Deutlich mehr uneheliche Kinder im Osten Deutschlands

Foto: Maret Hosemann/pixelio.deJedes zweite in Ostdeutschland geborene Kind kam 2008 als uneheliches Kind auf die Welt. Damit belegt Ostdeutschland Platz 3 – hinter Island (64,1%) und Estland (59,1%) – im europäischen Vergleich der Quote unehelicher Kinder, so das Ergebnis einer Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). In den alten Bundesländern hat nur jedes vierte Kind (25,8%) bei der Geburt unverheiratete Eltern, mit steigender Tendenz.

„Die nichteheliche Elternschaft ist in den Neuen Bundesländern zur sozialen Normalität geworden. Weil das Zusammenleben ohne Trauschein als Lebensform anerkannt ist, haben sich Eheschließungen und Geburten zunehmend entkoppelt“, erläutert Dr. Jürgen Dorbritz vom BiB den deutlichen Ost-West-Unterschied. Viele würden sich heute ganz bewußt für eine Schwangerschaft ohne Trauschein entscheiden.

Auch im europäischen Vergleich gibt es ein gewisses Gefälle: Während in Nord- und Westeuropa die Quote nichtehelicher Kinder eher über dem Durchschnitt liegt, gibt es in Süd- und Osteuropa tendenziell mehr eheliche Kinder. Dabei würden Religiosität und gesellschaftliche Normen, sowie das Vorhandensein von Kinderbetreuungseinrichtungen und rechtliche Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle spielen, so die Wissenschaftler des BiB.

Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

(Foto: Maret Hosemann/pixelio.de)

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