Matejcek Preis 2013: Dr. Norbert Blüms Einsatz für Familie gewürdigt

In einem Festakt an der Goethe Universität Frankfurt wurde gestern der Matejcek Preis 2013 an Dr. Norbert Blüm verliehen. Maria Steuer, Vorsitzende des Familiennetzwerk e.V., würdigte in ihrer Begründung, dass Norbert Blüm derzeit der einzige Politiker sei, der sich intensiv für die Bedürfnisse von Familien und Kindern einsetze. 

In seiner Laudatio betonte Dr. Christean Wagner, Vorsitzender der CDU im Hessischen Landtag, das vielfältige ehrenamtliche Engagement Norbert Blüms für Kinder und Familien. Er habe immer vom Menschen aus gedacht und den Mut, die zunehmende Verstaatlichung der Kindheit zu thematisieren. Blüm habe immer betont, dass „der Familie die Zentralfunktion in der Gesellschaft zukomme, und nicht dem Staat.“ Er habe immer wieder darauf hingewiesen, dass er seine eigenen Kinder auch nicht „aus demographischen Gründen“ bekommen habe, auch wenn er immer bekannt habe, er sei „kein Prachtexemplar der Pädagogik“ sei jedenfalls „immer Rambazamba im Haus“ gewesen.

In seiner Dankesrede nutze Norbert Blüm die Gelegenheit, sowohl auf die Wichtigkeit der Familie für die Kinder hinzuweisen, als auch eine Lanze für die Institution der Ehe von Mann und Frau zu schlagen. Die Familie sei „eine Bastion der Freiheit“ und ein „Widerstandsnest“ – deswegen hätten bislang noch alle Gewaltherrscher der Welt einen Kampf gegen die Familie geführt.

Blüm betonte, Erziehung dürfe nicht „outgesourced“ werden und ging hart ins Gericht mit denjenigen, die versuchten, Eltern als „Erziehungs-Dilettanten“ darzustellen. Mit Seitenhieb auf die aktuelle Krippen-Debatte setze er schmunzelnd hinzu: „Ich bekenne, ich komme aus einer sehr bildungsfernen Familie. Aber nirgendwo war meine Bildung besser aufgehoben, als bei meinem Vater und meiner Mutter“. Mit Blick auf die zunehmende Enteignung der Kinder durch immer mehr Schule zog er den Vergleich zu Arbeitnehmern, die zumindest gesetzlich eine begrenzte Wochenarbeitszeit zugesichert bekommen: „Doch wer schütze eigentlich die Kinder vor Überforderung? – Meine Enkel arbeiten inzwischen länger als ihre Väter“.

Blüm wies darauf hin, dass der Zusammenhalt der Gesellschaft die Familie brauche und auch die Ehe damit eine letzte Bastion gegen die Verstaatlichung darstelle. Wäre die Ehe nur von morgens bis abends eine Kosten-Nutzen-Analyse, dann sei dort kein Platz mehr für Liebe. Der viel gelobte neue „Homo-Oeconomicus“ bedeute eine Demontage der Humanität: „Die Ich-AG braucht keine Familie“.

Der nach dem tschechischen Kinderpsychologen Zdenek Matejcek (1922-2004) benannte Preis wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die sich dafür einsetzten, daß die entwicklungspsychologisch bedingten Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt des Interesses unserer Gesellschaft gestellt und von ihr berücksichtigt werden.

 

Zdenek Matejcek gehörte zu den ersten Kritikern der kommunistischen Kollektiverziehung im Ostblock, er wies in wissenschaftlichen Langzeitstudien die schädliche Folgen nach. Er war ein international anerkannter Begründer der modernen tschechischen Kinderpsychologieforschung, gehörte zu den ersten Kritikern der kommunistischen Kollektiverziehung und er war ein Befürworter des klassischen Familienmodells. 1996 wurde er von Präsident Vaclav Havel mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet.

1963 entstand Matejceks preisgekrönter Film ›Kinder ohne Liebe‹. Seine Ergebnisse lösten Bestürzung aus und zogen unmittelbare Verbesserungen der tschechischen Einrichtungen zur Betreuung von Kleinkindern nach sich. Die Wochenkrippen in der Tschechoslowakei wurden abgeschafft. Bahn brechend waren seine Erkenntnisse über die Deprivation der Kinder, die er in den sechziger Jahren veröffentlichte. Er hob immer die Bedeutung des Familienmilieus für die Entwicklung des Kindes hervor.

Bisherige Preisträger: 
2007: Dieter Althaus, ehemaliger Ministerpräsident vonThüringen.
2009: Petr Necas, Minister für Arbeit, Soziales und Familie in Tschechien und Anna Zaborska. Slowakische EU-Abgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter im Europäischen Parlament.
2011: Jay Belsky, ein international anerkannter Experte in der Kinder- und Familienforschung.

 

Foto: © Familiennetzwerk

Kommentare

Kommentar schreiben