CDU und SPD fordern Rechtsanspruch auf Ganztagsschule

Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung besuchen rund 30% aller Schulkinder eine Ganztagsschule. Nicht genug findet der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl und fordert gemeinsam mit Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für jedes Kind. Solche Töne war man bislang eher von der SPD gewohnt. 

Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist überzeugt, daß „mehr Ganztagsbetreuung (…) in den kommenden Jahren das nächste große Thema bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein“ wird.

Doch der angebliche Elternwunsch auf den sich Strobl und Dräger bei ihrer Forderung berufen, entpuppt sich bei genauerem Ansehen der Studienergebnisse als weniger eindeutig. Ganze 32% der Eltern wünschen sich eine Ganztagsschule, „in der sich für alle verbindlich den ganzen Tag über Unterricht, Ruhe- und Freizeitphasen abwechseln“. 38% wollen ein „freiwilliges Nachmittagsprogramm“ und 28% wünschen sich eine „Halbtagsschule, in der der Unterricht mittags endet“. 2/3 aller Eltern halten demnach gar nichts davon, daß ihre Kinder auch noch am Nachmittag die Schulbank drücken müssen.

Woher zudem die erforderlichen 9,6 Mrd. Euro pro Jahr kommen sollen, die der flächendeckende Ausbau kosten würde, blieb indes ungeklärt.

Während führende CDU-Politiker, wie die stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner und Volker Bouffier, sowie Politiker der SPD und der Linken die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz unterstützen, sieht allein die FDP das Vorhaben kritisch. FDP-Bildungspolitiker Patrick Meinhardt sprach sich gegen einen Rechtsanspruch aus. Seiner Ansicht nach brauche es keine “einheitliche Ganztagskäseglocke”.

 

Foto: Stefan Schostok / Flickr.com / CC-BY-NC-2.0

Quelle: www.focus.de

Nachfrage nach Ganztagsschulen sowie Präferenzen für Halbtags- bzw. Ganztagsschulplätze (Quelle: Bertelsmann-Stiftung)

Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    mein kommentar ((:

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