»Die Ehe ist ein Langstreckenlauf der besonderen Art« – Interview mit Sabine und Siegbert Lehmpfuhl

Vom 7. Bis zum 14. Februar 2013 findet an vielen Orten in Deutschland die MarriageWeek statt, die – in den Worten des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann – folgendes Ziel hat: »Man will etwas Gutes für die Ehe tun, man will positiv auf sie aufmerksam machen.« FreieWelt.net sprach mit Sabine und Siegbert Lehmpfuhl vom Lenkungskreis. 

FreieWelt.net: Wie ist die Marriage Week entstanden und was bezweckt sie?

Sabine und Siegbert Lehmpfuhl: Der Gedanke, eine Woche der Ehe zu gestalten stammt aus England. Der Geschäftsmann Richard Kane hatte diese fantastische Idee, als er im Baumarkt an der Kasse stand und die vielen Menschen dort beobachtete. Um ihr Haus kümmern sie sich. Reparaturen und Neuinstallationen werden sorgfältig geplant und ausgeführt. Sollte man sich nicht auch mit derselben Sorgfalt um die Beziehungen in Ehe und Familie kümmern? Na klar! Es muss eine Bewegung her, die mit vielen Aktionen den Wert der Investition in die Ehe deutlich macht. Dabei geht es in dieser einen Woche nicht um tiefschürfende therapeutische Maßnahmen. Die werden sicher manchem Paar deutlich. In dieser Woche geht es darum, dem Wert der Beziehung zwischen Mann und Frau öffentlich Bedeutung zu geben.

FreieWelt.net: Was macht die Ehe für Sie so besonders, dass Sie ihr eine bundesweite Veranstaltung widmen?

Sabine und Siegbert Lehmpfuhl: Weil sie ein Langstreckenlauf der besonderen Art ist und die Menschen auf diesem Lauf Ermutigung und Hilfe sowie Anerkennung brauchen. Ehe als lebenslange Lebensform ist möglich. Aber sie durchläuft verschiedene Phasen mit vielen persönlichen Herausforderungen. In einer Gesellschaft, in der die Scheidungsrate dramatisch ansteigt, ist so eine Aktion notwendig. Es geht darum deutlich zu machen, dass eine Beziehung »bis der Tod sie scheidet« gelingen kann und auch viele erstrebenswerte Seiten hat.

FreieWelt.net: Was können Ehepaare von der Marriage Week erwarten? Warum sollten sie teilnehmen? Welche Möglichkeiten haben sie?

Sabine und Siegbert Lehmpfuhl: Ein Buch von Dr. Albert Wunsch trägt den Namen »Boxenstop für Ehepaare« im Untertitel. Genau darum geht es in der MarriageWeek. Einfach einmal innehalten und schauen, welche Verbindungen erneuerungsbedürftig sein könnten. Dazu eignen sich die Angebote der MarriageWeek. In vielen Orten finden romantische Abende oder auch erlebnisorientierte Zusammenkünfte für Ehepaare statt. Das ist so ein Innehalten, Aushalten, Nachsinnen und für manche ein Anlass, mehr für ein gelingendes Zusammenleben zu tun. Dabei soll es nicht in erster Linie um noch mehr Arbeit gehen. Die Angebote bieten viele Möglichkeiten, der Verbindung als Ehepaar neuen Schwung zu geben.

FreieWelt.net: Die Ehe zu feiern und zu stärken klingt ganz schön altmodisch. Welches politische oder weltanschauliche Konzept steckt dahinter?

Sabine und Siegbert Lehmpfuhl: Das politische Konzept, dass die Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz des Staates stehen sollte. Und das weltanschauliche Konzept, dass Mann und Frau und daraus entstehende Kinder am effektivsten zusammen leben und sich entfalten können, wenn verbindliche und zuverlässige Bindungen dieses Zusammenleben prägen. Sogar Karl Marx war davon überzeugt, dass die Ehe als kleinste Zelle der Gesellschaft Aufmerksamkeit braucht. Wenn es in der nahen Beziehung einer Ehe gut funktioniert, kann das gesellschaftliche Leben nur profitieren.

FreieWelt.net: Familie ist da, wo Kinder sind, sagt man manchmal. Ist Ehe da, wo zwei Menschen füreinander Verantwortung übernehmen?

Sabine und Siegbert Lehmpfuhl: Unsere Überzeugung ist, dass Ehe da ist, wo Mann und Frau verbindlich einen Lebensbund miteinander schließen.

FreieWelt.net: Vielen Dank für das Gespräch!

Kommentare

Kommentar schreiben