„Familienpolitik ist mehr als Elterngeld und Krippenplätze“

„Familienpolitik ist mehr als Elterngeld und Krippenplätze“
In einem Interview mit dem Freitag kritisiert Kostas Petropulos, Leiter des Heidelberger Familienbüros, die Familienpolitik in Deutschland als „ausgesprochen mageres Modell“. Sie sei nichts weiter als eine „Fortsetzung der Arbeitsmarktpolitik mit anderen Mitteln“, die versuche, Mütter möglichst in Vollzeit im Arbeitsmarkt zu halten. Familienpolitik aber müsse mehr sein als Elterngeld und Krippenplätze und viel komplexer gedacht werden. Eltern brauchen viel Raum und Zeit für ihre Kinder. Petropulos plädiert deshalb für ein Erziehungsgehalt.
Entlohnte Familienarbeit sei eine „Chance für ein freies Familienleben und damit zugleich eine völlig neue Zukunftsperspektive für unsere Gesellschaft“. Mit einem Erziehungsgehalt in einer Höhe von 600 bis 1.000 Euro, was in etwa den Kosten für einen  Krippenplatz entspreche, würde Erziehungsarbeit eine wichtige Anerkennung erfahren und Eltern könnten selbst entscheiden, ob sie damit ihre Kinder erziehen oder einen Krippenplatz finanzieren wollen.
Es sei zudem ein feministischer Grundirrtum, daß mit einem gleichen Zugang zur Arbeitswelt Gleichberechtigung geschaffen werde. Gerechtigkeit könne nur durch eine Gleichwertigkeit auf dem Feld der Familienarbeit erreicht werden, so Petropulos. Ein Erziehungsgehalt wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
http://www.freitag.de/politik/1051-das-ist-der-feministische-grundirrtum

Kostas PetropulosIn einem Interview mit dem Freitag kritisiert Kostas Petropulos, Leiter des Heidelberger Familienbüros, die Familienpolitik in Deutschland als „ausgesprochen mageres Modell“. Sie sei nichts weiter als eine „Fortsetzung der Arbeitsmarktpolitik mit anderen Mitteln“, die versuche, Mütter möglichst in Vollzeit im Arbeitsmarkt zu halten. Familienpolitik aber müsse mehr sein als Elterngeld und Krippenplätze und viel komplexer gedacht werden. Petropulos schlägt die Einführung eines Erziehungsgehaltes vor. Eltern und Gesellschaft könnten davon gleichermaßen profitieren.

Eltern brauchen viel Raum und Zeit für ihre Kinder und dürften nicht nur an ihrem marktwirtschaftlichen Wert gemessen werden. Entlohnte Familienarbeit sei eine „Chance für ein freies Familienleben und damit zugleich eine völlig neue Zukunftsperspektive für unsere Gesellschaft“. Mit einem Erziehungsgehalt in einer Höhe von 600 bis 1.000 Euro, was in etwa den Kosten für einen  Krippenplatz entspreche, würde Erziehungsarbeit eine wichtige Anerkennung erfahren und Eltern könnten selbst entscheiden, ob sie damit ihre Kinder erziehen oder einen Krippenplatz finanzieren wollen.

Es sei zudem ein feministischer Grundirrtum, daß mit einem gleichen Zugang zur Arbeitswelt Gleichberechtigung geschaffen werde. Gerechtigkeit könne nur durch eine Gleichwertigkeit auf dem Feld der Familienarbeit erreicht werden, so Petropulos. Ein Erziehungsgehalt wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Quelle: Der Freitag

(Foto: Kostas Petropulos/privat)

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