Bundesrat stimmt Betreuungsgeld zu – Debatte reißt nicht ab

Die vorerst letzte Hürde ist genommen: Vergangenen Freitag hat nun auch der Bundesrat der Einführung des Betreuungsgeldes ab August 2013 zugestimmt. Damit scheiterten die Rot-Grün regierten Länder mit ihrer Forderung, das Betreuungsgeld-Gesetz im Vermittlungsausschuß nachverhandeln zu lassen. Ein Ende der Debatte ist allerdings noch lange nicht in Sicht.

Erneut beschimpfte u.a. die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) die neue Familienleistung als völlig fehlgeleitet und kritisierte, daß damit Kinder von frühkindlicher Bildung ferngehalten würden. Dabei betonen Fachexperten immer wieder, daß Kinder im Krippenalter (0-3 Jahre) statt Bildung in erster Linie eine konstante, stabile und emotionale Bindung brauchen.

Trotz fundierter Erkenntnisse im Bereich der Bindungs- und Sozialforschung, sowie eindringlicher Warnungen zahlreicher Fachexperten vor zu früher außerhäuslicher Fremdbetreuung, werden die Betreuungsgeld-Gegner nicht müde, die angeblichen Vorteile der Krippenbetreuung und die Notwendigkeit des massiven Ausbaus von Kinderkrippen immer wieder zu betonen:

Das Betreuungsgeld zementiere ein „überholtes Familienbild“ und halte Kinder von frühkindlicher Bildung fern, so Hamburgs Familiensenator  Detlef Scheele (SPD). Deshalb will Hamburg alsbald gegen das Betreuungsgeld-Gesetz vor dem Verfassungsgericht klagen und bereitet derzeit einen entsprechenden Antrag vor.

Foto: Mutter mit Kind (c) Souza / pixelio.de

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