Heute ist Kollektivierungstag

Für Ursula von der Leyen und ihre Vorgängerin Renate Schmidt dürfte heute ein Freudentag sein. Denn von nun an hat jedes Kind ab dem 1. Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf staatliche Fremdbetreuung. In aller Eile sind dafür in den letzten Wochen noch einmal 90.000 Krippenplätze geschaffen worden – rund 813.000 stehen nun zur Verfügung. 

Mit diesem Gewaltakt wurde die anvisierte Zahl von 780.000 benötigten Plätzen deutlich übertroffen, aber zu welchem Preis? Um den Ausbau zu stemmen, wurden vielerorts die Qualitätsstandards gesenkt, Erzieherinnen im Eiltempo ausgebildet, fachfremdes Personal umgeschult, der ohnehin schon schlechte Personalschlüssel noch einmal gelockert, Kitas in Containern untergebracht und Großkitas für mehr als 400 Kinder errichtet. Den Preis zahlen unsere Kinder, die so nur mehr verwahrt als betreut werden können.

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr wird die Republik verändern. Denn der Druck auf Eltern und insbesondere Mütter, ihre Kinder so früh wie möglich von professionellen Erzieherinnen betreuen zu lassen und selbst arbeiten zu gehen, wird damit weiter steigen. Wer seine Kinder auch nach dem Elterngeld-Jahr selbst betreuen möchte, gilt vielen Politikern und der Mehrheit der Medien schon jetzt als gestrig, überholt und altbacken. Alle Mütter wollen arbeiten und alle Kinder in die Kita, versucht man den Eltern weiszumachen. Bis zu einer allgemeinen Kita-Pflicht ist es da kein weiter Weg mehr. In Berlin wurde das erst neulich wieder gefordert, um so “möglichst alle Kinder rechtzeitig in die Kita zu bekommen.“

Foto: Jochen Handschuh/flickr.com/CC BY 2.0

Kommentare

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