Christel Humme weiter gegen Betreuungsgeld

Man merkt es der Nutzerin der Internet-Plattform Abgeordneten-Check.dean, dass sie verletzt ist. Durch die Ablehnung des Betreuungsgeldes durch die SPD-Abgeordnete Christel Humme im Bundestag sieht sie sich als Rabenmutter abgestempelt, die ihre Kinder verblöden lässt, anstatt sie in einer Kita abzugeben. Sie fragt: »Bin ich als Mutter zu dumm, meinem Kind Bildung beizubringen?« 

Christel Humme vertritt den Ennepe-Ruhr-Kreis im Bundestag. Sie ist 2009 zum vierten Mal hintereinander gewählt worden, doch mit dem Ende dieser Legislaturperiode scheidet sie aus dem Parlament aus. In den letzten Jahren hat sie viele Funktionen im familienpolitischen Bereich ausgeübt; zur Zeit ist sie Sprecherin der SPD-Arbeitsgruppe Gleichstellungspolitik und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages.

Auf ihrer Homepage schreibt sie, dass es bei ihrer Familienpolitik darum geht, »auch in Zeiten begrenzter finanzieller Mittel die besten Rahmenbedingungen für Familien und Kinder zu schaffen.« Gemeint ist damit allerdings nicht, dass Eltern die Freiheit erhalten sollen, zwischen der eigenverantwortlichen Erziehung ihrer Kinder zu Hause und der in einem Kindergarten zu wählen. Sondern es geht um den »dringend benötigten Ausbau der Kleinkinderbetreuung«  und darum, Männern und Frauen die Möglichkeit zu schaffen, »Familie und Beruf bestmöglich zu vereinbaren.«

Es ist deshalb auch anzunehmen, dass Humme bei der Debatte im Bundestag über die Einführung des Betreuungsgeldes mit ihren Kollegen von der Opposition nach der Klärung der Beschlussfähigkeit nicht in den Sitzungssaal zurückkehrte und damit die Beschließung des Gesetzes verhinderte. Es war ein spektakulärer Verfahrenstrick, der auch den Abgeordneten von SPD, Grünen und Linken unwürdig war. Er hat nicht verhindern können, dass das Betreuungsgeld später doch noch verabschiedet wurde, aber er hat gezeigt, wie verhasst es der Opposition war und ist. Betreuungsgeld – das ist für sie nicht bloß eine familienpolitische Leistung, sondern wurde zu einem Symbol erhoben. Man sieht daran: Die Republik befindet sich in einem Kulturkampf.

Diesen Kulturkampf führt Humme auch heute noch fort. Die Frage an die Abgeordnete aus dem Westfälischen zeigt deutlich, dass die Familienpolitik der SPD ihren Namen zu Unrecht trägt. Letztlich geht es Humme ausschließlich um den Nachschub von Arbeitskräften für den Arbeitsmarkt, nicht um Familienförderung. Kindererziehung wird von ihr und ihrer Partei diffamiert und als rückschrittlich hingestellt – als ob die Frauen, die sich dafür entscheiden, unmündig wären. Die Nutzerin von Abgeordneten-Check.de ist zu Recht beleidigt.

 

Heier geht es zum Profil von Christel Humme auf Abgeordneten-Check.de

Foto: Deutscher Bundestag/Lichtblick/Achim Melde

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