Familienleistungen: Gutachten in der Kritik

Woran misst man den Erfolg der Familienförderung? Jedenfalls nicht am Nutzen, den Familien für die Volkswirtschaft erbringen, sagt Regierungssprecher Seibert. Vielmehr gehe es darum, Familien »möglichst gute Lebensbedingungen ermöglichen«, alles andere sei »zutiefst unmenschlich«. Nicht die Bundesregierung habe die Instrumente der Familienförderung als unwirksam bezeichnet. 

Vielmehr seien das Aussagen von unabhängigen Wissenschaftlern gewesen. Und die haben zahlreiche Familienpolitiker der Union und Vertreter von Verbänden scharf kritisiert.

Die CSU-Politiker Singhammer und Christine Haderthauer betonten aufs Neue die Bedeutung der Wahlfreiheit für Familien, die sie auch weiterhin ermöglichen wollten. Außerdem verwahrten sie sich gegen den Versuch, Wissenschaftlern ohne Mandat durch den Wähler die Deutungshoheit über die Ergebnisse zu überlassen.

Johannes Schroeter, Vorsitzender des Familienbundes der Katholiken in Bayern, kritisierte die Politik im allgemeinen sehr scharf: »Dass die Familienpolitik versagt hat, ist teilweise wahr. Dass dies an den geschilderten Unterstützungsleistungen liege, ist eine absolut unwahre Behauptung.« Des weiteren wies er auf die fatalen Folgen einer rein ökonomischen Betrachtungsweise hin: »Grundsätzlich gelten in diesem ›Gutachten‹ die Dienstleistungen der Familien als wertlos, weil unter den Volkswirten quasi per Definition elterliche Erziehungsleistung als Nicht-Tätigkeit gilt. Da kommen dann solche Paradoxien zustande, dass eine Mutter, wenn sie zuhause ihre Kinder erzieht, als wertlos gilt – wenn sie sich aber prostituierte, wäre sie auf einmal volkswirtschaftlich wertvoll.«

 

FreieWelt.net

Bild: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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