Kein Interesse am Betreuungsgeld? – Kein Interesse an der Wahrheit!

Wenige Tage vor Inkrafttreten des Betreuungsgeld-Gesetzes verkünden Opposition und Medien nicht ohne Schadenfreude, Eltern hätten „kein Interesse am Betreuungsgeld“. Und in der Tat, in Sachsen-Anhalt sind bislang gerade mal 4, in Bayern immerhin 500 Anträge eingegangen. Ein Blick ins Gesetz würde aber schon genügen, um festzustellen, daß dies wenig verwunderlich ist – der Anspruch beginnt erst zum 1. Oktober 2013. 

Denn um das Betreuungsgeld zu bekommen, muß das Kind nach dem 01.08.2012 geboren worden und älter als 15 Monate sein – bis dahin gibt es Elterngeld. Diese 15-Monats-Grenze werde aber erst zum 1.10.13 erreicht,  stellt der Familienbund der Katholiken in einer aktuellen Pressemitteilung klar.

Nicht wenige Eltern, die eine längere Auszeit als ein Jahr nehmen wollten, haben sich zudem dafür entschieden, ihr Elterngeld auf zwei Jahre zu splitten. Das wiederum schließt nun zunächst die Zahlung von Betreuungsgeld aus.

Daneben dürfte die abwehrende und abwertende Haltung vieler Kommunen gegenüber dem Betreuungsgeld sein Übriges dazu beigetragen haben, daß sich die Antragszahlen derzeit noch in Grenzen halten.

 

Foto: Südtiroler Bäuerinnen/flickr.com/CC BY-NC-ND 2.0

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