Familienverband kritisiert Betreuungsgeldstreit

Deutscher FamilienverbandDas Präsidium und die Landesverbände des Deutschen Familienverbandes üben scharfe Kritik an der derzeit hitzig geführten Betreuungsgelddebatte und forderen einen sachlichen Umgang mit der Thematik. Der für 2013 versprochene Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz könne ohnehin nur vom einem Drittel der Eltern eingelöst werden, mehr Plätze würden auch dann gar nicht zur Verfügung stehen.

Für die Eltern, die ihre Kinder daheim erziehen wollen, müsse deshalb eine gerechte und gleichwertige Förderung gefunden werden. Der Deutsche Familienverband empfiehlt ein Betreuungsbudget von 700 Euro, das die Eltern dann entsprechend für die Betreuung einsetzen, die ihnen für ihr Kind geeignet erscheint. Das wäre nach dem Dafürhalten des Deutschen Familienverbandes echte Wahlfreiheit.

Dr. Albin Nees, Präsident des DFV: „Mit der gegenwärtigen Diskussion wird in den Familien und der Bevölkerung unglaublich viel Porzellan zerschlagen. Unsere Familien sind zutiefst erschreckt über das Misstrauen, das da ohne Unterschied gegenüber allen jungen Eltern geäußert wird. Inzwischen ist der Eindruck entstanden, dass die Befürworter des Betreuungsgeldes den Kindern den Aufenthalt außerhalb der eigenen vier Wände bis zum Schulalter verbieten und sie grundsätzlich unfähigen Eltern ausliefern wollen. Darüber ist der Kern der Sache völlig verloren gegangen: nämlich die ideologiefreie Suche nach einer gerechten und gleichwertigen Förderung während der dreijährigen Elternzeit, die allen jungen Familien Wahlfreiheit gibt und für alle Kinder paßt.“

„Man kann fragen, ob das Betreuungsgeld mit seinen gerade einmal 150 Euro das große Ziel der Wahlfreiheit tatsächlich erreicht und ob es nicht viel zu spät kommt. Der Deutsche Familienverband hält statt dessen ein Betreuungsbudget von 700 Euro für notwendig, das direkt bei allen Familien ankommt und das sie so einsetzen können, wie es für ihr Kind am besten passt: für die häusliche Betreuung, für eine Tagesmutter, für einen Krippenplatz oder für einen passgenau zugeschnittenen Betreuungsmix. Das ist natürlich teurer als eine Ein-Drittel-Lösung – aber wenn die Politiker sich das nicht leisten wollen, dann sollen sie es auch ehrlich sagen und nicht mit Horrorszenarien von vernachlässigten Kindern und an den Herd gefesselten Müttern Politik machen.“

Quelle: Deutscher Familienverband

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