Armutszeugnis für Deutschlands Kinderförderung

Rainer Sturm/pixelio.deFast jedes sechste Kind in Deutschland lebt in relativer Armut und dies obwohl deutsche Eltern im internationalen Vergleich hohe Geldleistungen oder Steuervorteile erhielten. Zu diesem Ergebnis kommt der Kinderbericht der OECD. Deutschland solle das Geld lieber in Ganztagsbetreuung und bedürftige Familien investieren, so die Forderung der OECD. Ein Trugschluß, meint Politik-Korrespondentin der „Welt“ Dorothea Siems.

Die geringste Armutsquote in der OECD hat Dänemark, dort ist nur jedes 37. Kind von Armut betroffen. Als arm gilt, wer weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient. Die OECD legt Deutschland nahe, die staatliche Familienförderung gezielter einzusetzen: „Deutschland sollte seine Transfers stärker auf bedürftige Kinder und deren Familien konzentrieren. Außerdem sollten Kinderbetreuungsangebote und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden“, so die OECD-Expertin Monika Queisser. Mehr

Politik-Korrespondentin Dorothea Siems kritisiert in ihrem Kommentar die Forderung der OECD nach noch mehr Betreuungsangeboten und plädiert stattdessen für echte Wahlfreiheit der Eltern – dies entspreche, anders als der Krippenplatzausbau, den Bedürfnissen der Mehrheit der Eltern. Kinderarmut in Deutschland hängt Siems zufolge vor allem damit zusammen, daß gut ausgebildete Frauen in Deutschland häufig kinderlos sind und bleiben.

http://www.familyfair.de/thema-des-monats/tagesthema/oecd-kinderstudie-geht-von-falschen-zahlen-aus/

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