Beverfoerde bei Anne Will: Kinder brauchen Mutter und Vater

Es ging heiß her in der gestrigen Anne-Will-Sendung zum Thema Homo-Ehe und volles Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin der Initiative Familienschutz, verteidigte gemeinsam mit der CDU-Politikerin Erika Steinbach die Ehe zwischen Mann und Frau. Dafür mußten sie sich Buh-Rufe aus dem Publikum gefallen lassen. Ihre Mitdiskutanten Michael Kauch (FDP-Fraktionskoordinator für Schwulen- und Lesbenpolitik) und der Autor David Berger warfen ihnen ein reaktionäres und überholtes Weltbild vor. 

Für 97% der Deutschen besteht eine Familie aus einem verheirateten Paar mit Kindern, zitierte Will eine aktuelle Allensbach Umfrage. Und genau diese sollte der Staat unterstützen, meinte Steinbach und das Geld nicht in die Ausweitung des Ehegattensplittings für homosexuelle Partnerschaften stecken: „Der Staat sollte nur fördern, was seiner Zukunft dient!“ Das Urteil des BVG halte sie deshalb auch für falsch. Beverfoerde wundert sich insbesondere darüber, wie schnell die Politik nun darauf reagiere. Während mehrere Familienurteile des BVG z.T. seit 20-30 Jahren auf ihre Umsetzung warten, würde hier „in einem unglaublichen Galopp“ gearbeitet. „Für die vielen Menschen im Land, die Kinder erziehen, da läßt man sich alle Zeit der Welt“, das sei schlicht „ungerecht“. Es werde schon genug für Kinder getan, meinte Kauch und zählte alle Leistungen des Staates auf. Der Staat müsse endlich auch Lebenspartnerschaften steuerlich besser stellen.

Auch beim Adoptionsrecht gingen die Ansichten weit auseinander: Während Kauch, der selbst in einer homosexuellen Partnerschaft lebt und ein Kind mit einer Frau aus einer lesbischen Beziehung hat, für das volle Adoptionsrecht plädierte, erinnerte Beverfoerde daran, daß jedes Kind ein Recht auf Mutter und Vater habe. Insbesondere für die Identitätsfindung des Kindes seien beide Eltern von großer Bedeutung. Gerade Adoptionskinder bräuchten optimale Bedingungen, in denen sie aufwachsen, merkte Steinbach an. Und optimal sei eine Familie mit Mutter und Vater. In Kindergärten und Schulen würde man sich für mehr männliche Bezugspersonen einsetzen, weil man erkannt habe, daß dies wichtig für die gute Entwicklung der Kinder sei. Ein volles Adoptionsrecht für Homo-Paare würde diese Erkenntnis aber außer Acht lassen, kritisierte Steinbach.

Will präsentierte dann noch einen jungen Mann, der mit zwei Müttern groß geworden ist und ein schwules Pärchen mit zwei kleinen Pflegekindern. Natürlich kann dies im Einzelfall gelingen, bestätigte Beverfoerde. Es gebe aber eben auch viele gegenteilige Fälle. Eine gesetzliche Regelung müsse die Gesamtheit im Blick haben, nicht den Einzelfall.

Man darf gespannt sein, ob die Äußerungen von Steinbach und Beverfoerde dem streitbaren Autor Berger ausgereicht haben, um auch ihnen den Zugang zu weiteren Talkshows zu verbieten. Erst vor Kurzem hatte er einen Aufruf gestartet Birgit Kelle, Gabriele Kuby und Martin Lohmann wegen ihrer kritischen Äußerungen zum Thema Homosexualität nicht mehr in Talkshows zu lassen. Sieht so die viel geforderte Toleranz aus?

Die ganze Sendung sehen Sie hier.

Kommentare

  1. Johannes Nikolaus sagt:

    Liebe Frau von Beverfoerde,

    sehr interessiert habe ich die gestrige Diskussionsrunde in der ARD verfolgt und komme nicht umhin, zumindest auf diesem Wege einen Dank an Sie auszusprechen. Ihr Auftritt und Ihre Argumentation zur Thematik waren mithin der beste Grund, eine schnelle, vollumfängliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften im Hinblick auf EHE und Adoption voranzutreiben. Es ist schon sehr fraglich, warum Sie sich als Vertreterin eines Vereins, der sich „Familienschutz“ nennt, aus rational und wissenschaftlich nicht erklär- und belegbaren Gründen gegen eine Förderung des Kindeswohls stemmen – wenn auch quantitativ in sicherlich geringer Auftretenswahrscheinlichkeit als in heterosexuellen Konstellationen. Woher die Angst, dass sich durch eine Gleichstellung etwas in heterosexuellen Partnerschaften mit Kindern zum Negativen ändern sollte? Eines sollten auch Sie sich vor Augen halten: Familie ist immer dort, wo Kinder sind. Wenn es um das Kindeswohl gehen soll, dann kann und muss dieser Blickwinkel Anwendung finden.

    Bedauernswert, wenn im Jahre 2013 Familienpolitik auf christliche Dogmen und überholte Rollenvorstellungen der Nachkriegszeit gestützt werden soll. Hier kann ich Sie nur im Interesse aller Familien und Kinder in diesem Land auffordern, Ihre Arbeit verantwortungsvoll und mit Weitsicht zu machen – es ist an der Zeit. Das Bundesverfassungsgericht hat hier eindeutig die Richtung gewiesen.

    Mit besten Grüßen

    Johannes Nikolaus

  2. Matthias Dindorf sagt:

    Frau von Beverfoerde

    Es war interessant mit anzusehen mit welchen Argumenten sie Gestern um sich warfen. Ihre Verzweiflung war dabei war allerdings nur schwer zu verkennen. Besonders als sie in ihrer Verzweiflung David Berger für seinen Appell zum Ausschluss von diffamierenden (Hass-)Reden aus den Medien anzugreifen versuchten. Mit den deutlichen Worten, dass die von ihm genannten Personen laut ihrer Meinung nicht dazu gehören würden.
    Ein Appell der im übrigen erst diese Tage im Waldschlösschenappell wiederholt wurde.

    Nun schauen wir uns die von ihm in seinem Appell genanntnen Personen mal an:

    Martin Lohmann
    – Haben sie sich seine Beiträge und Reden schon mal angesehen? Selbst sie als Verein für Familienschutz sollte da einiges zutiefst erschrecken.

    Katharina Reiche
    – Diese hat selbst gesagt, dass Homosexuelle die Zukunft und den Wohlstand Deutschlands gefährden. Uns damit zum Feind der Gesellschaft tituliert. Wenn dies für sie nicht als öffentliche Diffamierung unterster Ebene zu erkennen sind sind sie wahrlich blind.

    Gabriele Kuby
    – Hier dürfte doch nun wirklich keinerlei Zweifel anliegen, da es sich hier um Homophobie in Reinform handelt.

    Nun brauchen wir in den Ergüssen dieser Personen nur die Gruppe auszutauschen (nach Belieben in Juden, Türken, Frauen, etc.). Würden sie die faktisch falschen Aussagen dieser Personen noch immer so wehement verteidigen?

    Frau von Beverfoerde, checken sie mal ihre Fakten und ihren offensichtlich aus dem Ruder gelaufenen Moralkompass.

  3. Johannes Evertz sagt:

    Sehr geehrte Initiative für Familenschutz, Frau Beverfoerde!

    Die Sprecherin der Initiavie für Familienschutz Frau von Beverfoerde fällt mir an erster Stelle nicht in den Rücken weil ich schwul bin, sondern weil sie meine Eltern und Geschwister gegen dem Sinne von eigentlichem Familienschutz missachtet, nur weil ich das Glück habe eine Familie an meiner Seite zu haben die hinter und zu mir steht. Wenn aber meine Familie auch einfordert, dass mir nicht nur gleiche Pflichten, sondern auch gleiche Rechte zustehen wird meiner Familie rücksichtslos widersprochen.
    Familien zu schützen bedeutet sie nicht daran zu hindern füreinander einzustehen und einzutreten, sich bedingungslos zu lieben und den Status Familie nicht zu entwürdigen.
    Wie war nochmal der Name Ihrer „Initiative“?

    Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar und gleichermaßen wichtig. In einer Gesellschaft befinden sich in vielerlei Hinsichten Minderheiten, die das Recht haben müssen gehört zu werden und nicht benachteiligt zu werden. Ich bitte Sie also, dass Sie mit dem unwürdigen Totschlagargument “Wir reden hier nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung und haben wichtigere Dinge zu klären” nicht mehr diskutieren werden. Dahingehend haben sie sich vglw. des Auftritts von gestern ein wenig „gebessert“.

    Es kann nicht sein das bisherige Ehen ohne Kinder nicht nur für sich eintreten müssen sondern steuerlich bevorzugt werden. Das Ehegattensplitting gehört abgeschafft und auch im Sinne unserer demographischen Entwicklung sollte ein Familiensplitting eingeschafft werden. Heißt im Klartext: Eheleute, ob nun heterosexuell oder homosexuell (wenn Sie mögen nenne ich es rein formal auch noch eingetragene Lebenspartnerschaft), welche Kinder bekommen oder aber adoptieren sollen steuerlich begüngstigt werden. Nur wer Kinder hat, in sie Zeit investiert, sie erzieht und unsere Gesellschaft aufrecht erhält muss steuerlich entlastet und gewürdigt werden.

    Der Aufenthalt von zu adopierenden Kindern muss sich IMMER! nach dem Kindeswohl ausrichten. Ich vertraue auf aufgeklärte Behörden und Jugendämter, welche hoffentlich mit großer Sorgfalt prüfen, in welchem Umfeld das zu adoptierende Kind am Besten aufgehoben sind. Ich bringe also zum Ausdruck dass es auf finanzielle, zeitliche Umstände und emotionale Fähigkeiten der künftigen Eltern ankommt!
    Nicht zuletzt sollten wir die Studie des Justizministeriums (gestern bei Anne Will unter dem Namen der Bamberger Studie verlautet) nicht missachten. Sie ist auf unsere, deutsche Gesellschaft ausgelegt und benachteiligt die Fähigkeit von schwulen oder lesbischen Eltern keineswegs, im Gegenteil. Bei Bedarf kann ich diese Ihnen gerne zukommen lassen. Ich glaube ernsthaft sie sollten die Studie mit Deutschlehrern hermeneutisch und phänomenologich interpretieren, bei denen der Lehrer in einem liberalem Land zuletzt trotzdem Recht behält und Kinder oder Jugendliche wissenschaftlich, also richtig lehrt und emotional korrekt erzieht.

    Der Schutz jeder Sexualitätit (außer natürlich strafbarer wie Pädophilie oder Vergewaltigungen etc.) ist sehr wichtig. Es darf nicht sein dass bspw. Homophobe in die Privatsphäre Homosexueller eintreten und diese aufgrund Ihrer Orientierung zumeist ohne persönlichen Bezug hemmungslos diskriminieren und missachten. Wenn eine Frau von Beverfoerde sagt, sie tolleriere Homosexuelle und akzeptiere es aber nicht und dies so öffentlich darstellt frage ich mich, wo ist ihre Tolleranz dahingehend und inwieweit agiert sie homophob!

    Ich kann Ihnen nur eines sagen!
    Ich bin erschöpft, enttäuscht von einem solch so grausamen Menschenbild von Minderheiten.
    Ich war Kind, bin es weiterhin und trotzdem erwachsen! Und die Psychologie frage ich, warum es mich trotzdem so beeinflusst und beschäftigt so diffamiert und unterdrückt zu werden. Psychische Folter ist nichts anderes körperliche Verletzungen der früheren Jahrzehnte gegen Homosexuelle!
    Hören sie auf „rational“ zu argumentieren und sich selbst zu widersprechen, gegen die Natur haben sie keine Chance! Alles was sie erreichen ist vielen Menschen, seien es Schwule oder Lesben emotinal anzugreifen und die Angehörigen mit in den Bann zu reißen. Alles was sie erreichen ist sich selbst einen immer schlechteren Namen zu geben. Alles was sie erreichen wollen zerstören letztlich selbst. Nur auch die Menschen die es betrifft!
    Ich habe fertig!

  4. Bela Roche sagt:

    Frau Freifrau von und zu, ihre Thesen finde ich peinlich, diskriminierend und haltlos. Sie sollten sich schämen!

  5. hoppla sagt:

    Sehr geehrte Freifrau von Beverfoerde,

    in dem Augenblick in dem Sie sagten, dass es es um das Wohl des Kindes geht nehmen Sie den gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften die Möglichkeit sich um das Wohl des Kindes zu kümmern. Das finde ich sehr schade. Um was geht es denn? Um nichts anderes das es Kindern gut geht, dass Kinder in einer Umgebung heran wachsen können in der sie geliebt und gefördert werden. Jeder darf eine Meinung vertreten – doch das Leben auf der gleichgeschlechtlichen Seite sieht in der realen Welt leider anders aus. Das Bunte und Tolerante ist zwar in den Köpfen vorhanden. Jedoch ist es ein fast tägliche Aufgabe sich den Anfeindungen zu stellen. Umgekehrt haben Sie mit ihrem frei umgesetzten Lebenskonzept diese Hürde nicht. Es geht doch garnicht darum das gleichgeschlechtliche Lebenskonzepte das bürgerliche Bild der hetero Familien untermauern wollen. Und ich kann mir nicht vorstellen das man so denken kann. Keiner möchte etwas wegnehmen. Jedes Menschlein das heranwächst sollte geschützt werden. Damit es stark und froh in diese Welt hinein geht. Bitte geben Sie doch allen Menschen die Chance sich für das Wohl aller Kinder einzusetzten. Vielen Dank.

  6. Julian Jäger sagt:

    Sehr geehrte Frau von Beverfoerde,

    abgesehen davon, dass Sie das Grundgesetz nicht zitieren sollten, wenn Sie sich nur am Wortlaut aufhalten, möchte ich Ihnen sagen, dass es in Deutschland keine Tolleranz für Meinungen geben kann/ darf, die Menschenrechte negieren und verfassungsfeindlich argumentieren.
    Zudem sollten sie endlich mit der peinlichen Argumentation aufhören, dass auch andere Menschen in ihren Grundrechten verletzt sein könnten, und deshalb die Homosexuellen erst einmal hinten anstehen könnten… diese seien ja nur eine Minderheit. Dieses Argument ist ein Hauptgrund für die Existenz unsere Grundgesetzes in dieser Fassung. Es geht gerade darum, dass auch eine katholisch/ konservative/ fundamentalistische Mehrheit nicht über das Leben Dritter bestimmen darf und dieses auch nicht benachteiligen darf.

    Ich empfehle Ihnen deshalb, einen Grundkurs im öffentlichen Recht zu belegen, sich zu fragen wie „rational“ ihre Argumente sein können, wenn sie vielleicht gar nicht in einer christlichen Welt aufgewachsen wären und zuletzt sich einzugestehen, dass sie eine Fundamentalistin sind, die die in Deutschland erreichte Freiheit am liebesten umkehren möchte.

  7. Olli sagt:

    Nachdem ich das zweifelhafte Vergnügen Ihres Auftritts bei „Anne Will“ bewundern durfte, sollten Sie sich ernsthaft über die Umbenennung Ihres Vereins in „Hetero-Familien-Schutz“ Gedanken machen, da die Einheit homosexueller Paare mit Kindern offenbar ja keine schutzbedürftige Familie darstellt.

  8. Chris sagt:

    Vielen Dank, Frau von Beverfoerde.

    Ihr argumentationsfreier Auftritt bei Anne Will war unbezahlbar. Bodenlos, wie Sie Malte psychische Probleme einzureden versucht haben. Sie sollten sich in Grund und Boden schämen.

    p.s. Gehört Boshaftigkeit eigentlich zu den christlichen Werten?

  9. Joahnn Evertz sagt:

    Sehr geehrte Frau von Beverförde, Lieber „Familien-Schutz“,

    kann man von Ihnen auch Stellungnahmen oder eine gewisse Transparenz Ihres Vereins erwarten?
    Sie publizieren Informationen, fördern somit auch Frau von Beverfoerde und Ihre Haltung.

    Eine transparente und zugängliche Stellungnahme der Mehrheit des Vereins wäre mehr als angebracht!

    Ich bitte Sie um Antwort um zu sehen, wie ernst ich Ihren eingetragenen Verein an sich überhaupt nehmen kann.

    Herzlichen Dank dafür.

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