Familienbund Bayern: Generative Leistung der Familien muß honoriert werden

Familienbund der KatholikenEinen „gerechten Generationsvertrag statt Hartz IV“ fordert der bayerische Familienbund und reagiert damit auf einen Gastbeitrag des FDP-Vorsitzenden Westerwelle in der Welt, in dem dieser die Forderung nach immer höheren Sozialleistungen zu Lasten der Steuerzahler kritisiert hatte. Familien, die von Transferleistungen leben, dürften aber nicht gegen Familien mit geringen Erwerbseinkommen ausgespielt werden, so der Vorsitzende Dr. Johannes Schroeter.

Wirtschaft und alle Systeme der Alterssicherung seien „von der Existenz einer leistungsfähigen nachwachsenden Generation“ abhängig, weshalb ein „leistungsgerechter Generationenvertrag“, der die „generative Leistung (der Familien) auch angemessen honoriert“, nötig sei.

Pressemitteilung des Familienbundes Bayern vom 12. Februar 2010

Gerechter Generationenvertrag statt Hartz IV

Befremden über Westerwelle – Ausbeutung der Erziehungsleistung ist Ursache von Familienarmut

München – Gegen ein Ausspielen von Familien mit Hartz IV-Unterstützung gegen Familien mit niedrigen Erwerbseinkommen hat sich der Familienbund ausgesprochen. Nötig sei ein gerechter Generationenvertrag.

Der Landesvorsitzende Dr. Johannes Schroeter reagierte damit auf einen Aufsatz des FDP-Vorsitzenden Westerwelle in der Tageszeitung DIE WELT. Westerwelle hatte dort die Belastung der Steuerzahler zu Gunsten armer Familien kritisiert. Der Familienbund weist nun darauf hin, dass die Ausbeutung der familiären Erziehungsleistung eine tragende Säule der deutschen Volkswirtschaft ist. Die Kosten der Kindererziehung seien weitgehend privatisiert, während der Nutzen der nachwachsenden Generation weitestgehend sozialisiert werde. Die staatliche Familienförderung gleiche das nicht aus; sie bestünde zu erheblichen Teilen aus Bilanzkosmetik und Buchungstricks.

Der FDP-Vorsitzende hatte gestern kritisiert, dass Niedrig-Lohn-Familien teilweise weniger Geld hätten als Familien mit Hartz IV-Bezügen und das als „Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Leistungsgedanken“ bezeichnet.

Schroeter: „In Deutschland gilt nach wie vor das Wort des Ökonomen Friedrich List: Wer Schweine züchtet, gilt als produktiv, wer Kinder erzieht, gilt als unproduktiv.“

Der Familienbund weist darauf hin, dass nur den ärmsten Familien die Kosten der Kindererziehung halbwegs erstattet würden, die anderen hätten sie selbst zu tragen. Das sei die Ursache für den scheinbaren Missstand, den Westerwelle kritisiert habe.

Deutschland brauche endlich einen leistungsgerechten Generationenvertrag. Weil die Wirtschaft und alle Systeme der Alterssicherung von der Existenz einer leistungsfähigen nachwachsenden Generation abhingen, müsse den Familien ihre generative Leistung auch angemessen honoriert werde. Schroeter: „Hier vermissen wir Leistungsgerechtigkeit!“

Weitere Informationen: Landesvorsitzender Dr. Johannes Schroeter, Tel. 0171-5411761

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Gastkommentar von Guido Westerwelle in der Welt

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