ÖDP: Hände weg von der Elternzeit – „Ziel muss die familienkompatible Wirtschaft sein“

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) warnt die Politik eindringlich davor, die Elternzeit von drei auf zwei Jahre zu verkürzen. „Wem es wirklich um das Wohl von Kindern und Familien geht, der kann solchen familienfeindlichen Überlegungen nur entschieden widersprechen,“ sagt Dr. Johannes Resch, Mitglied der Bundesprogrammkommission in der ÖDP. Resch bezieht sich auf Pressemeldungen, die aus dem noch unveröffentlichten Achten Familienbericht der Bundesregierung zitieren.

Darin werde die gesetzliche Dauer der Elternzeit von drei Jahren als insgesamt fragwürdig eingeschätzt und einer Verkürzung der Elternzeit auf zwei Jahre das Wort geredet. „Wenn dann die so genannten Experten diese Verkürzung mit der großen organisatorischen und finanziellen Belastung für die Unternehmen begründen, dann wird sehr deutlich, dass die Zielperspektive eben die wirtschaftskompatible Familie ist, nicht die familienkompatible Wirtschaft,“ so Resch. Niemand frage nach der organisatorischen und finanziellen Belastung der Familien und den daraus resultierenden gravierenden Folgen in erster Linie für die Kinder. „Von einer Familienministerin erwarte ich, dass sie auf solche Experten, wie sie sich offensichtlich im Achten Familienbericht verbreiten durften, nicht hört. Sie sollte stattdessen auf eine zukunftsorientierte Familienpolitik setzen, die endlich Kindern den Raum zum Wachsen gibt und Familien durch eine gerechte Ausgestaltung des momentan amputierten Generationenvertrages hilft, ihren unersetzbaren Aufgaben für die gesamte Gesellschaft nachzukommen,“ so Resch, der auch im Vorstand des Bundesarbeitskreises Familienpolitik in ÖDP engagiert ist.

Kommentare

  1. Braucht es noch einen lauteren Weckruf als den demnächst erscheinenden achten Familienbericht, um aufzuschrecken aus lethargischer Verschlafenheit?

    „Familien fehlt es nicht am Geld, sondern an Zeit“, heißt es da. Daher raten die „Experten“ paradoxerweise zur Kürzung der Elternzeit, zu mehr Krippen, mehr Ganztagsbetreuung für Schüler, zu mehr und längerer Erwerbstätigkeit für Mütter, also zu weniger Zeit für Familie!

    Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen.

    „Mehr Geld brauchen Familien nicht“- finden die „Experten“. Daher raten sie zur Abschaffung des Ehegattensplittings und der Mitversicherung erwerbsloser Ehegatten, ohne welche eine Familie mit mehreren Kindern sowieso nicht überleben kann. Mütter sollen sich gefälligst ihr Geld und ihre Altersversorgung selber verdienen, obwohl sie doch – nach Expertenmeinung – gar kein Geld brauchen!

    Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen.

    „Tradierte Rollenmodelle müssten aufgebrochen werden, daher soll die Berufstätigkeit der Frauen forciert werden“. Aha, da sind nun beamtete „Aufbrecher“ am Werk. Nicht die Familien selbst bestimmen künftig über ihr Lebensmodell und ihre Organisation. Dazu sind Eltern nach Expertenmeinung zu blöd. Wer sich weigert, ein „zeitgemäßes“ Rollenmodell zu leben, dem wird einfach der Geldhahn zugedreht! Basta!

    Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen.

    Kinder werden in dem Bericht mit keinem Wort erwähnt. Um Kinder geht es schon längst nicht mehr. Man kann sie herumschieben wie Möbelstücke. Sie haben, wie ihre Eltern, den Gesetzen der Ökonomie zu gehorchen. Eltern sollen Kinder haben, als hätten sie keine! Man macht sich nicht einmal mehr die Mühe, die Sklaverei zu beschönigen. Eiskalt verfügen die „Experten“ über die Familie.

    Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen.

    Wer Familienberichte aus vergangenen Jahren zum Vergleich heranzieht, dem springt der Trend zur materialistisch-sozialistischen Gesellschaft förmlich ins Auge, nur dass diese hierzulande außer rot auch noch schwarz, gelb und grün schillert. Am Nasenring werden Familien in die „Arbeitsmarktverwertbarkeit“ gezerrt. Merken wir gar nicht mehr, wohin die Reise geht? Dämmern wir einfach so dahin, um schließlich in einer völlig anderen Gesellschaft aufzuwachen?

    Hatten wir das nicht schon einmal in unserer Geschichte?

  2. […] http://www.familien-schutz.de/?p=7478#more-7478 Weiterempfehlen:ShareE-MailFacebook This entry was posted in Aktuelles and tagged Arbeitsmarkt, Ehegattensplitting, ÖDP, Resch by Bärbel Fischer. Bookmark the permalink. […]

  3. simone sagt:

    was kann man denn kongret tun, um sich nicht an der nase herumführen zu lassen? denn ich bin definitv dagegen die elternzeit zu kürzen…auch wenn ich noch keine eignen kinder habe…

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