„Klagewelle“ auf Krippenplatz bleibt aus – Eltern wollen Kinder selber betreuen

Einen Monat nachdem nun jedes Kind ab dem 1. Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer staatlichen Kita hat, ist von der viel beschrienen „Klagewelle“ nichts zu spüren. Denn die Mehrheit der Eltern will seine Kinder in den ersten Jahren allen Unkenrufen und Diffamierungen von Medien und Politik zum Trotz noch immer selbst betreuen. 

Wie oft mußte man vor Inkrafttreten des Kita-Rechtsanspruchs lesen, daß die Plätze niemals ausreichen würden. Und keine Betreuungsgeld-Debatte im Bundestag, keine Talkshow zum Thema kam ohne den Hinweis aus, es müßten noch viel mehr Krippenplätze errichtet werden, sonst drohe eine riesige Klagewelle.

Davon ist nun, einen Monat nach der Einführung des Rechtsanspruchs, nichts zu spüren. Im Gegenteil: Viele Gemeinden vermelden sogar noch freie Kapazitäten. “Ich schätze, es gibt bundesweit bisher nicht mehr als 50 Klagen”, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, in der ‘Bild’-Zeitung.

Angesichts dieser erfreulichen Tatsache und einer seit Jahren stagnierenden Geburtenrate, ist es allerdings völlig unverständlich, daß Landsberg nun davor warnt, beim Kitaplatz-Ausbau nachzulassen. Er fordert “noch mehr Plätze“. Was Eltern wirklich wollen, scheint einmal mehr unerheblich. Sind die Betreuungsplätze erstmal da, steigt der Druck auf Eltern, so schnell wie möglich nach der Geburt des Kindes wieder voll berufstätig zu sein, weiter an. Und dann werden die Plätze auch genutzt.

 

Quelle: rtl.de

Foto: Florian Seiffert (F*) / flickr.com / CC-BY-NC-SA 2.0

Kommentare

  1. flitzeflink sagt:

    Schön, dass offenbar doch so viele Eltern sich selbst um ihre Kinder kümmern und sorgen wollen, und man kann sie darin nur ermutigen. Schade, dass die Politik das so wenig akzeptiert. Wir machen es bei unserem Kind so, dass wir abwechselnd Elternzeit nehmen. Das macht sich natürlich finanziell bemerkbar, aber wir sind der Überzeugung, dass es sich für unseren Nachwuchs auszahlt.

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