Frankreich: Streit um Homo-Ehe geht weiter

In Frankreich ist die Homo-Ehe beschlossene Sache, doch die Nation kommt nicht zur Ruhe – im Gegenteil. Die Gegner gehen immer wieder auf die Straße, um ihrem Unmut Luft zu machen: Innenminister Manuel Valls wurde mit einem Trillerpfeifenkonzert begrüßt, als er aus der Oper kam, Präsident Hollande hat schon einmal eine Reise abgesagt, um nicht mit dem Protest konfrontiert zu werden. 

Beobachter befürchten, dass sich der Protest gegen die Homo-Ehe radikalisiert. Der Anführerin, der Künstlerin Frigide Barjot, scheinen die Zügel aus der Hand zu gleiten. Ihr Schwager, der Künstler Karl Zéro, rief sie unlängst öffentlich zur Mäßigung auf und warnte, sie spiele mit ihren Aktionen dem Front National in die Hände. Die Angesprochene bedauerte daraufhin, dass der Konflikt sogar ihre eigene Familie zerreiße.

Aber nicht nur werden Frigide Barjot und ihre Mitstreiter immer zorniger. Sondern auch die Regierung wird immer unversöhnlicher, und die Polizei reagiert immer härter – auch auf eher harmlose Protestformen. Als 67 junge Leute nach dem Vorbild der Occupy-Bewegung ein Zeltlager vor der Nationalversammlung in Paris errichten wollten, wurden sie festgenommen und erst am nächsten Tag wieder entlassen. »In meinen 30 Berufsjahren habe ich so etwas noch nie erlebt. Meine verängstigte Mandantin musste sich sogar einem DNA-Test unterziehen, als wäre sie eine Schwerverbrecherin«, empörte sich ein Anwalt einer der Betroffenen. Ein UMP-Abgeordneter kritisierte: »Das Vorgehen der Polizei war unverhältnismäßig.«

Der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Kardinal André Vingt-Trois, drohte vor einem Zerfall der französischen Gesellschaft und warnte vor den Folgen der Einebnung der Geschlechterunterschiede. »Auf diese Weise wird der Weg für eine Gesellschaft der Gewalt bereitet«, sagte er.

Die sozialistische Regierung hat in der Auseinandersetzung einen wichtigen Trumpf in der Hand: Viele Mitglieder sind mit Künstlern und Journalisten verbandelt, so dass die Verbreitung sozialistischen Gedankengutes unabhängig von der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung gewährleistet ist.

FreieWelt.net

Foto: Christophe Becker/flickr.com/CC BY-NC 2.0

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