Elternverein NRW fordert gewissenhaften Umgang mit Schulpolitik

In ihrer Stellungnahme bei der Bildungskonferenz in Nordrhein-Westfalen hat der Elternverein NRW seine Forderung nach einem Schulfrieden in NRW, dessen Mittelpunkt eine optimale Schulbildung jedes einzelnen Kindes ist, erneuert. Im Interesse aller Kinder gehe es um einen gewissenhaften Umgang mit der Schulpolitik. Anlaß sind die von der nordrhein-westfälischen Schulministerin Silke Löhrmann und von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geplanten Änderungen im Schulgesetz.
Zu diesem Vorhaben haben die Eltern folgende sieben Fragen formuliert:
1. In der Presse werden Sie zitiert, mittelfristiges Ziel der Landesregierung sei die Verankerung der “Gemeinschaftsschule” als flächendeckende Regelschule im Schulgesetz NRW – welchen Zeithorizont haben Sie dafür vorgesehen?
2. Sie sollen gesagt haben, die Erreichbarkeit einer Hauptschule solle in “zumutbarer Entfernung” gewährleistet bleiben: welche Entfernung planen Sie konkret als Obergrenze der Zumutbarkeit für bei Schulantritt 10jährige Kinder?
3. Wie wollen Sie verhindern, daß die Bildung von zig Jahrgängen von Kindern im Schulversuch gefährdet wird, nur weil Kommunalpolitiker trotz leerer Kassen eine Option auf eine vermeintliche gymnasiale Oberstufe als Prestigeobjekt in ihrer Gemeinde etablieren wollen?
4. Nach den “zentralen Eckpunkten für das Modellvorhaben” sollen die Eltern der Grundschüler im Einzugsbereich einer geplanten “Gemeinschaftsschule” zu dem Bedarf nach einer Gemeinschaftsschule “förmlich befragt” werden: Wie stellen Sie sicher, daß diese Eltern über die Tragweite ihrer Entscheidung umfassend und ausgewogen informiert sind? Wie wird gewährleistet, daß die Eltern der Kinder an der Entscheidung über eine Gemeinschaftsschule angemessen beteiligt werden, deren Schulen durch die Errichtung ausgeblutet und geschlossen werden?
5. Ist es richtig, daß Sie mit der Einführung von Gemeinschaftsschulen beabsichtigen, soziale Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft zu beseitigen? Hat die Schule nicht mehr die Aufgabe, die Bildung jedes einzelnen jungen Menschen nach seinen Möglichkeiten zu gewährleisten? Wo ist eine gesetzliche Grundlage verankert, die die Schule zum geeigneten Instrument für sozialen Ausgleich erklärt?
6. Wie stellen Sie sicher, daß – bei unserem Schuldenhaushalt und dem jetzt schon vorhandenen Lehrkräftemangel – genügend Lehrkräfte auf Dauer für die versprochenen Klassengrößen in den geplanten Gemeinschaftsschulen bereitstehen? Wie wird gesichert, daß diese Lehrkräfte die Qualifikation und das Nervenkorsett zu der notwendigen Differenzierung des Unterrichts mitbringen?
7. Sind Sie sicher, daß der angestrebte überwiegende gemeinsame Unterricht in den Modellschulen dem Stand der Bildungsforschung entspricht? Kennen Sie den Inhalt des Bildungsberichts des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung von 2008, Verfasser und Herausgeber Jürgen Baumert, Olaf Köller, Achim Leschinsky u.a., und wie lassen sich bei eingehender Kenntnis der dort angeführten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum “gemeinsamen Lernen” Ihre Pläne mit diesem Stand der Forschung vereinbaren?

Foto: siepmannH/pixelio.deIn einer Stellungnahme auf der Bildungskonferenz in Nordrhein-Westfalen am vergangenen Freitag hat der Elternverein NRW e. V.  seine Forderung nach einem Schulfrieden in NRW, dessen Mittelpunkt eine optimale Schulbildung jedes einzelnen Kindes ist, erneuert. Im Interesse aller Kinder müsse es einen gewissenhaften Umgang mit der Schulpolitik geben.

Anlaß der Stellungnahme, sind die von der nordrhein-westfälischen Schulministerin Sylvia Löhrmann und von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geplanten Änderungen im Schulgesetz.

Zu diesem Vorhaben haben die Eltern folgende sieben Fragen formuliert:

1. In der Presse werden Sie zitiert, mittelfristiges Ziel der Landesregierung sei die Verankerung der “Gemeinschaftsschule” als flächendeckende Regelschule im Schulgesetz NRW – welchen Zeithorizont haben Sie dafür vorgesehen?

2. Sie sollen gesagt haben, die Erreichbarkeit einer Hauptschule solle in “zumutbarer Entfernung” gewährleistet bleiben: welche Entfernung planen Sie konkret als Obergrenze der Zumutbarkeit für bei Schulantritt 10jährige Kinder?

3. Wie wollen Sie verhindern, daß die Bildung von zig Jahrgängen von Kindern im Schulversuch gefährdet wird, nur weil Kommunalpolitiker trotz leerer Kassen eine Option auf eine vermeintliche gymnasiale Oberstufe als Prestigeobjekt in ihrer Gemeinde etablieren wollen?

4. Nach den “zentralen Eckpunkten für das Modellvorhaben” sollen die Eltern der Grundschüler im Einzugsbereich einer geplanten “Gemeinschaftsschule” zu dem Bedarf nach einer Gemeinschaftsschule “förmlich befragt” werden: Wie stellen Sie sicher, daß diese Eltern über die Tragweite ihrer Entscheidung umfassend und ausgewogen informiert sind? Wie wird gewährleistet, daß die Eltern der Kinder an der Entscheidung über eine Gemeinschaftsschule angemessen beteiligt werden, deren Schulen durch die Errichtung ausgeblutet und geschlossen werden?

5. Ist es richtig, daß Sie mit der Einführung von Gemeinschaftsschulen beabsichtigen, soziale Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft zu beseitigen? Hat die Schule nicht mehr die Aufgabe, die Bildung jedes einzelnen jungen Menschen nach seinen Möglichkeiten zu gewährleisten? Wo ist eine gesetzliche Grundlage verankert, die die Schule zum geeigneten Instrument für sozialen Ausgleich erklärt?

6. Wie stellen Sie sicher, daß – bei unserem Schuldenhaushalt und dem jetzt schon vorhandenen Lehrkräftemangel – genügend Lehrkräfte auf Dauer für die versprochenen Klassengrößen in den geplanten Gemeinschaftsschulen bereitstehen? Wie wird gesichert, daß diese Lehrkräfte die Qualifikation und das Nervenkorsett zu der notwendigen Differenzierung des Unterrichts mitbringen?

7. Sind Sie sicher, daß der angestrebte überwiegende gemeinsame Unterricht in den Modellschulen dem Stand der Bildungsforschung entspricht? Kennen Sie den Inhalt des Bildungsberichts des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung von 2008, Verfasser und Herausgeber Jürgen Baumert, Olaf Köller, Achim Leschinsky u.a., und wie lassen sich bei eingehender Kenntnis der dort angeführten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum “gemeinsamen Lernen” Ihre Pläne mit diesem Stand der Forschung vereinbaren?

Quelle: Elternverein NRW

(Foto: siepmannH/pixelio.de)

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