass hier ein Argument wiederkehrt, das wir schon kennen. Die belgische Senatorin Petra de Sutter, deren Bericht zum Thema Leihmutterschaft am kommenden Montag in Paris diskutiert werden soll (siehe obigen Beitrag), spricht sich offenbar für eine liberalere Regelung der Leihmutterschaft aus, aber zugleich gegen ihre Kommerzialisierung. Das mag beruhigend klingen, ist aber alles andere als das. [more]


    Betreuungsgeld als Länderleistung – jetzt!

    Wie geht es weiter? Werden andere Bundesländer dem positiven Beispiel Bayerns folgen?

    151119 Shutterstock(al) Die Unsicherheit rund um das Betreuungsgeld geht weiter. Was kommt auf die vielen Familien zu, die mit der Auszahlung gerechnet hatten? Während Familienministerin Manuela Schwesig die 24-Stunden-rundum-Betreuung forciert und ihr den mit Steuergeldern gepflasterten Weg ebnet, ist bislang offen, wie viele Bundesländer das Betreuungsgeld als Landesleistung weiterzahlen werden. Das vom Bundesverfassungsgericht im vergangenen Juli gekippte Betreuungsgeld des Bundes war sicher keine familienpolitische Glanzleistung. [more]



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