Deutscher Familienverband fordert sachliche Berichterstattung

Albin NeesDie Darstellung in den Medien, Familien würden durch die steuerlichen Neuregelungen besonders stark entlastet, ist nach Ansicht des Deutschen Familienverbandes irreführend. „Gerade bei den tatsächlich familienspezifischen Änderungen“, Erhöhung des Kindergeldes und Kinderfreibetrages, „bleiben die Pläne deutlich hinter vorherigen Ankündigungen und hinter dem zurück, was seit vier Jahren fachlich geboten ist“, so der Präsident des Verbandes Dr. Albin Nees.

Vor der Wahl war eine Angleichung des Kinderfreibetrages an den Erwachsenenfreibetrag auf über 8000 Euro angekündigt gewesen. Mit dem nun beschlossenen Freibetrag von 7.008 Euro pro Kind und Jahr bleibt die Regierung den Familien 1.000 Euro Wahlversprechen schuldig. Aus diesem Grund fordert der Familienverband, die Regierung solle dies „in ihrer Öffentlichkeitsarbeit auch deutlich herausstellen“. Zudem dürfe sie nicht zulassen, „daß in den Massenmedien ein falscher Eindruck erweckt und Neid gegenüber den Familien geschürt wird“.

Zudem hätten nach Ansicht des Verbandspräsidenten Familieninteressen an anderer Stelle überhaupt keinen Niederschlag gefunden: Während für Hotels und Gaststätten in Zukunft der ermäßigte Mehrwertsteuersatz gelte, habe es „eine ähnliche Entlastung bei der Schulverpflegung oder bei Gegenständen des kindlichen Bedarfs (…) wieder nicht in das Entlastungspaket geschafft.“

Dr. Albin Nees fügte aber an, daß „auch eine geringe Entlastung besser als nichts“ sei. „Gerade in Krisenzeiten braucht die Steuerpolitik Augenmaß, damit unsere Kinder (wer sonst?) nicht später vor noch höheren Schuldenbergen stehen. Aber gerade deshalb haben Familien eine sachliche Berichterstattung verdient“.

Presseerklärung des Deutschen Familienverbandes

Interview mit Albin Nees auf Deutschlandfunk

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