Betreuungsgeld: Frauen-Union gegen Auszahlung in bar

Frauenunion.deDie Frauenorganisation der CDU hat sich gegen das Betreuungsgeld in der von der CSU geforderten Form ausgesprochen. Statt die Leistung von 150 Euro monatlich in bar an die Eltern auszuzahlen, solle das Geld lieber für die Finanzierung der Rentenansprüche verwendet werden. Die CSU lehnt den Vorstoß der Frauen-Union ab. Familien sollten das Geld dann bekommen, wenn sie es am nötigsten hätten und nicht erst Jahrzehnte später, so die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär.

„Junge Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, sollten wir direkt unterstützen und nicht erst im Rentenalter“, sagte Dorothee Bär gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Laut Vorstandsbeschluß soll das Betreuungsgeld für die „Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung“, als „Einzahlungen in die private Altersvorsorge“ oder als „Einzahlungen in eine kapitalgedeckte Pflegeversicherung, die die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ergänzt“, verwendet werden. Vorstellbar sei auch die Finanzierung beruflicher Weiterbildung oder Deutschkurse für Eltern mit Migrationshintergrund.

Quellen: Vorstandsbeschluß der Frauen-Union und  sueddeutsche.de

Kommentare

  1. Gertrud Schneider sagt:

    Was ist das für eine Art der Anerkennung von Erziehungsleistung, wenn man die Auszahlung von Betreuungsgeld ablehnt? Wo ist die „tatsächliche Wahlfreiheit“, die „keine massiven Nachteile“ erwarten lässt? Die Politik hat ein eigentümliches Verständnis von Wahlfreiheit, die den Tatsachen entsprechend nicht besteht.
    Nichts dagegen wenn Mütter einen weiteren Beruf ausüben sollen, wenn sie es möchten. Wenn sie es aber müssen um mit der Familie über die Runden zu kommen ist das nicht in Ordnung und auch keine Wahlfreiheit. Das Betreuungsgeld ist ohnehin kein Ausdruck besonderer Familienfeundlichkeit, sondern ein billig ausgestattetes Trostpflaster. Es könnte aber ein kleiner Ausgleich und Anerkennung sein für die Betreuung und liebevolle Zuwendung zum Kind, die letztlich unserer ganzen Gesellschaft zugute käme. Warum eigentlich wird bei jeder Diskussion um das Betreuungs-geld die Bedeutung der verlässlichen Mutter-Kind-Beziehung verkannt bzw. geleugnet?
    Der Staat als Entscheidungsträger fördert einseitig Fremdbetreuung, Familienbetreuung aber nicht, das ist ungerecht und somit verfehlt er seine Verantwortungspflicht.
    Am Wirkungsvollsten wäre sicher, bessere Rahmenbedingungen für Eltern zu schaffen damit sie ihre Kinder selber versorgen können.

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