Schröder kritisiert Steinbrücks Familien-Äußerungen

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat in einem Gastbeitrag für die FAZ die Äußerungen von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zur Familienpolitik kritisiert. Die Interpretation des Gutachtens, das die Wissenschaftler vorgelegt haben, über das gerade heftig diskutiert wird, behielt sie sich und der Politik als ganzer vor, da letztlich sie Entscheidungen zu treffen habe. 

Das Vorhaben Steinbrücks und der SPD, Kinder möglichst früh aus den Familien zu nehmen und in Betreuungseinrichtungen unterzubringen, kritisierte sie. Steinbrück pflege »ein Leitbild, nach dem Frauen schnellstmöglich nach der Geburt wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und auf keinen Fall ›Mutter an Heim und Herd‹ sein dürfen – unabhängig davon, was die jeweilige Frau überhaupt will. Der Erfolg von Familienpolitik bemisst sich demnach an einer arbeitsmarktpolitischen Frage.«

Gegen dieses Leitbild hält Schröder dagegen: »Familien sind keine ökonomische Verfügungsmasse.« Sie wolle die Verschiedenheit der Lebensmodelle akzeptieren und bei der Förderung nach dem Familienwohl fragen. »Die Hausfrau ist nicht mehr das alleinige Leitbild christlich-liberaler Familienpolitik. Aber eben auch nicht das Feindbild. Es gibt in Deutschland genauso viele Familien, die ihre ein- und zweijährigen Kinder zu Hause betreuen wollen, wie es Familien gibt, die einen Kita-Platz brauchen. Ich empfinde es als eine Frechheit, den einen zu sagen, ihr macht es richtig, und den anderen, ihr macht es falsch. Für mich zählt, dass Familien so leben können, wie sie selbst leben wollen – und das ist individuell verschieden, je nach persönlichen Wertvorstellungen, ja nach Alter der Kinder, je nach beruflichen Zielen.«

 

FreieWelt.net

Foto: BMFSFJ/L. Chaperon

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