Buschkowsky: Integrationspolitik auf dem Rücken der Familien

Foto: David WintzerDie harsche Kritik von Berlin-Neukoellns Bürgermeister Heinz Buschkowsky am Betreuungsgeld wird von vielen Eltern als Schlag ins Gesicht empfunden. Das Geld würde von den Eltern laut Buschkowksy „versoffen“. Dabei argumentiert Buschkowsky so, als gäbe es in Deutschland ausschließlich Unterschicht- und Migranten-Familien. Tatsächlich legen die wenigsten Eltern – auch die wenigsten aus der sog. Unterschicht – ihre Zusatzeinnahmen in Tabak und DVDs an.

Neukoelln und andere Bezirke Berlins haben ganz unbestritten massive Probleme, die aber nicht zu lösen sind, indem alle Eltern Deutschlands unter Generalverdacht gestellt werden, sich nicht ausreichend um ihre Kinder zu kümmern. Integrationspolitik ist eine andere Baustelle als Familienpolitik. Und Neukölln ist ein Sonderfall und nicht der Regelfall in Deutschland. Buschkowsky kann offenbar nicht differenzieren. Dafür erntet er zu Recht Kritik.

Von „Pöbeleien gegen Eltern“ sprach Dr. Johannes Schroeter, der Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken in Bayern. Die Vorstellung der Berliner Lokalpolitiker, Kinder in Einrichtungen gesellschaftlich integrieren zu können, deren Eltern sie vorher aufs Massivste beschimpfen und herabwürdigen, sei „absurd“.

„Typisch sozialdemokratisch“ versuche Buschkowsky den Eltern die Erziehungs-Verantwortung zu entziehen, so die CSU-Vize-Generalsekretärin Dorothee Bär gegenüber der „Rheinischen Post“. Schwarze Schafe gäbe es überall, die Mehrzahl der Eltern aber kümmert sich liebevoll um ihre Kleinen.

Mit dem Betreuungsgeld haben Eltern ein Stück weit mehr Freiheit, darüber zu entscheiden, ob sie ihre Kinder in den ersten Jahren daheim erziehen oder sie in die Fremdbetreuung geben wollen. Denn das Recht und die Pflicht auf die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder obliegen in erster Linie den Eltern und nicht dem Staat. Nicht zuletzt – das haben unzählige Bindungsstudien in den letzten Jahren bewiesen – profitieren vor allem die Kinder davon, in den ersten Lebensjahren so viel Zeit wie möglich mit ihren Eltern gemeinsam zu verbringen.

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