Union und FDP stimmen gegen Frauenquote

geralt/photoopia.comDer von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eingebrachte Antrag, für die Aufsichtsräte börsennotierter Gremien eine Frauenquote von 40 Prozent einzuführen, wurde heute mit den Stimmen der Union und der FDP im Rechtsausschuß abgelehnt. „Eine starre Quote“ sei kein geeignetes Mittel, so die Begründung der FDP. Zudem würden sich nicht ausreichend geeignete Frauen auf einen Aufsichtsratsposten bewerben. Die Fraktionen der SPD und der Linken enthielten sich.

Die Frauenquote in den Aufsichtsräten der 200 größten deutschen Unternehmen liege derzeit unter 10 Prozent, so die Begründung der Grünen für ihren Antrag. Andere Länder wie beispielsweise Norwegen seien da entschieden weiter als Deutschland. Dort gebe es seit 2008 in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen eine Quotenregelung für Frauen von 40 Prozent. Dem Antrag der Grünen-Fraktion nach hätten die entsprechenden Firmen den Anteil der Frauen bis 2017 auf 40 Prozent erhöhen müssen, sonst hätten ihnen Sanktionen bis hin zur Entziehung der Börsenzulassung gedroht.

Die Linke enthielt sich ihrer Stimme, da ihnen die Forderung der Grünen zu kurz greifen würde. Sie halten eine Quote von 50 Prozent angemessen, da Frauen „mehr als die Hälfte der Menschheit“ repräsentierten. Die SPD begründete ihre Enthaltung damit, daß der Antrag der Grünen keine Regelung für Vorstände und zum Thema Lohnungleichheit vorsehe. Die Union hält die Einführung einer Quote für verfrüht, auch wenn sie einen höheren Frauenanteil durchaus begrüßen würde.

Quelle: Bundestag.de

Kommentare

Kommentar schreiben