Krankenkassen: Be- statt Entlastung der Familien

Familien mit minderjährigen Kindern zahlen erheblich mehr an Beiträgen in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ein, als sie an Kosten verursachen. Das belegt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV. Die Beitragsfreiheit mitversicherter Familienangehöriger wird bei weitem wettgemacht durch die Beiträge der zahlenden Familienmitglieder, darauf weist der Familienbund der Katholiken in Bayern in ihren Familienpolitischen Informationen hin.

Zitat aus der Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (Seite 22):

„Zusammenfassend lässt sich aus den vorangegangenen Betrachtungen sagen, im Jahr 2006 ist die Durchschnittsfamilie mit 1,4 Kindern Nettozahler und finanziert mit ihren Beiträgen die Gesundheitsausgaben anderer mit. Selbst bei der für die Bevölkerungskonstanz notwendigen Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau ist dies noch so. Erst bei drei Kindern decken in etwa die Zahlungen die eigenen Gesundheitsausgaben. Die Analyse der Profile zeigt deutlich, warum es zu diese familienpolitisch ungünstigen Ergebnis kommt. […] Die meisten Beitragseinnahmen in der GKV werden für Rentner benötigt, die noch zudem nur unterdurchschnittlich zum Beitragsaufkommen beitragen. Damit ist das Umlageverfahren in der GKV vor allem darauf ausgerichtet, den Ausgleich „Jüngere für Ältere“ zu organisieren. Die Belastung de GKV als System für diesen Ausgleich ist so groß, dass der ebenfalls eingerichtete Familienausgleich faktisch keine Wirksamkeit entfalten kann. Tatsächlich muss eine Familie mit zwei Kindern, die über ein ohnehin nicht sehr großzügig bemessenes Durchschnittseinkommen verfügt, mit ihren Beiträgen auch noch die Krankenversorgung eines Rentners selbst dann finanziell unterstützen, wenn es sich um einen wohlhabenden und einkommensstarken Rentner handelt.

Durch den hohen Ausgleichsbedarf, den die steigenden Ausgaben im Alter und die sinkenden Beiträge verlangen, findet eine wirkliche Entlastung der Familien im Durchschnitt tatsächlich nicht statt.“

Foto: Wilhelmine Wulff/pixelio.de

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