Käßmann (EKD) kritisiert Betreuungsgeld

Foto: Kalip78/wikipedia.deDie Debatte um das für 2013 geplante Betreuungsgeld reißt nicht ab. Die frisch gewählte Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, befürchtet, „dass manche Kinder, denen eine Förderung in der Kinderkrippe gut täte, hier ausgegrenzt werden, weil ihre Eltern sich für das Betreuungsgeld und gegen die Betreuungseinrichtung entscheiden“, so Käßmann am Donnerstag gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“.

Käßmann lobte die Betreuungssituation in den neuen Bundesländern. Anders als im Westen Deutschlands hätte man hier schon beizeiten erkannt, wie wichtig frühkindliche Bildung sei. Hier müsse Käßmann zufolge angesetzt werden, sonst beginne „ein schrecklicher Kreislauf von verpassten Schulabschlüssen bis zur viel zu frühen Arbeitslosigkeit ohne Perspektiven.“

Kommentare

  1. Magdalena Tröger sagt:

    Ich bin schon seit 30 Jahren Vollzeitmutter und habe 7 eigene Kinder groß gezogen, die zu DDR -zeiten keinen Kindergarten gesehen haben. Sie hatten alle in der Schule keine Schwierigkeiten und stehen jetzt im Beruf ihren Mann. Es ist keiner Arbeitslos! Meine älteste Tochter hat selbst bald 5 Kinder. die beiden Großen gehen schon zur Schule und gehören, auch ohne Kindergarten, zu den guten Schülern.
    Jetzt habe ich noch 4 Pflegekinder, aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Diese fordern meine Anwesenheit zu Hause. Es ist einfach wichtig, dass die Kinder einen Ansprechpartner haben, wenn sie aus der Schule kommen. Ich mache mit den Kindern Hausaufgaben und lerne mit ihnen. Ihre Leistungen haben sich, seit sie bei uns sind sehr gebessert. Obwohl die Kinder als sie noch zu Hause waren regelmäßig in den Kindergarten gingen, hatten sie große Defizite und das Lernen gelang nicht. Auch im Kinderheim, wo sie vor uns waren, ließen ihre Leistungen zu wünschen übrig. Was soll es dann, dass die Kinder alle in eine Einrichtung gehen sollen? Wenn Sie denken, die Betreuung in den neuen Bundesländern ist in den Kindergärten gut, dann sollten Sie sich mal den Alltag in so einer Einrichtung ansehen. Eine Kindergärtnerin mit bis zu 20 Kindern, wie soll sie auf die einzelnen eingehen und Schwache gezielt fördern?
    Es ist eine Beleidigung für viele Eltern, wenn gesagt wird, dass sie das Betreuungsgeld verrauchen und vertrinken.Ich kenne sehr viele Familien, die, weil der Vater so wenig verdient, mit vielen Kindern weniger als HARTZ IV haben,wo nicht getrunken und geraucht wird, und wo die Kinder ordentliche Schüler sind, obwohl sie nicht in einem Kindergarten waren. Es wäre nur gerecht, wenn solche Familien unterstützt werden
    Durch meine Pflegekinder weiß ich sicherlich auch, dass es viele Familien gibt, die das Geld nicht für die Kinder nutzen. Es gibt immer mehr Familien, die nicht mehr wissen, was Familie ist.Viele der jungen Eltern haben selbst nicht gelernt, was Familie bedeutet und können es somit auch nicht weiter geben. Aber gerade in diesen Familien werden die meisten Kinder geboren. Da muß angesetzt werden, wenn sich in unserem Land etwas zum Guten wenden soll. Diese Negativspirale muß durchbrochen werden. Wir sollten vorleben, was Familie bedeutet, wie Eltern für ihre Kinder da sind und sich Zeit für sie nehmen, Wo Kinder lernen, was alles zur Hausarbeit gehört und sehen, wie mit Geld umgegangen wird, dass auch weniges für ein zufriedenes Leben reichen kann. Die Kinder sollen auch in einer Familie lernen, wie geliebt, gestritten und vergeben wird und wie alle zusammen halten. Nur so kann es mit unserem Land aufwärts gehen und nicht, wenn Kindern die Bindung an die Mutter verwehrt wird und wenn Mütter, die für ihre Kinder da sind belächelt und niedergemacht werden.

  2. Wenn jemand auf diesem Niveau wie Frau Käßmann argumentiert, würde er sagen, dass Familien ihre Kinder in Kitas tun, weil sie sie abschieben wollen.
    Das wäre eine genauso einseitige Argumentation wie die, den Eltern, die ihre Kinder nicht in Kitas tun, zu unterstellen, dass sie es wegen des Geldes tun.
    Selbst wenn? Es geht die neue EKD-Vorsitzende nichts an!
    Oder sagt sie demnächst Arbeitslosen, dass sie zu Hause blieben, weil sie lieber das Geld vom Staat kassieren?!
    Menschen auf diese Weise abstempeln? Wenn dies das neue Amtsverständnis von Frau Käßmann ist, werden die Kirchenbänke bald noch leerer werden.

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