Familienförderung bleibt umstritten

Der Auftritt von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) beim gestrigen »Familiengipfel« von Ministerin Schröder, den Gewerkschaften, Arbeitgebern und Verbänden nutzt Dorothea Siems in der Welt, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Parteien herauszuarbeiten. Anhand der familienpolitischen Vorstellungen könne man erkennen, »welches Gesellschaftsbild sich dahinter verbirgt.« 

Siems zufolge haben das bürgerlich-liberale und das sozialistisch-grüne Lager geradezu diametral entgegenlaufende Vorstellungen von Familienpolitik: »Während das bürgerliche Lager Eltern mehr von ihrem selbst verdienten Geld belassen möchte, zielen die Vorschläge der Opposition auf eine Umverteilung zwischen den Familien ab: Paare mit traditioneller Rollenteilung sollen mehr zahlen, Eltern mit geringen Einkommen hingegen mehr Geld vom Staat bekommen.«

Während die Union eher nach Frankreich blickt, wo Familien umso stärker gefördert werden, je größer sie sind, schielt Rot-Grün nach Skandinavien, wo die Volksheimideologie lebt. Mit anderen Worten: Die einen wollen Kinder unterstützen, weil sie Kinder sind, die anderen unterscheiden zwischen Kindern aus vermögendem und nicht vermögendem Elternhaus.

Rote und Grüne haben bei ihren Vorstellungen zahlreiche Stimmen aus der Wirtschaft auf ihrer Seite. Dieser Allianz ist das Ehegattensplitting ein Dorn im Auge, weil es Frauen Anreize bietet, sich nicht der kapitalistischen Verwertungslogik zu unterwerfen, sondern sich um die Kindererziehung zu kümmern. Die Attraktivität rot-grüner Familienpolitik besteht in der Hoffnung, den vielzitierten Fachkräftemangel zu beheben. Siems: »Eine Abschaffung des Ehegatten-Splittings würde den Druck auf die Mütter erhöhen, nach möglichst kurzen Babypausen ganztags arbeiten zu gehen.«

 

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Bild: Wilhelmine Wulff/pixelio.de

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