Der Alltag der Mehrkinderfamilien

S. Hofschlaeger/pixelio.deDaß sich Eltern für mehr als zwei Kinder entscheiden, wird immer seltener – vom Aussterben bedroht ist die Mehrkinderfamilie in Deutschland aber noch nicht. In Westdeutschland haben 10,6% der Familien drei und 3,3% vier Kinder. In den Neuen Bundesländern leben immerhin noch 7,5% der Familien mit drei bzw. 2,1% mit vier Kindern zusammen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Eine stabile Partnerschaft, aktives religiöses Engagement und das Aufwachsen mit mehreren Geschwistern begünstigen den Wunsch nach einer Familie mit mehr als zwei Kindern. Die Entscheidung, eine große Familie zu gründen, haben die meisten Eltern vieler Kinder schon vor der Eheschließung getroffen.

Viele Kinder gibt es durchschnittlich häufig bei verheirateten Paaren mit niedriger Bildung. Unter den Dreikinderfamilien gibt es aber auch eine Gruppe hochqualifizierter Eltern. Bei fast 30% der Paare mit drei Kindern hat einer der beiden Eltern Abitur, bei 17% haben Mutter und Vater Abitur.

Die Untersuchung ergab zudem, dass mit zunehmender Kinderzahl auch das Armutsrisiko steigt. Dies läge zum Einen, so die Wissenschaftler, an den Mehrausgaben, aber auch daran, dass bei Mehrkinderfamilien die Mutter zumeist aus der Erwerbstätigkeit ganz ausstiege.

Als Gründe, nicht mehr als zwei Kinder bekommen zu wollen, gab die Hälfte der Paare an, mit zwei Kindern sei die ideale Kinderzahl erreicht. 36% sehen in einem weiteren Kind eine große finanzielle Belastung. Für ein Viertel der befragten Eltern wäre zu wenig Platz in der derzeitigen Wohnung, 19% könnten ein weiteres Kind nur schwer mit den beruflichen Plänen vereinbaren.

Zur Untersuchung

Kommentare

  1. Herbert Ritter sagt:

    „Eine stabile Partnerschaft, aktives religiöses Engagement und das Aufwachsen mit mehreren Geschwistern begünstigen den Wunsch nach einer Familie mit mehr als zwei Kindern.“
    Als Vater von 6 Kindern kann ich obige 2 Aussagen bestätigen, die letztgenannte nicht unbedingt, da meine Frau Einzelkind war und trotzdem viele Kinder wollte, da sie als Kind immer allein war. Das wollte sie ihren Kindern nicht zumuten. Vielleicht kommt ja nach der Einkinderehe wieder eine andere Generation.

Kommentar schreiben