Krippenplatzoffensive erbringt nicht die gewünschten Effekte

Albrecht E. Arnold_pixelio.deUm den Frauen möglichst rasch nach der Geburt ihres Kindes den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu ermöglichen, setzt die aktuelle Familienpolitik auf den massiven Ausbau von Betreuungseinrichtungen für unter Dreijährige. Eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat nun aber ergeben, dass dies nur wenig Auswirkungen auf den Arbeitmarkt haben wird. Nur fünf Prozent der Familien, so die Vorausberechnung des ZEW, würden dann von der häuslichen auf eine Fremdbetreuung umsteigen.

Kostas Petropulos, der Geschäftsführer des Heidelberger Familienbüros, sieht hier einen klassischen Fall von „Mitnahmeeffekten“. Gegenüber WELT ONLINE sagte er: „Es findet lediglich eine Verdrängung der bisher privat organisierten Betreuung hin zu den staatlich subventionierten Plätzen statt.“ „Der Effekt des Krippenausbaus auf die Müttererwerbsquote (wird) nur minimal sein.“ Petropulos zufolge sei der massive Krippenplatzausbau teuer und darüber hinaus auch nicht zielführend.

Sollte ein Betreuungsgeld eingeführt werden, würde der Anteil der Eltern, die sich für ein staatliches Betreuungsangebot entschieden, noch geringer ausfallen.

Der ZEW-Studie zufolge nehmen heute 39 Prozent der Eltern eine „externe Kinderbetreuung“ in Anspruch. Im Westen werden die Kinder häufig privat, von Nachbarn, Kindertagesmüttern oder den Großeltern betreut.

Quelle: welt-online.de

Hören Sie dazu auch ein Interview mit Kostas Petropulos.

Kommentare

Kommentar schreiben