Fast jedes zweite Schulkind ist therapieerfahren

Ingrid Ruthe/pixelio.deEiner Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zu Folge haben knapp die Hälfte der Schulkinder Erfahrung mit therapeutischen Behandlungen – Tendenz steigend. Den meisten Zulauf erlebe derzeit die Logopädie (25%). Ein Fünftel der schulpflichtigen Kinder befinde sich in ergotherapeutischer Behandlung, ebenso viele Kinder erhielten Krankengymnastik. Psychotherapeutische Behandlung bekämen 10%.

Zudem ergab die Umfrage, daß Kinder mit Therapiebedarf einen höheren Fernsehkonsum hätten als Kinder, die ohne therapeutische Unterstützung aufwachsen. „Sprechen lernt man nicht vor dem Fernseher. Für die sprachliche – und natürlich auch motorische Entwicklung – ist es wichtig, dass die Kinder sich und ihre Umwelt im richtigen Leben wahrnehmen. Dafür ist der Austausch mit anderen, die soziale Interaktion ganz wesentlich“, kommentiert der TK-Psychologe York Scheller das Ergebnis der Umfrage.

10% der Eltern von Kindern, die sich in therapeutischer Behandlung befinden bzw. befanden, gaben an, daß sich ihre Kinder überhaupt nicht mit Freunden treffen, weitere 37% spielten max. eine Stunde mit anderen Kindern:  „Unsere Umfrage zeigt jedoch, dass gerade die Kinder, die heiltherapeutische Hilfe benötigen, seltener mit Freunden spielen als andere.“

„Was für unsere Generation noch selbstverständlich war, sich nach Schule und Hausaufgaben mit Gleichaltrigen zu treffen, gilt heute offensichtlich für immer weniger Kinder. Dabei ist genau dies für sie so wichtig. Das Spielen mit anderen fördert Neugier und Selbstständigkeit. Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und nur wenn sie die Chance haben, sich auszutoben, können sie auch am Vormittag die nötige Konzentration für die Schule aufbringen und haben nachts einen gesunden Schlaf.“

Quelle: tk-online.de

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