Frauenquote für Europa durchgefallen

Die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in Europa ist vorerst gescheitert. Die EU-Kommission konnte sich am Dienstag auf keinen Gesetzentwurf einigen. EU-Justizkommissarin Viviane Reding kündigte an, einen neuen Vorschlag zu erarbeiten, der den EU-Staaten mehr Möglichkeit lassen solle, Frauen mit nationalen Programmen zu fördern. Die Frauenquote ist nicht nur innerhalb der Behörde, sondern auch unter den EU-Staaten umstritten. Die Bundesregierung lehnt die gesetzliche Frauenquote auf europäischer Ebene ab.

Reding will den Anteil weiblicher Aufsichträte in börsennotierten Unternehmen bis 2020 auf 40 Prozent festschreiben lassen. Firmen, die sich nicht an diese Vorgabe halten, sollen bestraft werden. Es drohen Bußgelder, der Entzug staatlicher Subventionen oder der Ausschluss von öffentlichen Wettbewerben. Auch Vorstandposten sollen nach dem Willen der Justizkommissarin mit mehr Frauen besetzt werden. Es gelte den Weg zu prüfen, auf dem dieses Ziel erreicht werden kann.

Zwei von drei EU-Kommissaren lehnten Redings Initiative ab. Die Gegner der Quote befürchten vor allem rechtliche Probleme, Nachteile für Firmen und einen hohen Bürokratieaufwand.

Quelle: Focus

Foto: Viviane Reding (Quelle: EU-Kommission)

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