Erzbischof Marx kritisiert Familienbild und Familienpolitik der CDU

Foto: Dieter Schmitt, wikipedia.deIn einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Spiegel“ kritisiert der Münchner Erzbischof Reinhard Marx das Familienbild der CDU. Die Ehe von Mann und Frau müsse das Leitbild einer christlichen Partei sein und Vorrang vor anderen Lebensgemeinschaften haben. Kritisch äußerte er sich auch zur christdemokratischen Familienpolitik: „Schon einjährige Kinder in die Krippe zu stecken“, dürfe nicht der Weisheit letzter Schluß sein, so der Erzbischof.

Natürlich gebe es viele Familien, in denen aus finanziellen Gründen beide Partner arbeiten müßten und sie deshalb für ihre Kinder eine gute Betreuung außer Haus benötigen. Hier helfe die katholische Kirche als einer der größten Träger von Kindertagesstätten gern. Aber es dürfe nicht dazu führen, die Fremdbetreuung als das Maß der Dinge anzusehen: „Die Politik geht in die Irre, wenn sie den Menschen vorgaukelt, man könne alles zugleich haben: Karriere, hohes Einkommen und Kinder.“

Kritisch sieht der Erzbischof auch das Familienbild der CDU, wonach Familie da sei, wo Eltern für ihre Kinder und Kinder für ihre Eltern da sind. Für Marx besteht Familie aus einem Mann und einer Frau, „die heiraten und damit die Basis für gemeinsame Kinder schaffen“. Natürlich dürfe der Staat hier keine Vorschriften machen und nicht alle Ehen halten ein Leben lang, dennoch solle eine Partei, die sich eine christliche nennt, die Ehe zwischen Mann und Frau als ihr Leitbild betrachten und nicht „mit anderen Lebensformen, etwa homosexuellen, auf dieselbe Stufe“ stellen.

Quelle: Der Spiegel, Nr. 2/11.01.2010, S. 22.

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