Chipkarten statt Bargeld – Bayerischer Familienbund der Katholiken ist empört

Familienbund.orgEine „Gehässigkeit gegen Eltern“ nennt der Landesvorsitzende des Familienbundes der Katholiken, Dr. Johannes Schroeter, den aktuellen Vorschlag der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), staatliche Zahlungen an Hartz-IV-Familien künftig in Form von Chipkarten auszugeben. Am Montag hatte von der Leyen bekannt gegeben, daß die Entscheidung gefallen sei, „dass wir keine Geldleistung in die Familien geben, sondern dass die Hilfe direkt zu den Kindern kommt“.

Hintergrund ist die vom Bundesverfassungsgericht angeordnete Neuberechung des tatsächlichen Existenzbedarfs von Kindern.

Staatliche Subventionsleistungen sollen dem Wunsch der Arbeitsministerin nach ausschließlich in außerfamiliäre Angebote investiert werden. Mittels eines elektronischen Chipkartensystems könne sichergestellt werden, daß das Geld für Schreibhefte, Förderunterricht und Sportvereine ausgegeben würde. Anscheinend habe, so der Familienbund, der Sportverein nun den Platz der Familie als Keimzelle der Gesellschaft eingenommen.

Quelle: FAZ.net

Presseerklärung des Familienbundes der Katholiken in Bayern

Kommentare

  1. Für Frau v.d.Leyen steht eines außer Frage: Das mag ja für die Frau Arbeitsministerin und ihre sieben Kinder stimmen, aber für 90 % der Elternschaft stimmt das nicht. Denn fast allen, und gerade auch armen Eltern, liegt das Wohl ihrer Kinder am Herzen. Recht hat Herr Schröter, wenn er die Chipkartenlösung als Gehässigkeit gegenüber den allermeisten Eltern brandmarkt. Recht hat auch Herr Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, wenn er 20 Euro/Monat für unzureichend hält. Warum widersetzt sich unsere Regierung so beharrlich einer Lösung, die Eltern in die Lage versetzt, ihre Kinder aus eigener Kraft zu fördern, zu bilden, zu unterhalten? Dazu braucht es politischen Willen zur Änderung unsozialer Generationengesetze und den Sinn für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

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