Eltern wollen Bildungsauftrag selbst wahrnehmen

Telekom Stiftung StudieEs gibt kaum einen Politiker, der nicht die Wichtigkeit frühkindlicher Bildung unterstreichen würde – den Kindertagesstätten wird dabei eine ganz wesentliche Funktion zugeschrieben. Aus den ehemals reinen Betreuungsorten sind mehr und mehr Bildungseinrichtungen geworden. Einer aktuellen Studie der Telekom Stiftung zufolge fühlen sich die meisten Eltern in erster Linie aber selbst für die Bildung ihrer Kinder verantwortlich, die Kita wird lediglich als wichtiger Partner wahrgenommen.

Nur 16,1% der befragten Eltern und 12,8% der Nicht-Eltern sprachen sich für eine frühe Bildung von Kindern unter drei Jahren aus. Eltern erwarten von den Kindertagesstätten vor allem die Vermittlung von sozialen und emotionalen Kompetenzen. Ihre Kinder sollen im Kindergarten in erster Linie mit der Natur in Berührung kommen, ihre kreativen Fähigkeiten und ihr Wissen im Bereich Gesundheit ausbauen können. Fremdsprachen lernen oder der Umgang mit Medien spielt für viele Eltern nur eine untergeordnete Rolle.

Daneben wünschen sich die Eltern die frühzeitige Beseitigung der Schwächen ihrer Kinder, die Schaffung von Bildungsgleichheit und eine optimale Vorbereitung für einen guten Übergang in die Schule.

„Obwohl Politik und Öffentlichkeit den Kitas zunehmend Bildungsaufgaben zuschreiben und auch entsprechende Orientierungsrahmen geschaffen wurden, scheinen die Erwartungen an die Kita eher dem klassischen Bild der Betreuungseinrichtung verhaftet zu sein“, so Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Deutsche Telekom Stiftung. „Sehr überraschend ist auch, dass gerade bei den Eltern die Herstellung von Chancengleichheit zum Schulbeginn als übergreifender Anspruch an die frühe Bildung vorherrscht. Die Förderung individueller Potenziale – inzwischen im Schulbereich das zentrale Thema – steht dagegen im Hintergrund.“

Quelle: Bildungsklick.de

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