„Was sind uns unsere Kinder wert?“

Foto: J. Patrick Fischer/Wikimedia.deIn einem Gastbeitrag in der FAZ vom Donnertstag kritisiert die bayrische Sozialministerin Christine Haderthauer den Krippenplatzausbau als erdrückende Beeinflussung junger Eltern, die noch verstärkt würde durch die fehlende gesellschaftliche Annerkennung der häuslichen Betreuung. Im Betreuungsgeld sieht Haderthauer den „Kontrapunkt bürgerlicher Politik zum Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kleinkinder“.

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz vom ersten Geburtstag an „verändert persönliche Einstellungen, schafft eine gesellschaftliche Norm, die irgendwann zur Normalität wird.“ Eltern, die dann noch ihre Kinder in den ersten drei Jahren daheim betreuten, würden schnell unter Rechtfertigungdruck geraten, so wie heute schon Eltern von über Dreijährigen. „Die Politik entzieht jungen Eltern nonverbal, allein durch diese Grundentscheidung und auf kaltem Wege das Vertrauen und die gesellschaftliche Legitimation für die Gestaltung ihres Familienlebens ohne Krippe.“ Zunehmend würden Eltern dadurch ihr Vertrauen in sich und ihre Erziehungsleistung verlieren und ihre natürliche Aufgabe der Kinderbetreuung aus der Hand geben – zum Leidwesen der Kinder.

Die zunehmende Verunsicherung und Überlastung junger Eltern sind für Haderthauer ein Warnsignal, „keine Bestätigung der Entwertung des elterlichen Lebensentwurfs“. Auch sog. Problemfamilien sei mit gezielten Hilfsprogrammen besser geholfen als mit einem generellen Entzug der Erziehungsverantwortung aller Eltern: „Bürgerliche Politik darf ihr Handeln nicht allein von Problemfällen ableiten, sondern sollte Eigenverantwortung voraussetzen, sollte getragen sein von Zutrauen und Vertrauen in die Bürger und damit in junge Eltern.“

Die Eltern sind für ihre Kinder die zentralen Schlüsselfiguren, sie sind nicht austauschbar und, so Haderthauer weiter, „wenn wir psychisch und seelisch stabile Kinder wollen, müssen wir diejenigen stärken, die unersetzlich für ebendieses Kind sind“. Daher muß es der künftigen Familienpolitik um die Stärkung der Eltern und deren Erziehungsverantwortung gehen und nicht darum, „die Kinder so schnell wie möglich in staatliche Erziehung zu überführen“. „Das Betreuungsgeld“, schließt Haderthauer, „ist ein unentbehrliches Signal für die gesellschaftliche Wertschätzung der Elternverantwortung“.

Quelle: FAZ 14.10.2009, Seite 10.

Kommentare

  1. Maria Heidelberg sagt:

    Was Kinder uns wert sind?

    Wenn man genauer hinschaut wird man erkennen, dass mit Kindern Handel und Schindluder betrieben wird.

    Auf der einen Seite werden für Kinder Kindergärten gebaut (Bauunternehmen freuen sich heute schon und das BIP läßt grüßen)Arbeitsplätze geschaffen werden( Steuerzahler werden produziert, juhuu, das BIP läßt grüßen), auf der anderen Seite werden den Eltern Gelder verweigert, oder es steht zur Depatte das eine oder andere Scheinchen zurückzuziehen…

    Erziehungsarbeit der Eltern ist NIX wert…Kinder dienen, damit der Staat sich auf dem Sektor Dienstleistungf selbst verwalten kann…

    Die NEODDR, sponsert by Merkel & CoKG läßt grüßen!!

  2. Susanne N. (28, 2 Kinder (5Wo.&3J.) sagt:

    Danke! Endlich spricht mal jemand aus, was so viele Eltern derzeit beschäftigt! Der Staat kann der Aufgabe der Kinderbetreuung höchstens quantitativ durch mehr Krippenplätze gerecht werden, qualitativ ist er dazu gar nicht in der Lage. Kinder unter 3 brauchen ihre Eltern und diese sollten finanziell unterstützt werden, so dass sie entscheiden können, ob sie ihre Kinder selbst betreuen oder arbeiten gehen wollen. Oder besser noch- die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens umsetzen. Damit würde sich das Betreuungsproblem wie viele andere soziale Probleme von selbst lösen.

  3. Maria Heidelberg sagt:

    Ja, danke für dein Lob.:-)

    Frau von der Leyen, die ihre Kinder fremderziehen läßt, kann sich gar nicht vorstellen, wie schlimm es für viel Kinder ist, in einem Kindergarten deplaziert zu werden. Individuelle Betreungsmöglichkeiten gibt es dort nämlich nicht, da eine Erzieherin für mindestens 15 Kinder zuständig ist. Was da in so einem Kleinkind vorgehen kann, und was das bei Kindern auslößt, sollte man mal in Büchern nachlesen, die sich mit Bindungsstörungen auseinadersetzen.

    Ich finde es allein schon schlimm, wenn man Kinder ab drei Jahren in den Kindergarten schicken muß, die dann bei Abgabe an der Tür in Tränen ausbrechen und die ganze Zeit am Fenster warten, dass Mami oder Papi sie wieder abholen kommt.

    Außerdem sollte Frau von der Leyen mal aufhören Eltern für dumm zu verkaufen, denn es handelt sich hier nicht um das Wohl der Kinder, sondern um staatlichen Kontrolle, Arbeitsplatzbeschaffung und wie ich ja schon erwähnte, im Sektor der Dienstleistung eine Erhöhung des BIP.

    Das gleiche gilt für Kinder in Kinderheimen, die einem Selbstveraltungbetrieb und lediglich einer Gruppenordnung unterliegen. Da ist auch nichts mit individueller Betreung und/oder Selbstentfaltung…

    Die meisten Heimkinder werden zu Sozialversagern erzogen, und da sollte Frau von der Leyen endlich mal darüber nachdenken, was bei ihrer Denke nicht so ganz in Ordnung ist. Denn es kann jawohl nicht sein, dass eine Regierende nicht in der Lage ist endlich zu kapieren, dass ihre Politik mehr zerstört, als es einem lieb ist.
    Das was diese Frau da macht ist keine Familienpolitik, sondern Anti-Familienpolitik.

    Wenn ich Kinder in die Welt setze, dann obliegt es mir, wie meine Kinder erzogen werden und nicht ein Staat, der sich für Kriegsführung einsetzt, Impfstoffe, die Schwermetalle enthalten befürwortet, oder lieber die komplette Bevölkerung unter Generalverdacht stellt, in dem sie das Internet überwachen lassen will…

    Realitätsfremd, kontraproduktiv, absolut inkompetent….

    Und das dieses unschuldige Lächeln. Wer ein bißchen Menschenkenntnis besitzt, weiss dass das ein aufgesetzes Lächeln ist und der wer sich diese Frau mal näher betrachtet, erkennt auch, dass sie gefährlich ist. Sie besitzt nämlich die Fähigkeit die Hitler besaß. Sorry für diesen Vergleich, aber ein angenehmerer Vergleich fällt mir zu dieser Person beim besten Willen nicht ein.

    freundlichst eine Mutter, dessen Kind wegen ihrer Politik durch die Hölle ging!

    Und falls Frau von der Leyen mal mir mir darüber sprechen möchte, darf sie gerne zu einer Tasse Kaffee vorbeikommen.

    M.Heidelberg

  4. milka1078 sagt:

    ????

    Jeder ist seines Glückes Schmied… dachte ich bisher.

    Selbst wurde ich in frühkindlichster Phase vom Staat fremdbetreut und kann durchaus die fürchterlichen Folgen, die in der Literatur ja scheinbar so propagiert wird nur, entkräften.

    Letztlich geht es doch nur um die Schaffung der MÖGLICHKEIT die Betreuung so zu gestalten, wie Eltern es wollen UND können. Eine gesellschaftliche Stigmatisierung, wie sich momentan Eltern von fremdbetreuten Kindern unter 3 auseinandersetzen müssen bzw., mußten, würde sich dann weder umkehren noch Ähnliches. Das ist das archetypische Problem des Deutschen: immer auf den Teller des anderen schauen, nie bei sich. M.E. gäbe es ohne ICH WILL UND ALLE MÜSSEN MIT-Mentalität weniger Diskussionsbedarf auf allen Ebenen.

    Was ist bedingungsloses Grundeinkommen?

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