Debatte um Betreuungsgeld bleibt kontrovers

Günter Havlena_pixelio.deEin Ende der Debatte um den Nutzen und das Ausnutzen des für 2013 geplanten Betreuungsgeldes scheint nicht in Sicht. Zuletzt kritisierten auch Cornelia Pieper von der FDP und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) das Betreuungsgeld. Ursula von der Leyen (CDU) sieht nach wie vor Veränderungsbedarf, während Christine Haderthauer (CSU) und der Familienbund der Katholiken in Bayern das Betreuungsgeld verteidigten.

Gegenüber der Zeitschrift „Super-Illu“ kritisierte die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Cornelia Pieper, die Pläne zum Betreuungsgeld als „bildungspolitischen Rückschritt“. Es bestehe die Gefahr, daß das Geld in bestimmten Schichten von den Eltern zweckentfremdet würde: „Von sozial schwachen Familien wird das Betreuungsgeld als Anreiz gesehen, Kinder nicht in Krippen und Kindergärten zu geben. Es dient ihrem Konsum“. Besser seien Bildungsgutscheine, die die Eltern „in entsprechenden Einrichtungen einlösen können.“

Auch Familienministerin Ursula von der Leyen findet „das Konzept ist noch nicht rund“. Kinder sollten nicht „von Bildungschancen ausgesperrt werden“, sagte von der Leyen in einem Interview mit dem Tagesspiegel. Von Erziehungskontrollen, die darüber entscheiden, wer „einen Gutschein bekommt und wer Geld“, hält sie nichts, auch wenn sie Gutscheine im Grunde schätze, „wenn sie für alle gelten.“

Die bayerische CSU-Sozialministerin Christine Haderthauer wendete im Bezug auf die Kritik am Betreuungsgeld gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ ein, daß das Geld „nie für die Kinder, sondern immer nur für die Eltern“ gedacht gewesen sei. Auch sie lehnt Gutscheine statt Bares nicht prinzipiell ab, aber „dringender als Kurse für Englisch oder Yoga für Zweijährige brauchen wir doch in diesen Fällen Angebote, die Alltagskompetenz, Elternwissen oder die Integration der Eltern fördern.“

Kontrovers wird die Diskussion um das Betreuungsgeld auch zwischen einzelnen katholischen Verbänden geführt. Während der Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken in Bayern, Johannes Schroeter, in der „Tagespost“ die Umsetzung der Koalitionspläne fordert, immerhin würden „zwei Drittel der Wähler dieses Landes das Betreuungsgeld für eine gute Sache“ halten, lehnte der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) das Vorhaben der Bundesregierung strikt ab. Der SkF fordert stattdessen mehr Investition in Betreuungseinrichtungen sowie die Qualifizierung von Erziehern und Erzieherinnen.

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Interview mit Ursula von der Leyen im Tagesspiegel vom 07.11.09

Kommentare

  1. Ich kann dem Sozialdienst katholischer Frauen in ihrer Meinung nur zustimmen! Wir brauchen kein Erziehungsgeld, sondern eine Verbesserung der Einrichtungen, um unseren Kindern eine qualitativ hochwertige frühkindliche Erziehung/Bildung zu gewährleisten.

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