Bert Rürup: Investition in Betreuung statt Elterngeld

Bert Rürup: Investition in Betreuung statt Elterngeld
Nach fast drei Jahren Elterngeld kommt der maßgebliche Wegbereiter des Elterngeldes Bert Rürup zu dem Schluß, daß diese Geldleistung „bislang nicht gewirkt“ habe. Das Elterngeld sollte den Menschen helfen, ihren Kinderwunsch zu realisieren. Die anhaltend niedrige Geburtenrate zeige aber, daß dieser Ansatz offenbar nicht ausreiche. Das alte System des Erziehungsgeldes würde er aber nicht wieder einführen, so Rürup. Das Geld sei in der Betreuungsinfrastruktur besser angelegt, sagte er dem „Freitag“.
Es überrasche ihn, daß Familienministerin Kristina Schröder den Erfolg bzw. Mißerfolg des Elterngeldes nicht an der Geburtenstatistik ablesen wolle. Dies hätten ihre Vorgängerinnen, Renate Schmidt und Ursula von der Leyen ganz anders gesehen. Man dürfe jetzt nicht darauf warten, daß die Menschen die Kinder später noch bekommen. Daran glaube er nicht. Deutschland befände sich „tief in einer Geburtenfalle, und es gibt keine wirklichen Vorbilder, da wieder raus zu kommen.“
Investitionen in bessere Vorschulen und Schulen seien der richtige Weg, um den Kindern, die schon geboren sind, die bestmögliche Bildung und Erziehung angedeihen zu lassen: „Damit macht man nichts falsch, weder für den Einzelnen noch für die Gesellschaft.“
http://www.freitag.de/politik/1048-nur-ein-narr-ndert-seine-meinung-nie

Foto: Bert Rürup (Quelle: www.tu-darmstadt.de)Nach fast drei Jahren Elterngeld kommt der maßgebliche Wegbereiter des Elterngeldes Bert Rürup zu dem Schluß, daß das Geld dafür in der Betreuungsinfrastruktur besser angelegt sei. „Diese Geldleistung hat bislang nicht gewirkt“, kritisiert Rürup im „Freitag“. Das Elterngeld sollte den Menschen helfen, ihren Kinderwunsch zu realisieren. Die anhaltend niedrige Geburtenrate zeige aber, daß dieser Ansatz offenbar nicht ausreiche. Das alte System des Erziehungsgeldes würde er aber nicht wieder einführen.

Es überrasche ihn, daß Familienministerin Kristina Schröder den Erfolg bzw. Mißerfolg des Elterngeldes nicht an der Geburtenstatistik ablesen wolle. Dies hätten ihre Vorgängerinnen, Renate Schmidt und Ursula von der Leyen ganz anders gesehen. Man dürfe jetzt nicht darauf warten, daß die Menschen die Kinder später noch bekommen. Daran glaube er nicht. Deutschland befände sich „tief in einer Geburtenfalle, und es gibt keine wirklichen Vorbilder, da wieder raus zu kommen.“

Investitionen in bessere Vorschulen und Schulen seien der richtige Weg, um den Kindern, die schon geboren sind, die bestmögliche Bildung und Erziehung angedeihen zu lassen: „Damit macht man nichts falsch, weder für den Einzelnen noch für die Gesellschaft.“

Quelle: der Freitag

Foto: Bert Rürup (Quelle: www.tu-darmstadt.de)

Kommentare

  1. OMA 42 sagt:

    Herrn Rürup und der SPD haben wir das völlig unsoziale Elterngeld (EG) zu verdanken, das nun nach 3 Jahren bereits gescheitert ist. Einem „Weisen“ hätte man schon etwas mehr Weitblick zugetraut. Leider ist er bei der Planung davon ausgegangen, dass
    1. ein Kind für die Mutter ein Schadensfall darstellt, der lohnabhängig ersetzt wird
    2. Akademikerkinder wertvoller sind als andere. Die Botschaft heißt: Kinder von Geringverdienern sind unerwünscht
    3. Mütter mit mehreren Kindern sind zu vernachlässigen, sie zahlen ja keine Lohnsteuer
    4. Familienarmut bedeutet lediglich Kollateralschaden.

    Nun will Herr Rürup das EG in Krippen und Schulen stecken. Aber
    1. sind Krippen keine Bildungseinrichtungen, sondern Familienersatz. Also wären Familieneltern endlich auch berechtigt
    2. muss das Geld für Schulen aus dem Bildungsetat und nicht aus dem Familienetat kommen.
    Herr Rürup sollte tunlichst einen neuerlichen Missgriff vermeiden!

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