Preußlers „Kleine Hexe“ wird politisch korrekt

Der Kinderbuchklassiker „Die Kleine Hexe“ von Otfried Preußlers erscheint in einer „bereinigten“ Neuauflage demnächst ohne „Negerlein“, „Chinesenmädchen“ und „Türken“. Mekonnen Mesghena, Leiter des Referats Migration & Diversity der Heinrich-Böll-Stiftung, hatte sich beim Verlag über diese „rassistischen und ausschließenden“ Begriffe beschwert, er fühle sich davon „wie vor den Kopf gestoßen“. Nach Rücksprache mit der Familie Preußler plant der Verlag für Juli 2013 nun eine politisch korrekte Überarbeitung: 

„Auch Ihrem Schreiben von neulich ist es wohl zu verdanken, dass es gelungen ist, die Familie Preußler davon zu überzeugen, die fraglichen Begriffe in ’Die kleine Hexe‘ auszutauschen“.

Weitere Klassiker des Stuttgarter Thienemann Verlages sollen ebenfalls durchgeschaut werden, erklärte der Verleger Klaus Willberg der taz. Nur so blieben die Bücher zeitlos.

Zahlreiche Beschwerden beim Verlag und Diskussionen im Netz haben den Thienemann Verlag nun zu einer Stellungnahme veranlaßt. Darin heißt es, man habe sich entschieden, „das Wort ‚Neger‘ in ‚Die kleine Hexe‘ zu streichen und auch eine Modernisierung des Textes bezüglich anderer, dem heutigen Sprachgebrauch nicht mehr üblicher Begriffe vorzunehmen.“ (…) „Zum Beispiel kennen Kinder das Wort ‚wichsen‘ nicht mehr im Sinn von ‚putzen‘ oder ‚polieren‘.“ Und weiter: „Weil uns die Texte so wichtig sind, glauben wir, dass sie im Laufe der Zeit bedachtsame Bearbeitungen benötigen. Sie würden sonst für Kinder unverständlich und nicht mehr gern gelesen werden.“

Quelle: taz.de und boersenblatt.net (Hier finden Sie die Erklärung im Wortlaut)

Foto: thienemann.de

Kommentare

  1. Durchblicker sagt:

    Schade das man sich so beeinflussen läßt. Das ist Literatur und hat unverfälscht zu bleiben!
    Es käme ja auch keiner auf die Idee in Goethes Werk den Götz von Berlichingen umzuschreiben!
    Selbst ein Werk von Karl May würde niemand fordern umzuschreiben. Und dort kommen sicher weniger ehrenhafte Bezeichungen vor.
    Wenn die Umschreibung wirklich angedacht ist, und auch für weitere Werke, dann lassen sie sich BITTE bis Oktober Zeit.
    Viele hoffen das nach der Bundestagswahl ein anderer Wind weht, und solche unmöglichen Forderungen dann nicht mehr gestellt werden.

  2. Olaf Heinecke sagt:

    Hallo
    Sie sollten sich mal die 36 Seiten Anhang von JF im Spiegel durchlesen ,wie eigentlich die Masse der Menschen ueber diesen Unfug denkt. OH

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