Bindungsforscherin kritisiert schlechte Bedingungen in Kinderkrippen

Viele Kinderkrippen haben ein Qualitätsproblem, kritisiert Bindungsforscherin Karin Grossmann im Interview mit der Taz. Bei ihren Fortbildungen für Erzieher höre sie von „schlimmen Zuständen“, deren Ursache zumeist ein ungünstiger Betreuungsschlüssel sei. Zweijährige würden vielerorts mit Kindergartenkindern zusammengesteckt, „von denen sie „überrollt werden“. Den vielzitierten Bildungsgewinn für Kita-Kinder gebe es aber nur bei sehr guter Qualität und „diese Bedingungen sind oft nicht gegeben.“ Dann seien die Folgen negativ, bestätigt Grossmann. 

Ein Kind, das immerfort um Aufmerksamkeit kämpfen muß, „lernt kein angemessenes Konfliktverhalten“, so die Psychologin. Für die kleinen Kinder sei das purer „Streß“. „Je mehr aggressive Konflikte Kita-Kinder erleben, umso aggressiver werden sie.“ Grossmann empfiehlt daher für kleine Kinder einen Betreuungsschlüssel von nicht mehr als ein oder zwei Kindern auf eine Betreuerin.

Das Betreuungsgeld befürwortet Grossmann dennoch nicht. Bei mangelnder Qualität in der Kinderkrippe empfiehlt sie statt der innerfamiliären Erziehung eine Leihoma oder die Betreuung durch eine Tagesmutter. Denn „eine Person allein ist mit dem Kleinkind überfordert“ und „oft freuen sich diese Kinder über die Abwechslung“, so Grossmann.

Quelle: Taz.de

Foto: Karin Grossmann (Quelle: www.uni-regensburg.de)

Kommentare

  1. Michael Bloch sagt:

    Seit Urzeiten, quasi sei „Adam und Eva“ erziehen Mütter ihre Kinder selbst, und es hat den Kindern nie geschadet. Ganz im Gegenteil.

    Wenn Frau Großmann jetzt behauptet, „eine Person allein sei mit dem Kleinkind überfordert“, dann stellt sie sich gegen jahrtausende lang gewachsene und bewährte Familienstrukturen.

    Was soll das? Entweder war Frau Großmann mit der Erziehung ihrer eigenen Kinder überfordert, oder sie beugt sich der „Mainstream-Meinung“, weil sie andernfalls berufliche Nachteile für sich selbst befürchtet.

    Das Wohl der Kinder, das nachweislich nur bei der Erziehung durch die eigene Mutter gegeben ist, bleibt wieder unberücksichtigt.

  2. Franziska Nielsen sagt:

    Wie kann man mit einem Kind überfordert sein??
    Ich hab das Gefühl, dass Familien in Deutschland
    systematisch ausgerottet werden. Das Traurige ist auch noch, das viele Eltern dabei auch noch mitmachen. Mütter und Väter sollten ihre Kinder
    selber Erziehen denn eine gesunde Bindung ist Förderlicher als Kita oder Krippe. Dennoch sollte ein Kind ab 3 oder 4 Jahren eine Kita für bis zu 4 Stunden täglich( bei normal Entwickelten Kindern) besuchen. Kinder die Integrationsplätze brauchen sollten bis zu 6 Stunden die Kita mit einem I-Platz besuchen.
    Das ist die beste Förderung.

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