Gutachten: Bayerns Schulen sehr gut

Die Schulsysteme von Bayern und Baden-Württemberg produzieren mehr Aufsteiger als Absteiger; in Nordrhein-Westfalen ist es gerade umgekehrt. Das hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung herausgefunden. Damit attestiert die Studie dem dreigliedrigen Schulsystem der beiden südlichen Bundesländer eine hohe Durchlässigkeit nach oben. 

In der Studie, aus der die Welt zitiert, heißt es: »Günstige Verhältnisse von Aufstieg zu Abstieg finden sich hingegen in Ländern mit mehrgliedriger Schulstruktur, in denen ein bedeutsamer Anteil an Schülerinnen und Schülern die Hauptschule besucht – hier steht an den Hauptschulen noch ein ausreichendes Aufsteigerpotenzial zur Verfügung.«

Mit anderen Worten: In Bayern und Baden-Württemberg ist die Hauptschule nicht zur Restschule degradiert, sondern ermöglicht starken Schülern die Weiterentwicklung im Verlauf ihrer Schulkarriere. Deshalb ist in Bayern die Zahl der Studenten, die nicht direkt mit dem Abitur auf die Hochschule gelangt sind, sondern auf Umwegen, am höchsten.

In den Ländern wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hingegen, die das dreigliedrige Schulsystem verschmähen, werden Bildungsverlierer produziert und das Niveau der Hauptschule durch die frustrierten Absteiger weiter geschwächt. In der Studie heißt es: »An diesen Schulen häufen sich Schülerinnen und Schüler, deren Schullaufbahn durch multiple Selektions- und Scheitererfahrungen gekennzeichnet sind.«

FreieWelt.net

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Kommentare

  1. dickbrettbohrer sagt:

    Die großen Schulzentren neigen tendenziell zum Totalitarismus, nicht nur in organisatorischem Bereich. Anonymisierung und Gleichschaltung erzeugen einen bildungsfeindlichen Rahmen, in dem die Trivialpädagogik traurige Urständ feiert. Staatsmonopolistisch aufgestellte Schulsysteme sind die Brutstätte für die rasch voranschreitende Entropie der bürgerlichen Bildungsgesellschaft, die den Aufstieg der westlichen Industrienationen ermöglicht hat. Am deutlichsten sichtbar wird das Unvermögen des Staates, der jungen Generation selbst die basalen Kulturtechniken zu vermitteln, am Verfall der Schriftkultur. Auch der Mangel an naturwissenschaftlich interessierten Schulabgängern sollte ein deutliches Alarmzeichen sein.
    Bildung kann nun einmal nicht gedruckt werden wie Papiergeld, und die papierenen Abiturzeugnisse sind nichts wert, wenn sie in immer größerer Anzahl, dem Euro gleich, ohne Bezug auf (geistige) Leistung ausgestellt und verteilt werden.
    Mit der Discountware Schulbildung wird die westliche Zivilisation auf Dauer nicht gegen die Konkurrenz anderer Kulturen bestehen können. Wohlstand und Frieden sind untrennbar verknüpft mit hohen kulturellen Leistungen, die nicht nur von einer schmalen geistigen Elite, sondern von der Masse getragen werden muß.

    Gruß
    dickbrettbohrer

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