Mehr Rentengerechtigkeit für ältere Mütter ist keine Finanzierungsfrage

„Nach dem erbärmlichen Gezerre um das Betreuungsgeld ist die Forderung der CDU-Frauen-Union auf Anrechnung von drei Erziehungsjahren für vor 1992 geborene Kinder mal etwas Positives und ein Stück mehr an Gerechtigkeit. Auch die Lebensleistung von Müttern muss sich in der Altersversorgung niederschlagen. Es ist nicht hinnehmbar, dass gerade diejenigen, die den wichtigsten Beitrag für die Zukunft unseres Landes geleistet haben, immer wieder benachteiligt werden“, so die Ehrenvorsitzende des Verbandes Familienarbeit e. V., Wiltraud Beckenbach, zur geforderten Erhöhung der Renten älterer Mütter. 

Der stellv. Vorsitzende des Verbandes, Dr. Johannes Resch, ergänzt: „Mehr Erziehungsjahre für ältere Mütter bei der Rente sind ohne Zusatzfinanzierung möglich.“ Er erläutert: „Die Rentenhöhe orientiert sich am `aktuellen Rentenwert`, der nach dem `Durchschnittsentgelt` vollbeschäftigter Arbeitnehmer/innen bestimmt wird. Das bildet aber die Lebenswirklichkeit von Arbeitnehmer-Familien ungenügend ab, weil die unbezahlte Erziehungsarbeit von Eltern nicht berücksichtigt wird. Es werden ausschließlich die Lebensverhältnisse von Nur-Erwerbstätigen zugrunde gelegt. Es ist wirklichkeitsnäher, die unbezahlte Erziehungsarbeit bei der Berechnung des Durchschnittsentgelts teilweise zu berücksichtigen. Damit wird der aktuelle Rentenwert etwas gesenkt. Schon eine Minderung um 5% spart etwa 13 Mrd. € ein. Das ist etwa der Betrag, der zur Finanzierung von zwei zusätzlichen Erziehungsjahren für alle vor 1992 geborenen Kinder erforderlich ist. Eine finanzielle Zusatzbelastung für die Rentenversicherung oder den Staat wird vermieden. Im Ergebnis würden Ansprüche aus Erwerbsarbeit geringfügig sinken. Die Erziehungsleistung würde aber deutlich aufgewertet.“

Resch weiter: „Dann wird Altersarmut, die vor allem Mütter mehrerer Kinder betrifft, gemindert und ein Stück Generationenvertrag zwischen Eltern und Kindern wiederhergestellt. CDU/CSU und FDP können jetzt beweisen, dass sie aus ihren Fehlern bei der Rentenreform 1957 gelernt haben.“

Foto: Wiltraud Beckenbach/Verband Familienarbeit e.V.

Kommentare

  1. Ratz Fatz sagt:

    Wieder einmal sollen Väter benachteiligt, Mütter einseitig bevorzugt werden. Sie behaupten, sich für Familien einzusetzen und benachteiligen Väter ohne Skrupel. Gehört der Vater nicht zur Familie? Leistet er keine Erziehung? Für mich hört sich das nach feministischer Ideologie an, bei der die Kinder von den Mütter nur egoistisch ausgebeutet werden!

  2. Gabriele Olveira sagt:

    Was bitte ist „feministische Ideologie“ an der Tatsache, dass immer noch die meisten Kinder in Familien mit einem Vater und einer Mutter aufwachsen und die unbezahlte Erziehungsarbeit von Müttern, die ihren Nachwuchs nicht in Kitas abschieben, endlich etwas aufgewertet werden soll?

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